Kaderlisten Handballverband Rheinland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geballter MJC-Nachwuchs: Zu den weiblichen Förderkadern des Handballverbands Rheinland gehören zurzeit Alexandra Günter, Malin Rensch, Hannah Lieser, Pauline Lebenstedt, Anna Awenda (oben von links), Clara Jurga, Hannah Müller, Leah Kreiselman, Nina Czanik und Lena Rinnenburger (unten von links). Rechts unten: Verbandstrainerin Esther Herrmann.

 

17. Dezember 2018 | 17:15 Uhr

Wem gelingt der große Wurf?

Trier/Wittlich. Nachwuchsarbeit ist hürdenreiche Kärrnerarbeit, wie ein Blick an die Basis im Verband Rheinland zeigt. Im weiblichen Bereich gibt es für die Region Trier aktuell erfreuliche Zahlen.

 

In der Jugend liegt die Zukunft. Das klingt nach einer Binsenweisheit. Und dennoch erweist sich etwa im Handball die Nachwuchsförderung keineswegs als Selbstläufer. Esther Herrmann kann ein Lied davon singen. Seit rund zehn Jahren – mit einer kürzeren Unterbrechung – ist sie als Stützpunkttrainerin im Handballverband Rheinland tätig, seit Frühjahr 2018 hat sie als Verbandstrainerin für den weiblichen Bereich zudem Entscheidungsgewalt an vorderer Stelle. „Wir sind auf eine enge Zusammenarbeit mit den Vereinen angewiesen. Das ist aber zuweilen ein Problem. Manche Vereine sehen in den beiden monatlichen Stützpunkt-Trainings eine Belastung und keine Förderung ihrer Spielerinnen“, berichtet Herrmann. Eine Schwierigkeit: Die Entfernungen im Verband sind aufgrund dessen Größe teilweise erheblich, um Spielerinnen zu den Auswahltrainings nach Trier beziehungsweise Wittlich zu fahren.

Aktuell sind Spielerinnen vornehmlich der Geburtsjahrgänge 2005 und 2006 in der Förderung des Verbands Rheinland. Die besten von ihnen können es in die Rheinland-Pfalz-Auswahl schaffen, von dort eröffnet sich den Top-Spielerinnen eventuell die Chance, in die Sichtung des Deutschen Handball-Bunds (DHB) zu kommen. Zuletzt ist dies Jennifer Souza von der HSG Wittlich gelungen, die inzwischen bei Bayer Leverkusen ihren ersten Bundesliga-Vertrag unterschrieben hat. Zudem habe der DHB aktuell ein Auge auf Lena Hoffmann aus der B-Jugend der DJK/MJC Trier geworfen, sagt Herrmann.

Von den derzeit knapp 30 Spielerinnen in den Förderjahrgängen 2005 und 2006 kommen rund die Hälfte aus Vereinen der Region Trier – laut Herrmann ist das seit längerem mal wieder eine auffallend starke Quote. Alleine elf Spielerinnen kommen aus der MJC, gefolgt von vier Talenten von der HSG Wittlich.  „Die Zahlen zeigen, dass Potenzial da ist. Die Öffentlichkeit muss sehen, dass etwas in der Jugend los ist“, sagt die 34-jährige Mutter eines eineinhalbjährigen Sohns, die an der Clara-Viebig-Realschule plus in Wittlich Mathe und Sport unterrichtet. Umso wichtiger wäre es, dass die Miezen als Leuchtturm den Klassenerhalt in der zweiten Liga schaffen.

Unabhängig davon plädiert Herrmann aber auch dafür, über Vereinsgrenzen hinwegzublicken. So spielen Wittlich und die MJC in den weiblichen B- und C-Jugend-Oberligen, hinken dem Feld dort aber hinterher. Herrmann: „Vielleicht müssen wir stärker als bisher darüber nachdenken, die Kräfte zu bündeln.“

 

Jacob Ullmann

(JH Mülheim-Urmitz) war mit 17 Toren der auffälligste Spieler der HVR-Auswahl in Vallendar.

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Abwehr drückt der Schuh

Es war eine Mischung aus Enttäuschung, Verwunderung und Fassungslosigkeit, die Rudi Engel in den Tagen nach dem Andreas-Hahn-Pokal auf dem Mallendarer Berg beschäftigte. Die männliche Auswahlmannschaft des Handballverbandes Rheinland hatte sich für das Turnier mit Spielen gegen Rheinhessen, die Pfalz und den Mittelrhein „mindestens zwei Siege" vorgenommen, die Realität verlief an diesem Tag mit drei Niederlagen jedoch anders. „Im Angriff haben wir unsere Sachen teilweise noch sauber herausgespielt, aber in der offensiven Abwehr waren wir vollkommen überfordert. Entweder haben wir die Situationen falsch eingeschätzt oder kamen zu spät", monierte der Verbandstrainer nach der 21:27-Niederlage. Da standen auch die gut parierenden Torhüter Hendrik Stromberg und Christopher Müller häufig auf verlorenem Posten.
Die erste Enttäuschung mussten die HVR-Talente gleich im ersten Spiel gegen Rheinhessen hinnehmen. Hatte man diesen Vergleich beim Laubersheimer-Pokal vor sieben Monaten noch geschlagen, so sah das Kräfteverhältnis diesmal anders aus. Zur Eingespieltheit der Rheinhessen trug natürlich auch die Tatsache bei, dass 10 von 13 Spielern für den TV Nieder-Olm spielen und sich durch die gemeinsamen Trainingseinheiten aus dem Effeff kennen.


Der Pfalz bot der Turniergastgeber besser Paroli (24:28). „Das war eine Partie auf Augenhöhe. Unsere schlechte Chancenverwertung hat den Unterschied gemacht", analysierte Engel. Nicht den Hauch einer Chance hatte seine Sieben gegen den HV Mittelrhein (15:36), der das Turnier in Vallendar dominierte. „Auch wenn wir die besten rheinländischen, rheinhessischen und pfälzischen Spieler in einer Mannschaft gehabt hätten, wären wir gegen Mittelrhein chancenlos gewesen", zog Engel den Hut vor der Stärke des Turniersiegers.


Auch wenn das Ergebnis aus rheinländischer Sicht ernüchternd ausfiel, erhielten immerhin sieben Spieler eine Einladung zum Lehrgang der Landesauswahl am Sonntag in Haßloch. Christopher Müller, Hendrik Stromberg, Jacob Ullmann (alle JH Mülheim-Urmitz), Tim Hemmerle (TS Bendorf), Moritz Reuter, Moritz Eis und Marvin Buch (alle TuS Weibern) können sich dort dann empfehlen. „Christopher Müller und Marvin Buch haben den Andreas-Hahn-Pokal genutzt, um sich in den Vordergrund zu spielen", hob Engel die beiden Gewinner des Tages hervor.


Tore für die Rheinland-Auswahl: Alt (2), Buch (7), Hemmerle (9), Ullmann (17), Schackmann (3), Wichmann (5), Schellen (3), Schwarzer (2), Krömer (2), Eis (5), Bauer (1), Reuter (1), Tippmann (4).

Die Mädchenmannschaft des HV Rheinland (grüne Trikots) musste in Moselweiß drei Niederlage quittieren.

 

 

 

 

 

Mädchen-Auswahl bezahlt Lehrgeld

Die rheinländische Handball-Verbandsauswahl der Mädchen musste beim Karin-Walther-Pokal in Moselweiß Lehrgeld bezahlen und belegte nach drei Niederlagen gegen Rheinhessen, die Pfalz und den ungeschlagenen Sieger vom Mittelrhein den vierten Platz. „Das Turnier hat uns viele Erkenntnisse beschert. Diese müssen sowohl die Spielerinnen, von denen jede ihre Einsatzzeiten erhielt, als auch wir Trainer verarbeiten und in Zukunft zur Verbesserung nutzen“, fasste HVR-Stützpunkttrainerin Michelle Sorger zusammen, die Verbandstrainerin Esther Herrmann auf der Bank vertrat.

 

Zum Auftakt musste sich das HVR-Team gegen Rheinhessen knapp mit 12:15 geschlagen geben. „Wir haben einfach nicht richtig ins Spiel gefunden. Auch wenn unsere Abwehr in der zweiten Hälfte besser gegen das Zwei-Kreisläufer-Spiel agierte, sind wir im Angriff nicht konsequent genug in die Lücken gegangen. Dennoch spielten wir die eine oder andere schöne Torgelegenheit heraus, konnten diese jedoch nicht verwerten“, fasste Michelle Sorger zusammen. Mit etwas mehr Glück hätte die Partie auch umgekehrt enden können, landeten doch fast alle Abpraller beim Gegner, der seine Führung von zwei, drei Toren nie aus der Hand gab.


Nachdem die Pfalz gegen die starke Mittelrhein-Auswahl verloren hatte, wollte es der Gastgeber gegen den Nachbarverband aus dem eigenen Bundesland besser machen und eine Schippe drauflegen. Das misslang. „Meiner Meinung nach war es unser schwächstes Spiel des Turniers. Wir hatten Probleme mit der Abstimmung in der Abwehr, und unsere Chancenverwertung ließ wieder mal zu wünschen übrig. Insgesamt hat die Einstellung einfach nicht gestimmt“, erklärte Sorger die deutliche 12:23-Niederlage.


Mit mehr Kampfgeist präsentierte man sich gegen die Mittelrhein-Auswahl. Es ging ein Ruck durch die Mannschaft und alle machten deutlich, dass man sich dem Favoriten nicht kampflos ergeben wollte. „Wir spielten uns zu Beginn wieder gute Torchancen heraus, die wir leider abermals nicht verwertet haben. Zudem ließen wir zu viele Tore aus dem Tempogegenstoß zu. Irgendwann war die Luft raus, trotzdem haben die Mädels mehr Wille gezeigt. Das hätte ich mir von Anfang an im Turnier gewünscht“, so Sorger nach der 8:30-Pleite.