Niederlage für Trierer Miezen gegen den TV Nellingen

(Trier) Sie träumten vom ersten DHB-Pokal-Viertelfinal-Einzug seit 2010, aber die Trierer Handball-Miezen leisteten sich an Allerheiligen zu viele Fehler, um den keineswegs übermächtigen Erstligisten TV Nellingen im Achtelfinale rauszukegeln.

 

01.11.2017 Björn Pazen

 

In einem Spiel auf ganz schwachem Niveau von beiden Seiten jubelten am Ende die Gäste vor rund 300 Zuschauern in der Arena über einen 35:25 (15:12)-Erfolg – der allerdings zu hoch ausfiel, weil die MJC in der Schlussphase die Waffen streckte. Auf Trierer Seite überzeugten wenn überhaupt die Torfrauen Melanie Eckelt und Yuko Minami sowie Kreisläuferin Angela Petrovska.
MJC-Trainer Andy Palm war enttäuscht: „In der ersten Halbzeit haben wir viel Druck gemacht, hinten raus haben uns die Kräfte gefehlt und wir haben nach dem Seitenwechsel zu viele Bälle verworfen. Zudem hatten wir viele Probleme in Überzahl.“
Schon in der Anfangsphase unterboten sich beide Mannschaften in der Anzahl ihrer Fehler – ein Klassenunterschied war nicht zu erkennen. Nur eine Spielerin zeigte in dieser Phase, warum Nellingen eine Liga höher spielt: Top-Torschützin Louisa Wolf, die von der MJC nicht zu stoppen war und die vor der Pause fünf ihrer sieben Treffer erzielt hatte.
Weil sich Trier nach dem 3:2 (der letzten Führung) noch mehr Fehlwürfe leistete als der Gegner, zogen die Schwaben Hornets auf 13:8 davon, sehr zur Freude der fünf lautstarken, aber nicht immer harmonisch agierenden Trommler. Die MJC zeigte sich nur wenig besser als beim 16:29 am Samstag in der Liga gegen Ketsch – aber es reichte, um sich bis 15 Sekunden vor der Pause wieder auf 12:14 heranzukämpfen. Dann ging die zweite Auszeit von Trainer Andy Palm nach hinten los: Statt mit dem letzten Angriff auf 13:14 verkürzen, verloren die Miezen den Ball, Nellingen bedankte sich mit dem 15:12.

Und nach der Pause war wie aus dem Nichts Szimonetta Gera, erzielte fünf der ersten sechs Nellinger Tore nach dem Wechsel zum 22:18. Auf der anderen Seite stemmten sich nur Linsey Houben und Petrovska gegen die Niederlage – zu wenig, um die Partie zu drehen. Im Mittelteil der zweiten Hälfte lief bei beiden Teams so gut wie gar nichts mehr zusammen. Nellingen konnte daher seinen Vorsprung verwalten – auch dank der Paraden der früheren MJC-Torfrau Anne Bocka, die nach der Pause insgesamt acht Würfe abwehrte. Schließlich war es wieder Gera, die mit dem 26:19 die Weichen endgültig auf Sieg stellte.

Trier hat nun über zwei Wochen Zeit, die Wunden zu lecken – und sich für den Abstiegskampf in der Liga einzustimmen. Am Sonntag, 19. November (16 Uhr) muss gegen den Drittletzten SG Kirchhof aber ein Heimsieg her, sonst wird es richtig ungemütlich.

Miezen im Pokal-Achtelfinale – Gästespielerin schwer verletzt

Die Trierer Handball-Miezen haben sich fürs Achtelfinale des DHB-Pokals qualifiziert. Doch der 24:19 (12:10)-Sieg über den Zweitligakonkurrenten SG Herrenberg wurde von einem schweren Unfall überschattet.

08.10.2017

 

Die Herrenbergerin Sulamith Klein war unglücklich beim Fallen vom Knie einer Mannschaftskameradin am Kopf getroffen worden. Klein blieb regungslos liegen. Der herbeigerufene Notarzt brachte die weiterhin bewegungslose Spielerin mit einer schweren Kopf- und Nackenverletzung in ein Krankenhaus. Die Partie war für die Behandlung für fast 30 Minuten unterbrochen. Der Zusammenprall geschah in der 48. Spielminute, zu diesem Zeitpunkt führten die Miezen mit 18:15. Beide Mannschaften standen danach sichtlich unter Schock. Trier schaffte es aber, die Führung nach Hause zu schaukeln und hatte drei Minuten vor dem Ende beim 22:18 die Partie entschieden.

 

In der ersten Hälfte war es vor allem Melanie Eckelt, die die Miezen konstant in Führung hielt. Mit neun ihrer insgesamt 13 Paraden war die Torfrau beste Mieze. Doch auch sie musste die letzten 15 Minuten von der Bank zuschauen, nachdem sie bei einem Siebenmeter von Kerstin Foth am Kopf getroffen worden war. Für Eckelt kam die Japanerin Yuko MInami ins MJC-Tor. Im Angriff taten sich die Trierierinnen lange Zeit schwer gegen die aggressive Herrenberger Deckung, vergaben allerdings auch viele freie Chancen. Nach ausgeglichenem Start setzte sich die MJC auf 10:7 (24.) ab, verpasste es aber, den Vorsprung deutlicher zu gestalten. Vor der Minuskulisse von weniger als 200 Zuschauern hieß es daher zum Seitenwechsel nur 12:10 für die Miezen – auch dank drei Treffern der erneut starken luxemburgischen Rechtsaußen Tina Welter, die am Endemit sechs Toren beste Werferin war.

Handball-Miezen müssen früh aus ihren Körbchen

Pokalspiel gegen Herrenberg am Sonntag um 13 Uhr.

07.10.2017

 

TRIER (BP) Heute früher ins Bett gehen, morgen reichlich, aber nicht zu spät frühstücken, und das Mittagessen nach hinten verschieben: So bereiten sich die Miezen auf ihr Pokalspiel zu ungewohnter Anwurfzeit vor. Am Sonntag um 13 Uhr geht es in der Arena für die Zweitliga-Handballerinnen gegen den Ligakonkurrenten aus Herrenberg um den Einzug ins Achtelfinale des DHB-Pokals. "Der Körper muss sich schon umstellen, wenn man zur Mittagszeit spielt, aber so große Probleme sehe ich darin nicht", sagt MJC-Trainer Andy Palm. Mehr Gedanken bereitet dem Belgier die Tatsache, dass in Andrea Czanik und Dora Simon-Varga zwei wichtige Spielerinnen angeschlagen sind. "Beide können spielen, aber die Frage ist, wie fit sie sind - und was wir riskieren können", sagt Palm, der zudem darauf hofft, dass sein Team die richtigen Lehren aus der Heimpremiere am vergangenen Sonntag (26:30 gegen Mainz) gezogen hat: Kompakter in der Deckung stehen, als Team zusammenwachsen und im Angriff effektiver werfen lauten die Stichworte für die Spielerinnen. "Es wird nicht einfach gegen Herrenberg. Wenn wir diese drei Punkte aber umsetzen, sollte es mit dem Achtelfinale klappen", ist sich Palm sicher.

 

Herrenberg war in der Vorsaison als einer der Mitfavoriten gestartet, dann aber eigentlich abgestiegen. Nur weil Leipzig keine Erstligalizenz erhielt und daher Rödertal aufrückte, blieben die Schwaben überhaupt in der zweiten Liga. Dort ist Herrenberg nun aber mit 6:2 Zählern punktgleich mit dem Zweiten. "Sie haben jetzt das Selbstvertrauen, das ihnen im Vorjahr fehlte. Vom Potenzial her war Herrenberg schon in der Vorsaison spitze", sagt Palm.
Der Trainer und seine Mannschaft werden am Sonntag nach ihrem Spiel noch in der Arena bleiben, um das erste Gladiators-Heimspiel der Saison gegen Hagen (Anwurf: 18 Uhr) zu beobachten. Wer eine Karte für das Basketball-Spiel hat, kann sich das Pokalspiel der Miezen für sieben Euro anschauen - und umgekehrt: beide Partien gibt es ab 15 Euro. Die MJC weist darauf hin, dass Dauerkarten und Gutscheine im Pokal nicht gültig sind - schließlich muss man die Einnahmen ja mit dem Gegner teilen. Zum letzten Mal in einem Pokal-Achtelfinale war Trier übrigens vor vier Jahren, da gab es eine Klatsche gegen den Thüringer HC.

Houben heizt ein, die Achterbahnfahrt endet glimpflich

 
Chancenlos im Pokal: Carla Schurich und die HSG Wittlich.
 
TV-Foto: Hans Krämer 
 

(Wittlich/Lintfort) Handball-DHB-Pokal: Miezen setzen sich nach Verlängerung beim TuS Lintfort durch, während die HSG Wittlich chancenlos gegen Beyeröhde ist.

04.09.2017 Björn Pazen

 

Wittlich/Lintfort Einmal weiter, einmal raus - so lautet die regionale Bilanz des Frauen-DHB-Pokals. Während Handball-Oberligist HSG Wittlich wie erwartet chancenlos gegen den Zweitligisten Beyeröhde war, setzten sich die Trierer Miezen glücklich nach Verlängerung beim klassentieferen TuS Lintfort durch.


TuS Lintfort - DJK/MJC Trier 33:34 (14:10, 27:27) nach Verlängerung Nach einer 70-minütigen Achterbahnfahrt haben die Miezen ihrem Trainer Andy Palm dessen Premiere mit einem Sieg versüßt. Elf Tore der überragenden Linsey Houben und eine enorme Steigerung nach 20 katastrophalen Minuten waren die Gründe für den Sieg, nach dem die Miezen nun in Runde 2 auf ein Duell mit einem Erstligisten hoffen können. Danach hatte es am Niederrhein anfangs aber nicht ausgesehen: Trier lag 1:7 hinten, kämpfte sich bis zur Pause auf 10:14 heran - und war ab dann auf Augenhöhe beim Zweitliga-Absteiger.

 

Nach vier Treffern in Folge gelang beim 18:18 der erste Ausgleich, aber trotz einer tollen Moral schaffte es die MJC einfach nicht, die Partie zu drehen. Erst 32 Sekunden vor dem Abpfiff gelang der überragenden Niederländerin Houben die erste Trierer Führung beim 27:26 - die Lintfort aber quasi mit dem Schlusspfiff noch egalisierte. Verlängerung!


Dort lag die MJC zweimal mit je einem Treffer Differenz vorne, ehe die Gastgeberinnen scheinbar die Partie entschieden hatten. Nach 66 Minuten hieß es 33:30 für Lintfort - und die Miezen waren in doppelter Unterzahl. Aber diese Zeitstrafen stachelten die Miezen an - Welter, Neuzugang Szabo und Houben glichen mit einem Dreifachschlag aus, und erneut Houben sorgte mit ihrem elften Treffer 18 Sekunden vor Schluss für den 34:33-Sieg und wahre Freudentänze. "Kämpferisch war das herausragend, aber am Feinschliff müssen wir noch intensiv arbeiten", sagte MJC-Vorstand Jürgen Brech.

 

DJK/MJC Trier: Eckelt, Minami - Petrovska (0), Sattler (1), Houben (11), Czanik (2), Tolic (5), Smitsa (0), Zrnec (0), Szabo (6/2), Simon-Varga (7), Welter (2)


HSG Wittlich - TV Beyeröhde 20:46 (8:22)

 

Nur 25 Stunden nach dem ersten Oberliga-Spiel (25:25) gegen Moselweiß stand die HSG Wittlich gegen den Zweitligisten aus Wuppertal erwartungsgemäß auf verlorenem Posten. Einmal, beim 2:1, lag die HSG vorne, dann bestimmte Beyeröhde die einseitige Partie. Wittlichs Trainer Thomas Feilen war mit der Angriffsleistung und 20 Treffern seines jungen Teams zufrieden, hätte aber gerne weniger als 46 Gegentore gesehen - vor allem weniger Gegenstöße. "Das Endergebnis spiegelt das Kräfteverhältnis wider. Wir haben unsere Kräfte gleichmäßig verteilt - und es war trotz der klaren Niederlage ein tolles Erlebnis für uns", sagte Feilen, der die Gäste in den höchsten Tönen lobte: "Eine tolle Mannschaft mit breitem Kader und einer sehr starken Physis." Sein Team kann sich nun wieder ganz auf den Liga-Alltag in der Oberliga konzentrieren.


HSG Wittlich:

Scharbillig, Diede - Schurich (3), Steffens (2), Keil (0), Ambros (1), Barthen (1), Ertz (2), Gassanov, Rolinger, Simonis (1/1), Lang (3), Schieke (3), Lukanowski (2), Schenk (1)

 

 

Handball-Pokal: Miezen auswärts, Wittlich zu Hause

(Trier/Wittlich) Trier/Wittlich (BP) Die Trierer Handball-Miezen starten fast schon traditionell mit einem Auswärtsspiel in den DHB-Pokal: Am 2. oder 3. September gastieren die Triererinnen beim Zweitliga-Absteiger TuS Lintfort am Niederrhein, es wird das Pflichtspiel-Debüt des neuen Trainers Andy Palm sein, der Mitte Juli das Training bei der MJC aufnimmt. Dagegen darf sich Rheinlandpokal-Sieger HSG Wittlich über ein Heimspiel in der ersten DHB-Pokalrunde freuen: Sie bekamen den Zweitligisten TV Beyeröhde aus Wuppertal zugelost.