Die Löwen scheinen unbezwingbar

Spätestens mit dem spektakulären Sieg über die Berliner Füchse, haben sich die Rhein Neckar Löwen zum großen Favoriten auf den Titel in der Bundesliga geworfen. Das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen deklassierte den bisherigen Tabellenersten. Der Coach ist auch ein wichtiger Baustein für den Erfolg der Mannheimer und teilte nun Spekulationen über einen vorzeitigen Abgang ein Ende. Auch Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson spielt eine überragende Saison und ist ein weiterer wichtiger Baustein im Clubgefüge. Neben den Füchsen aus Berlin, sind die SG Flensburg-Handewitt und der TSV Hannover Burgdorf die einzigen Mannschaften, die den Löwen in der Bundesliga nach derzeitigem Stand noch gefährlich werden könnten.

Kantersieg gegen Berlin

Silvio Heinevetter war fassungslos, als die Partie seiner Berliner Füchse gegen die Rhein Neckar Löwen vorbei war: „Man kann gegen die Löwen verlieren, dass wir aber so abgeschlachtet werden, ist eine heftige Nummer und extrem ernüchternd“, sagte der Nationaltorwart. Wie ihm ging es auch dem Rest der Mannschaft. Die Füchse lagen schon zur Pause mit neun Toren Vorsprung in Front, die 23:37 Niederlage bedeutete für die Füchse nicht nur den Verlust der Tabellenführung; vielmehr zeigte es den Berlinern ganz klar die Grenzen auf. Auch Füchse Trainer Velimir Petkovic war bedient: Er sprach vom Schlimmsten, was einer Mannschaft passieren könne. Doch auch wenn die Berliner bestimmt nicht ihren besten Tag hatten, von ungefähr kam die deutliche Niederlage nicht. Denn die Mannheimer zeigten ein taktisch absolut perfektes Spiel. Die Trefferquote im Angriff war überdurchschnittlich hoch und eine schöne Kombination folgte auf die nächste. Kein Wunder also, dass Wettanbieter die Mannheimer als heißeste Anwärter auf den Titel sehen. Die Löwen haben sich endgültig in die Favoritenrolle auf die Bundesliga Meisterschaft geworfen und auch Tickets für Löwen-Spiele sind derzeit heiß begehrt.

Ein Isländer als Erfolgsgarant

Ein Name wird immer wieder als maßgeblich für den Erfolg der Rhein Neckar Löwen genannt: Der des Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson. Der Isländer war nicht nur im Spiel gegen Berlin der überragende Mann, als ihm zehn Treffer gelangen. Auch beim Sieg gegen den HC Erlangen am Spieltag zuvor war er der Erfolgsgarant, auch wenn es zu Beginn nicht so aussah. Denn Sigurdsson vergab zunächst einige 100-prozentige Würfe und stand kurz davor ausgewechselt zu werden. Doch der Isländer bekam die Wechselabsichten seines Trainers offenbar mit und steigerte seine Performance. Mit elf Toren wurde er zum Mann es Spiels gewählt. Der 38-jährige ist vor allem für seine große Varianz bei den Würfen gefürchtet. Doch auch die Siegermentalität des von Sigurdsson beflügelt das ganze Team. Der Isländer hatte nach seinem Weggang von THW Kiel zwei Jahre beim FC Barcelona in der spanischen Liga gespielt, ehe er vergangenes Jahr zu den Löwen nach Mannheim wechselte. Der Isländer macht die starke Jugendarbeit in seiner Heimat für seine Leistungen und den allgemeinen Boom des isländischen Handballs verantwortlich. Eine Aufgabe, die der deutsche Handball nun auch mit immer mehr Erfolg in Angriff nimmt.

Jacobsen bleibt

Auch der Trainer der Rhein Neckar Löwen ist ein starker Faktor für den Erfolg: Nikolaj Jacobsen führt seine Truppe derzeit von einem Sieg zum nächsten. Nachdem Spekulationen über einen Abgang des Dänen lautgeworden waren, der parallel auch die dänische Nationalmannschaft trainiert, dementierte Jacobsen diese zuletzt klar und deutlich: „Ich bleibe zu 100 Prozent“, sagte er und beflügelte die Löwen mit dieser Aussage womöglich zusätzlich. So wird der Erfolgscoach den Löwen bis mindestens 2019 erhalten bleiben. Eher werde er die Verantwortung über die dänische Herrennationalmannschaft abgeben. Die dänische Frauen-Nationalmannschaft hatte unlängst für Tränen bei den Deutschen Damen gesorgt, als gegen die Skandinavier das Aus bei der WM im eigenen Land besiegelt wurde.

Kaum Konkurrenz in Sicht

Wie man letztendlich Meister wird, hat in der Rheinlandliga der Männer der TV Moselweiß vorgemacht. Die Mannen des Regionalligisten haben den Aufstieg in die Verbandsliga geschafft. Auf dem Weg zum Titel in der Bundesliga können neben den von den Löwen gedemütigten Berliner Füchsen noch die SG Flensburg-Handewitt ein Wörtchen mitreden. Die Norddeutschen sind nun der unmittelbare Verfolger der Mannheimer. Das Team um Holger Glandorf konnte zuletzt seine Defensive wieder etwas verbessern. Gegen Wetzlar gelang ein Sieg, das Derby gegen die THW Kiel ging allerdings vor einigen Wochen verloren. Die Kieler wiederum scheinen trotz des Derbysiegs keine wirkliche Gefahr für die Rhein Neckar Löwen darzustellen. Der ehemalige Serienmeister hat in dieser Spielzeit Mühe, den Anschluss an die Spitzenplätze nicht zu verlieren. Überraschend stark ist der TSV Hannover Burgdorf in dieser Saison. Doch nicht Wenige gehen davon aus, dass den Hannoveranern in der Rückrunde ein wenig die Puste ausgehen könnte. Derzeit spricht vieles dafür, dass die Löwen am Ende der Saison tatsächlich ganz oben stehen könnten.