Die Handball-WM 2019: Eine Zwischenbilanz

 

Handball ist ein Sport so deutsch wie Forelle blau: Nach Fußball begeistert er die meisten Fans in den hiesigen Landen und zieht Frauen wie Männer – als Spieler wie als Zuschauer – gleichermaßen an. Dennoch musste man zwölf lange Jahre warten, bis das Turnier aller Turniere – die Handball-Weltmeisterschaft – wieder hier ausgetragen wurde. Die Erwartungen waren hoch. Denn 2007, als der Wettkampf zuletzt in Deutschland gastierte, trugen die Gastgeber auch den Pokal mit nach Hause. Noch ist eine Anknüpfung an den damaligen Heimsieg nicht sicher. Dieser Artikel gewährt einen Überblick.

 

Guter Start gegen Korea

Im Gegensatz zu den Kollegen beim Fußball bedeutete das Match gegen Korea für die Deutschen nicht das K.O.: Sie gewannen mit 30:19 und legten damit einen soliden Auftritt am Eröffnungstag des Turniers hin. Dänemark spielte am gleichen Tag 39:16 gegen Chile und profilierte sich somit ebenso als ernst zu nehmende Force. Seit dem Anpfiff am 10.01. haben sich neben den Deutschen unter anderem folgende Mannschaften hervorgetan: Norwegen mit vier gewonnenen Spielen und häufig über vierzig Punkten, Dänemark mit ebenso viel Siegen und Spanien mit drei Siegen bis dato. Wer die besten Karten hat, ist also noch nicht ganz deutlich – mit ein Grund, warum Handball gerade interessantes Ziel für neue und alte Sportwettenanbieter ist. Gut möglich, dass sich vor allem die Quoten für das deutsche Team nach dem Match gegen Frankreich geändert haben …

 

Unentschieden in letzter Sekunde

… denn dieses lief besonders bitter ab. Mit Frankreich trafen die deutschen auf einen äußerst starken Gegner, gegen den sie richtig kämpfen mussten. Schließlich schienen sie allerdings in Führung zu sein. Die Euphorie auf dem Platz war beinahe spürbar, doch wie man so schön sagt: Man sollte sich nicht zu früh freuen. Die Enttäuschung kam diesmal in allerletzter Sekunde in Form von Timothey N’Guessan: Er lieferte den letzten Wurf des Spiels der Franzosen ab – und traf. Die Enttäuschung bei den Deutschen war groß. Schließlich hatten sie alles dabei gegeben, den amtierenden Weltmeister aus der Reserve zu locken und ihm schließlich mit zwei Punkten überlegen zu sein. „Wir hätten den Sieg verdient“, äußerte sich Uwe Gensheimer, der Kapitän der Mannschaft, nach dem Match. „Aber am Ende haben wir uns wieder nicht belohnt.“ Lob gab es trotzdem, und zwar vom Trainer höchstpersönlich. Der war trotz dem Patzer in der letzten Sekunde stolz auf sein Team. Der Ausgleich war zwar enttäuschend, dennoch muss das Unentschieden nicht dramatisiert werden: Die Chancen der deutschen Mannschaft stehen nach wie vor gut. Der Punktegewinn durch das Frankreich-Match sichert ihnen einen Platz in der Hauptrunde, von der aus sie sich weiter ins Finale kämpfen können.

 

Schauplatzwechsel zum Finale

Weiter geht’s mit der Meisterschaft zunächst einmal in Köln, wo die Teams der Gruppe A gegen die besten drei der Gruppe B antreten. Zum Finale gibt’s dann einen Schauplatzwechsel: Dieses wird Ende Januar in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ausgetragen. Wer dort auf dem Platz stehen wird, ist noch nicht entschieden – angesichts der Performance kann man aber jetzt schon sagen, dass Handball-Superkräfte aufeinandertreffen werden, die sich ein mitreißendes Finalspiel liefern.