Zweiter Titel für den Meister

Luisa Schulze (am Ball) und die SG Bietigheim haben ihren Titel beim Wittlicher Handball Cup verteidigt.Foto: Thomas Prenosil/HSG Wittlich  Foto: Bjoern Pazen (BP)
 

(WITTLICH) Bietigheim gewinnt den Wittlicher Handballcup, der fast ins Wasser gefallen wäre.

 

07.08.2017 Björn Pazen

 

WITTLICH Im Männer-Fußball wäre das Finale Bayern München und Borussia Dortmund gewesen, im Frauen-Handball standen sich beim Wittlicher Handball Cup am Sonntagabend ebenfalls Meister (SG Bietigheim) und Pokalsieger (Buxtehuder SV) im Endspiel gegenüber. Während die Bayern am Samstag mit Dusel gegen Dortmund gewannen, machte es Bietigheim in Wittlich weniger spannend. Trotz eines schwachen ersten Turniertags setzte sich der Turnier-Titelverteidiger mit 30:26 (13:14) gegen Buxtehude durch und feierte bei seinem zweiten Start in Wittlich den zweiten Triumph. Nach einem 7:10-Rückstand drehte Bietigheim das Endspiel nach dem Wechsel und hatte die Partie beim 24:18 entschieden.

 

Auch Frauen-Handball-Bundestrainer Michael Biegler, der am Samstag mit DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld zu Gast in Wittlich war, konnte sich freuen: Vier Monate vor der Heim-Weltmeisterschaft zeigten viele seiner Nationalspielerinnen eine tolle Frühform: Jennifer Rode (Bayer Leverkusen) wurde mit 26 Treffern beste Turnier-Torschützin, Kim Naidzinavicius (Bietigheim) wurden von den Trainern zur besten Turnierspielerin gewählt. Daneben überzeugten auch Emily Bölk (Buxtehude), Katja Kramarczyk (Leverkusen), Shenia Minevskaja (Metzingen) oder Buxtehudes Lone Fischer, die alleine acht Treffer im Finale erzielte. Xenia Smits spielte im Trikot von Metz ebenfalls stark.


Ihr Team war am ersten Turniertag die große Überraschung. Der französische Meister hatte Bietigheim in der Vorrunde geschlagen und war mit weißer Weste ins Halbfinale eingezogen. Dort war Metz Favorit gegen Buxtehude, hatte nach Katastrophenstart (1:6) die Partie gedreht, sich aber mit dem Schlusspfiff den Treffer zum 26:27 gefangen. Am Ende feierte der Turniersieger von 2015 den dritten Platz durch ein 27:19 über den TuS Metzingen. Die "Tussies" hatten ebenfalls ihre Vorrundengruppe gewonnen, dann auch das Halbfinale verloren. Gegen Bietigheim - dem besten Turnierspiel - setzte sich der Meister mit 31:27 (18:12) durch, nachdem man zuvor gegen den späteren Turnierfünften Bayer Leverkusen fast gestrauchelt wäre.


Gestrauchelt wäre fast der gesamte Wittlicher Handball Cup. Denn das Turnier hatte bei seiner 18. Auflage am Freitagnachmittag kurz vor der Absage gestanden: Wasser war in den Sicherungskasten des Eventums eingedrungen, die Halle war ohne Strom. "Der Hausmeister und sein Team haben dann ganz tolle Arbeit geleistet, sonst wäre das Turnier förmlich ins Wasser gefallen", sagt Axel Wei-nand, Vorsitzender des Veranstalters HSG Wittlich.

 

Dessen Turnierbilanz fällt positiv aus: "Trotz Sommerwetter war die Zuschauer-Resonanz sehr gut", sagte er. Und: "Die Handballfans haben tolle Spiele gesehen, mit nationaler und internationaler Klasse."

 

Extra: ERGEBNISSE WITTLICHER HANDBALL CUP


Vorrunde: Gruppe A: Pogon Stettin - Buxtehuder SV 21:30 (10:13), Pogon Stettin - TuS Metzingen 19:34 (8:15), Buxtehuder SV - TuS Metzingen 22:25 (12:13) Gruppe B: SG BBM Bietigheim - Bayer Leverkusen 26:23 (12:11), Handball Metz - SG BBM Bietigheim 24:21 (13:11), Bayer Leverkusen - Metz Handball 23:29 (7:12) Halbfinals: TuS Metzingen - SG BBM Bietigheim 27:31 (12:18), Metz Handball - Buxtehuder SV 26:27 (12:11) Spiel um Platz 5: Pogon Stettin - Bayer Leverkusen 27:34 (11:24), Spiel um Platz drei: TuS Metzingen - Metz Handball 19:27 (8:13) Finale: SG BBM Bietigheim - Buxtehuder SV 30:26 (13:14), Einlagespiel: HSG Wittlich - TV Bassenheim 33:32

 

 

 

Im Zeichen der Handball-Weltmeisterschaft - Hochklassige Gegner in Wittlich

Auch an Kuchen mangelt es beim Wittlicher Handball Cup nicht - weder für Mannschaften noch für Besucher, wie dieses Foto aus 2016 mit fünf von auch in diesem Jahr 200 ehrenamtlichen Helfern zeigt. Foto: HSG Wittlich/Dieter Rau  Foto: Bjoern Pazen (BP)
 

(Wittlich) Zum 18. Mal veranstalten die Handballer der HSG Wittlich am Wochenende ihr Turnier, das bundesweit seinesgleichen sucht. Neben sechs Topmannschaften des Frauenhandballs gibt es sogar eine Weltpremiere im Eventum.

 
02.08.2017
Björn Pazen
 
Eigentlich ist alles Routine, aber jedes Jahr seit 1999 steht die Handballspielgemeinschaft (HSG) Wittlich Anfang August wieder vor einer neuen Herausforderung. Der Saison-Höhepunkt steht an, der Wittlicher Handball-Cup, der von 1999 bis 2013 als "Stelioplast-Cup" bekannt wurde. Über 200 ehrenamtliche Helfer werden unter der Leitung von Ramona Lentz und Julia Marx ab Donnerstag wieder im Einsatz sein. Bis Freitag wird das Eventum hergerichtet, ab Samstag geht es dann um Turnierleitung, Mannschaftsbetreuung, Kuchenverkauf, Kartenverkauf und vieles mehr - und Montag wird wieder abgebaut. 30 ganz junge HSG-Mitglieder werden am Sonntagabend gegen 17.45 Uhr mit den beiden Finalisten aufs Feld laufen, viele andere werden die unterschiedlichsten Aufgaben übernehmen - vor allem, um den Mannschaften alle Wünsche zu erfüllen. "Bei keinem Testturnier sind die Organisation, das Catering und die Rundum-Sorglos-Betreuung so perfekt wie in Wittlich", lobte im Vorjahr Michael Jungbluth, Betreuer des Buxtehuder SV, dem aktuellen deutschen Frauen-Handball-Pokalsieger. "Die Mannschaften fragen schon gleich nach dem Finale nach, ob sie im nächsten Jahr wieder dabei sein dürfen. Sie schätzen nicht nur die Betreuung, sondern auch die hochklassigen Gegner, auf die sie bei uns treffen", sagt Axel Weinand, der HSG-Vorsitzende. Über die Jahre hat sich das Wittlicher Turnier zum bestbesetzten in ganz Deutschland entwickelt. Zu Gast waren schon Champions-League-Sieger, Olympiasieger, Weltmeisterinnen und viele Nationalspielerinnen.
 
Aus 13 verschiedenen Nationen sind die Spielerinnen der sechs Vereine, die am Samstag und Sonntag beim Wittlicher Handball Cup antreten. Aus Deutschland ist neben Pokalsieger Buxtehude auch der deutsche Meister (und Titelverteidiger in Wittlich) SG BBM Bietigheim am Start, dazu kommen Rekordmeister Bayer Leverkusen (dann bei allen 18 bisherigen Turnieren dabei) sowie der TuS Metzingen (Vizemeister 2016, Pokalfinalist 2017). Daneben spielen der französische Meister Handball Metz (Turniersieger in Wittlich 2015) und in Pogon Stettin erstmals eine polnische Mannschaft mit. "Wir hatten wie immer viele Anfragen von Spitzenvereinen, die bei uns spielen wollten", sagt Weinand.


Der Rekordsieger, der zuvor ebenfalls bei allen 17 HSG-Turnieren dabei war, fehlt allerdings dieses Mal: der HC Leipzig musste Insolvenz anmelden. "Wir hatten jedes Jahr immer rund 30 Fans aus Leipzig hier, für die tut es mir natürlich sehr leid", sagt Weinand, der aber nun andere stimmungsvolle Zuschauer begrüßen wird: "Aus Metzingen kommt sogar ein Fanbus, auch aus Bietigheim gab es viele Kartenreservierungen." Aber nicht nur die Fans, auch die in Wittlich, Hupperath und Bernkastel-Kues einquartierten Mannschaften sorgen für eine hohe Hotelauslastung in der Region.

Der Wittlicher Handball Cup steht indes schon ganz im Zeichen der Frauen-Handball-Weltmeisterschaft, die im Dezember in Deutschland stattfindet, unter anderem mit einer Vorrundengruppe in Trier. Weil über 15 Nationalspielerinnen aus dem erweiterten WM-Kader im Eventum auflaufen, wird - wie im Vorjahr - auch Bundestrainer Michael Biegler das Turnier besuchen. Zudem ist der Wittlicher Handball Cup das weltweit erste Turnier überhaupt, bei dem mit den offiziellen WM-Bällen gespielt werden wird. Und mit einem Stand und einer Kartenverlosung wird sich der WM-Spielort Trier im Eventum präsentieren.

 

Extra: HSG-TURNIER: SPIELPLAN UND KARTEN


(BP) Am Samstag wird beim Wittlicher Handball Cup von 11 Uhr bis 19.45 Uhr die Vorrunde in zwei Gruppen ausgespielt. Sonntags folgt zunächst um 10 Uhr ein Freundschaftsspiel der HSG-Oberliga-Handballerinnen gegen Bassenheim, ehe das Turnier ab 11.45 Uhr mit den beiden Halbfinals fortgesetzt wird. Nach den Spielen um Platz fünf (14.45 Uhr) und Platz drei (16.20 Uhr) wird im Eventum das Finale gegen 17.45 Uhr angepfiffen. Karten gibt es im Vorverkauf bei Sport Schmitz in der Neustraße. Per Mail an hsg.wittlich@t-online.de können auch Kartenpakete für Jugendmannschaften zu besonders günstigen Preisen reserviert werden. Beim Turnier selbst gibt es Tageskarten, Wochenendkarten und sonntags sogar Karten für einzelne Spiele wie das Finale an der Tageskasse. www.hsg-wittlich.de

 

 

 

 

 

Stettin komplettiert Teilnehmerfeld
 
Zum ersten Mal in der nun 18-jährigen Geschichte des Wittlicher Handball Cups gibt eine polnische Mannschaft ihre Visitenkarte beim Frauen-Turnier der HSG Wittlich ab: SPR Pogon Stettin (s. auch Wikipedia) komplettiert das Teilnehmerfeld, das am 5./6. August im Eventum antritt. Die Polinnen standen 2015 im Finale des europäischen Challenge-Cups und waren in der abgelaufenen Saison Fünfter in Polen. Der Kontakt kam über Frauen-Handball-Bundestrainer Michael Biegler zustande, der bis Januar 2016 polnischer Männer-Nationaltrainer war und immer noch über beste Kontakte dorthin verfügt.

Mit der Besetzung des letzten noch offenen Platzes im Teilnehmerfeld hatte sich die HSG Wittlich lange Zeit gelassen – denn eigentlich war dieser für den Turnier-Rekordsieger HC Leipzig reserviert gewesen. Der HCL hatte in der vergangenen Woche aber auch in zweiter Instanz aus finanziellen Gründen keine Lizenz für die Bundesliga erhalten. „Die Entwicklung in Leipzig tut uns sehr leid, aber da uns die Zeit drängte und immer noch nicht endgültig entschieden ist, ob es in Leipzig weitergeht, haben wir uns nach Rücksprache mit dem HCL dazu entschieden, den freien Platz neu zu vergeben“, sagt Axel Weinand, Vorsitzender der HSG Wittlich.

Neben den Debütanten aus Stettin treten beim best-besetzten Frauenhandball-Vorbereitungsturnier Deutschlands der neue deutsche Meister SG BBM Bietigheim, der neue Pokalsieger Buxtehuder SV, der französische Meister Metz Handball, Rekordmeister Bayer Leverkusen und der letztjährige Europapokalfinalist und Ligadritte TuS Metzingen an. Die beiden Vorrundengruppen werden in Kürze ausgelost.
 
06.05.2017
Björn Pazen
Titelverteidiger kommt als Meister
 

(Wittlich) Die SG BBM Bietigheim ist das Zugpferd beim Wittlicher Handball Cup am 5./6. August. Das Teilnehmerfeld ist schon fast komplett.

Wittlich Irgendwie ist es wie ein Gesetz: Wer das Frauen-Handball-Turnier der HSG Wittlich Anfang August gewinnt, gewinnt am Ende der Saison auch einen wichtigen Titel. So haben zum Beispiel Larvik HK aus Norwegen und Viborg HK aus Dänemark jeweils rund neun Monate nach ihren Triumphen beim Stelioplast-Cup auch die Champions League 2010 und 2011 gewonnen.

 

Im Vorjahr war nun erstmals die SG BBM Bietigheim zu Gast beim Wittlicher Handball Cup, so der Name des Turniers seit vier Jahren. Am Mittwochabend sicherten sich die Schwaben mit dem 24. Sieg im 24. Spiel (dem 28:24 in Leverkusen) vorzeitig und erstmals die deutsche Meisterschaft. Und das Team hat noch lange nicht genug: Am Sonntag steht Bietigheim (wie Trier Spielort bei der Frauen-Handball-WM im Dezember) im Finale des europäischen EHF-Cups gegen Rostov (Russland). Und am letzten Mai-Wochenende ist die SSG Gastgeber des deutschen Pokal-Finalturniers.
Weit vor diesem Triumphzug hatte Bietigheim der HSG Wittlich aber schon die Zusage gegeben, auch in diesem Jahr wieder am Wittlicher Handball Cup teilzunehmen. Pünktlich zur deutschen Meisterschaft des letztjährigen Turniersiegers hat die HSG nun das (fast komplette) Teilnehmerfeld des insgesamt 18. Frauen-Handball-Turniers in der Säubrennerstadt bekanntgegeben, das am 5./6. August ausgespielt wird.


Neben Meister Bietigheim sind dies Rekordmeister Bayer Leverkusen, Ex-Pokalsieger Buxtehuder SV, der letztjährige EHF-Pokalfinalist und Vizemeister TuS Metzingen (bei seiner Premiere in Wittlich) und als internationaler Farbtupfer der französische Meister und Champions-League-Viertelfinalist Metz Handball. Der sechste Platz ist für den Rekordsieger des Turniers in Wittlich reserviert: "Wir hoffen, dass es mit dem HC Leipzig weitergeht", betont Axel Weinand, Vorsitzender der HSG Wittlich. Die Leipziger haben das Turnier acht Mal gewonnen und standen auch 2016 im Finale gegen Bietigheim. Bis Mitte Mai wird geklärt sein, ob der HCL nach seinen Finanzsorgen eine Bundesliga-Lizenz erhält.

 

Im Jahr der Frauen-WM in Deutschland (1. bis 17. Dezember) liegt der Fokus beim Wittlicher Handball Cup auf den deutschen Nationalspielerinnen. Deswegen wird Bundestrainer Michael Biegler - wie schon im Vorjahr - sicherlich das Turnier nutzen, um vor Ort den Stand zum Start der Vorbereitung in die WM-Saison zu sehen. Unter anderem laufen in Wittlich Nationalmannschafts-Kapitänin Anna Loerper (Metzingen), Toptalent Emily Bölk (Buxtehude), Ex-Mieze Shenia Minevskaya (Metzingen) oder Rückraumstar Xenia Smits (Metz) auf.

 

Am Modus hat sich seit 1999 nichts geändert. Samstags finden ab 11.30 Uhr im Eventum die Vorrundenspiele in zwei Gruppen statt. Diese Gruppen werden ausgelost, wenn das Teilnehmerfeld komplettiert ist. Nach einem Einlagespiel des RPS-Oberligisten und Turniergastgebers HSG Wittlich folgen am Sonntagmorgen die Halbfinals, Platzierungsspiele und um 17.30 Uhr das Finale.


"Mittlerweile fragen die Topmannschaften bei uns an, ob sie bei uns antreten dürfen, das zeigt den Stellenwert - gerade auch in Anbetracht der Tatsache, dass vergleichbare Turniere in den vergangenen Jahren aus finanziellen Gründen eingestellt werden mussten", sagt Weinand. Einer der wichtigsten Partner des Turniers ist seit 1999 Lotto Rheinland-Pfalz. Rund 200 Freiwillige werden im August wieder für einen reibungslosen Ablauf sorgen.


Weitere Informationen zum Turnier unter www.hsg-wittlich.de