14. April 2019 | 17:23 Uhr

 

Tränen, Trauer und viele Tore

 

 

Raus mit Applaus: Gabriella Szabo, Torfrau Melanie Eckelt, Dovile Ilciukaite und Linsey Houben bedanken sich bei den treuen Fans für die Unterstützung. Die Trierer Miezen stehen nach dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens als Absteiger aus der zweiten Liga fest. FOTO: TV / Hans Krämer

 

 

Große Emotionen bei den Trierer Miezen nach der 29:37-Niederlage gegen die SG Kirchhof.

Spiel eins nach dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens durch den DJK/MJC Sportmanagement e.V.: Nach der Schlusssirene spendieren die 235 Zuschauer den Trierer Miezen trotz der klaren 29:37-Niederlage (siehe nebenstehende Info zum Spiel) lange Applaus. Sie zeigen ein feines Gespür dafür, dass die Mannschaft von Trainerin Elena Vereschako im Zweitligaspiel gegen die SG Kirchhof alles gegeben hatte. Einige Spielerinnen hatten Tränen in den Augen, Melancholie machte sich angesichts des durch die Insolvenz feststehenden Abstiegs aus der zweiten Liga und der ungewissen Zukunft breit.

„Es tut einfach weh“, rang Andrea Czanik nach Worten. Sie spielt bereits seit 2012 bei den Miezen, hat in Trier Wurzeln geschlagen und trainiert auch eine Jugendmannschaft der DJK/MJC Trier. „Ich fühle mich hier wohl, habe auch immer gerne für unsere Zuschauer gespielt. Was jetzt kommt und wo mein Weg auch hinführt – ich weiß es noch nicht.“ Dass es der  Mannschaft trotz zuletzt ausbleibender Zahlungen vom Verein nicht an der Motivation mangelte, nötigt der 39-jährigen Slowakin „sehr großen Respekt“ ab.

„Einfach ein komisches Gefühl“ beschlich Rückraumspielerin Linsey Houben im Spiel eins nach dem gestellten Insolvenzantrag. Die sportliche Situation ist ausweglos. Nun gilt es bis Ende der Saison aus Sicht der Niederländerin, „für uns zu kämpfen und weiter zusammenzuhalten“. Kirchhof sei eine „richtig gute Mannschaft“, umso  bemerkenswerter fand es Houben, wie „wir gerade in der ersten Hälfte noch dagegenhalten konnten“.

Immerhin seien jetzt die Gehaltszahlungen für drei Monate gesichert, weil sie von der Agentur für Arbeit übernommen werden. Wie wichtig das ist, weiß Houben: „Einige von uns sind darauf angewiesen, weil es zumindest ein Teil dessen ist, was sie brauchen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.“

Die 32-jährige Rückraumspielerin Gabriella Szabo ist traurig über die aktuelle Entwiclung der Miezen. „Der Verein hat so eine lange Geschichte, aber vielleicht ist es auch gut, noch mal neu anzufangen.“ Der sportliche Zwangsabstieg nach der Insolvenz sei natürlich im Hinterkopf, „aber wenn wir spielen, spielen wir. Wir wollen noch mal gewinnen und kämpfen weiter.“ Die Spielerin mit ungarischen und rumänischen Wurzeln weiß schon, wie es für sie weitergehen wird, will es aber noch nicht der Öffentlichkeit verraten. „Meine Entscheidung stand schon vor dem Insolvenzverfahren fest.“

Für Torhüterin Melanie Eckelt ist es „eine schwierige Situation. Wir sind alle einfach nur traurig. Wir versuchen, alles zu geben, und stehen als Mannschaft zusammen. Wie ihre eigene Zukunft aussieht, dafür „ist es noch zu früh“, sagt die 32-Jährige. „Ich bin hier eigentlich verwurzelt, aber man muss erst mal sehen, wie es überhaupt weitergeht.“

Sehr emotional reagierte nach der Partie auch Linksaußen Hannah Sattler, eines der wenigen Eigengewächse, auf das die Miezen bei einem Neuaufbau vielleicht setzen könnten. „Die Information über das Insolvenzverfahren war ein Niederschlag für uns. Das ist ganz schwierig, aber wir alle versuchen weiter zu kämpfen“, sagte die 25-Jährige. „In den ersten 30 Minuten haben wir alles gegeben, danach wurde jeder Fehler mit einem Tempogegenstoß bestraft“, analysierte die vierfache Torschützin die Partie gegen Kirchhof. Wie es mit ihr persönlich weitergeht, darüber „habe ich noch keine Entscheidung getroffen. Aber ich muss mich mit der nächsten Saison befassen.“

Die Tränen standen nach der Partie auch der Miezen-Trainerin in den Augen. Elena Vereschako dankte in der Pressekonferenz den treuen Fans in der Arena: „Vielen Dank, dass ihr alle da seid. Das hat mich sehr gefreut.“ Die Weißrussin, die 1996 als Spielerin zu den Miezen wechselte und mit Trier 2000 den Bundesliga-Aufstieg und 2003 den Gewinn des Deutschen Meistertitels feierte, applaudierte den Zuschauern und versprach: „Wir haben noch zwei Heimspiele und wollen zumindest den vorletzten Platz verteidigen.“

Was die 46-Jährige über die aktuelle Situation der Miezen denkt und welche Gedanken sie sich über die Zukunft der Mannschaft und ihre eigene Perspektive macht, können Sie in der morgigen TV-Ausgabe lesen.

 

Miezen verlieren nach starker erster Halbzeit

 

(fan) Die Trierer Miezen, die nach ihrem Antrag auf Insolvenz als Absteiger aus der 2. Frauen-Handball-Bundesliga feststehen, haben sich am Samstagabend im Heimspiel gegen die SG Kirchhof teuer verkauft. Vor 235 Zuschauern in der Arena Trier unterlag die DJK/MJC Trier den schnellen und offensivstarken Gästen mit 29:37 (16:19). Insbesondere die Kirchhofer Toptorjägerin Diana Sabljak stellte die Trierer Defensive vor große Probleme. Sie erzielte 13 Treffer. Die Gäste gingen mit einer 19:16-Führung in die Kabine. Nach der Pause folgte die Vorentscheidung, als Kirchhof über 23:18 auf 27:19 (44.) davonzog. Miezen-Trainerin Elena Vereschako war  zufrieden: „In der ersten Halbzeit haben wir alles gegeben, wir haben in dieser Saison noch nie so schnell gespielt. Das war Wahnsinn! Wir versuchen, sportlich alles zu geben – wie es finanziell aussieht, liegt nicht in unserer Macht.“

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska (ab 43. Minute)  – Sattler (4), Houben (7), Czanik (3), Tolic (3/davon zwei Siebenmeter), Szabo (5), Zrnec (3), Ilciukaite (2), Simon-Varga (2)

Beste Werferinnen Kirchhof: Sabljak (13/davon drei Siebenmeter), Visser (7)

Schiedsrichter: Jan Lier/Manuel Lier

Zuschauer: 235

12. April 2019 | 13:11 Uhr

Zweite Frauen-Handball-Bundesliga

Trierer Miezen stellen Insolvenzantrag

 Die Spielerinnen des Frauen-Handball-Zweitligisten haben seit drei Monaten kein Geld mehr bekommen. Trier spielt die aktuelle Saison zu Ende, doch der Abstieg ist besiegelt. Einen Neuanfang wird es entweder in der 3. Liga oder der Oberliga geben.

Björn Pazen

 

Der DJK/MJC Sportmanagement e.V – Lizenznehmer der Trierer Miezen – hat beim Amtsgericht Trier einen Antrag auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren gestellt. Nach einer Prüfung durch das Gericht wurde diesem Antrag am Donnerstag stattgegeben, wie der Verein am Freitag mitteilte. Der vorläufige Insolvenzverwalter ist in Trier und auch im Sport kein Unbekannter. Es ist Thomas Schmidt, der unter anderem in gleicher Funktion das Insolvenzverfahren des Nürburgrings leitete

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„Seine Ziele sind die Sanierung und der langfristige Fortbestand der Trierer Miezen. Dafür wird er in den nächsten Wochen Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten führen“, heißt es in einer Mitteilung des DJK/MJC Sportmanagement e.V.. Der Verein DJK/MJC Trier (Mergener Hof) ist von dieser Insolvenz nicht betroffen, es handelt sich nur um den wirtschaftlichen Träger und Lizenznehmer des Bundesliga-Spielbetriebs.

In der Mitteilung, unterzeichnet von den Miezen-Vorständen Jürgen Brech und Christoph Steil, heißt es weiter: „Wir müssen in der aktuellen Situation verantwortlich handeln und mit diesem Schritt die Zukunftsfähigkeit der Trierer Miezen wiederherstellen. Sponsorenausfälle, Kürzungen durch langjährige Unterstützer sowie massive Einbußen bei den Zuschauereinnahmen lassen uns leider keinen Spielraum. Vorstand und Aufsichtsrat haben bis zum heutigen Tag alles erdenklich Mögliche versucht, um diese Entwicklung abzuwenden. Wir haben unseren Etat bereits vor dieser Saison drastisch gekürzt und auch während dieser Spielzeit weitere Einsparungen vorgenommen. Es trifft uns sehr, dass alle Maßnahmen und Bemühungen nicht zum gewünschten Ergebnis geführt haben.“

Wie geht es nun weiter? Die Spielerinnen und Trainerin erhalten nun für drei Monate Insolvenzgeld in der Höhe ihres Gehalts von der Agentur für Arbeit. „Wir spielen die Saison definitiv zu Ende“, sagt Steil. Fünf Spieltage stehen in der zweiten Liga noch auf dem Programm. Das erste dieser Abschiedsspiele ist am heutigen Samstag um 18 Uhr gegen die SG Kirchhof (siehe Extra). „Wir hoffen, dass die Fans die Mannschaft noch bis zum Saisonende unterstützen. Das haben sich die Spielerinnen verdient“, appelliert Brech an die Zuschauer.

Die Ligastatuten sehen für den Fall einer Insolvenz vor, dass der Verein automatisch keine Lizenz für die neue Saison erhält. Somit stehen die Miezen als nächster nicht-sportlicher Absteiger in die 3. Liga fest. Da diese Liga aber vom Deutschen Handballbund und nicht der Handball Bundesliga Vereinigung-Frauen organisiert wird, steht eine Bestätigung noch aus, ob die Miezen dort auch zugelassen werden.

„Unser Ziel ist es, den Verein zu konsolidieren, um einen unbelasteten Neustart in der 3. Liga oder sogar in der Oberliga angehen zu können“, heißt es dazu in der Mitteilung. Der aktuelle Vorstand und Aufsichtsrat werden beim Neustart an Bord blieben. „Wir danken all unseren Unterstützern und Fans und hoffen, dass die hohe Verantwortung und Wichtigkeit dieses schweren, aber notwendigen Schrittes Anerkennung findet“, heißt es in der Mitteilung.

Nach TV-Informationen haben die Spielerinnen in den vergangenen drei Monaten kein Geld mehr bekommen. Schon häufiger in den vergangenen Jahren war die MJC mit Zahlungen in Verzug, teilweise auch über mehrere Monate. Zum Beispiel 2011, als der damalige Trainer Thomas Happe kurz nach Weihnachten fristlos kündigte, weil er über mehrere Monate kein Geld erhalten hatte. Auch in der aktuellen Saison soll es schon im Herbst kurzfristig zu Problemen gekommen sein, diese konnten aber gelöst werden.

Am Montagabend informierte der Vorstand die Mannschaft über die prekäre Lage. Trainerin Elena Vereschako lobt das Verhalten der Spielerinnen, auch wenn sie vom 5. Januar bis vergangenen Samstag elf sieglose Spiele einstecken mussten und bis Samstag Tabellenletzter waren: „Auch wenn sie kein Geld bekommen haben, waren sie in jedem Training und haben auch in den Spielen immer gekämpft. Sie haben sich die Situation nicht anmerken lassen und haben alles gegeben.“

Von der Miezen-Insolvenz könnte also das aktuelle Schlusslicht Gedern/Nidda noch profitieren, allerdings nur, wenn sich keine drei Drittligisten finden, die aufsteigen wollen. Definitiv gerettet ist mit der Trierer Insolvenz der Drittletzte Werder Bremen, es wird im Höchstfall nur einen sportlichen Absteiger geben. Wie schon permanent in den vergangenen Jahren, ist die Zahl der Klubs, die wegen finanzieller Probleme oder nicht erhaltenen Lizenzen absteigen, deutlich höher als die Zahl der sportlichen Absteiger.

Die Miezen sind indes nicht der erste Trierer Großverein, der einen Insolvenzantrag stellt: Auch die Eintracht (1999) und die Basketballer (2011 als HERZOGtel, 2015 als TBB) waren schon insolvent.

 

06. April 2019 | 20:20 Uhr

Erster Erfolg seit elf Spielen

Handball-Miezen senden mit Zittersieg ein Lebenszeichen

. Es ist vollbracht: Zum ersten Mal seit dem 5. Januar haben die Trierer Handball-Miezen wiedergewonnen. Am Samstagabend hieß es in der Arena Trier 28:27 gegen den HC Rödertal

 

Von Björn Pazen

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Die Spielerinnen hüpften über Feld, Trainerin Elena Vereschako hatte Tränen in den Augen, die 220 Fans feierten die Mannschaft: Die Trierer Miezen haben im Abstiegskampf der 2. Frauenhandball-Bundesliga am Samstagabend ein Lebenszeichen gesetzt. Mit dem 28:27 (13:10) über den HC Rödertal feierte die MJC den ersten Sieg seit zehn Niederlagen und 1:21 Punkten in Folge.

„Das war ein richtig geiles Spiel“, meinte Kreisläuferin Andrea Czanik. „Endlich hat sich die Mannschaft wieder einmal belohnt, wir haben bis zum Schluss gekämpft“, ergänzte Vereschako: „Es sind noch fünf Spiele, da ist noch alles drin.“

Die Miezen lagen gegen den Bundesliga-Absteiger 60 Minuten lang in Führung, mussten aber bis zum Abpfiff zittern, weil die Sachsen am Ende noch einmal bedrohlich nahekamen. Erst als die starke Torfrau Melanie Eckel den finalen Wurf von Rödertals bester Werferin Jessica Jander (sieben Treffer) sechs Sekunden vor dem Ende abgewehrt hatte, stand der vierte Saisonsieg fest, mit dem die Triererinnen erstmals seit acht Wochen den letzten Platz verließen.

Stand heute muss die MJC Drittletzter werden, um die Klasse zu halten – möglicherweise reicht aber auch der vorletzte Platz, wenn aus der 3. Liga nur zwei Teams aufsteigen wollen.

Gegen Rödertal stand die MJC-Defensive sehr gut, dahinter wehrte Eckelt elf Würfe ab. Im Angriff setzten Linsey Houben (sechs Treffer trotz Platzwunde am Auge) sowie Dovile Ilciukaite und Maja Zrnec die Akzente, viele gute Aktionen hatte auch Hannah Sattler. Dieses Quartett steuerte 21 der 28 Trierer Treffer bei.

Beim 10:5 (21. Minute) hatte die MJC ein erstes Zeichen gesetzt, zur Halbzeit hätte der Vorsprung deutlicher als 13:10 sein können, weil einige gute Chancen vergeben wurden.Rödertal kam wie verwandelt aus der Kabine, vor allem viel aggressiver in der Abwehr. Beim 14:13 drohte die Partie erstmals zu kippen, danach setzte sich Trier aber wieder auf 21:17 (43.) ab.

Weil aber Angela Petrovska fehlte, Dora Simon-Varga angeschlagen war und Vesna Tolic nur bei einem Siebenmeter zum Einsatz kam (Vereschako: „Aus taktischen Gründen“), ging den verbliebenen sieben Miezen-Feldspielerinnen so langsam die Luft aus. 90 Sekunden vor dem Ende war der Vorsprung aufgebraucht. Rödertal hatte zum 27:27 ausgeglichen. Als Ilciukaite zum 28:27 traf, musste die MJC noch über eine Minute zittern, ehe der unbeschreibliche Jubel ausbrach.

„Wir werden bis zum Schluss alles geben, ob es zum Klassenerhalt reicht, müssen wir dann sehen“, sagte Miezen-Vorstand Jürgen Brech: „Aber dieser absolut verdiente Sieg sollte uns Auftrieb geben für die restlichen Saisonspiele.“ Am nächsten Samstag steht gegen Kirchhof bereits das nächste Heimspiel auf dem Programm.

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska (bei einem Siebenmeter) – Sattler (4), Ilciukaite (5), Houben (6/1), Czanik (3), Tolic (1/1), Szabo (4), Zrnec (5) – Beste Werferin Rödertal: Jander (7/3)

 

 

Miezen verlieren 22:31 in Ketsch

Ketsch/Trier. 30 Minuten Sonnenschein, und dann mehr als 20 Minuten heftigster Regen: So hätte das Miezen-Spiel am Sonntag beim Tabellenzweiten Kurpfalz-Bären aus Ketsch als Wetterbericht ausgesehen. Im Duell gegen die Ex-Mieze Katrin Schneider (heute Trainerin von Ketsch) hatte Trier 30 Minuten lang ganz stark aufgespielt (Halbzeitstand 12:14), dann folgte ein Einbruch – wie schon so häufig in dieser Saison.

 

Von Björn Pazen

 

Am Ende stand mit dem 22:31 die elfte Niederlage in Folge – und 20 Minuten, in denen den Miezen gerade noch zwei Tore gelangen.

„Ich kann mir das nicht erklären, was nach der wirklich starken ersten Hälfte passiert ist“, sagt Vereschako. Das 22:31 beim Spitzenteam, das in die erste Liga aufsteigen will, war nicht der einzige Rückschlag für die Miezen. Schon vor dem Anpfiff hatte sich die Ausgangslage der MJC weiter verschlechtert, denn der Rückstand des Schlusslichts auf den rettenden drittletzten Platz war auf sieben Punkte angewachsen, nachdem Werder Bremen gegen Nürtingen gewonnen hatte.

Dennoch schafften es die Triererinnen vor allem dank der Niederländerin Linsey Houben, die trotz einer Platzwunde am Kopf sechs ihrer neun Tore vor dem Seitenwechsel erzielte, die erste Hälfte halbwegs ausgeglichen zu bestreiten. Aber dann: Nach gerade einmal elf Minuten nahm Vereschako ihre Auszeit, da war es um ihr Team beim 13:21 aber schon geschehen. Die Schwächeperiode dauerte noch bis zum 14:25 an, eine 2:11-Serie setzte den Miezen heftig zu. „Wir hatten keine Kraft mehr, zudem war auch noch Andrea Czanik angeschlagen“, sagte die MJC-Trainerin. Sechs Spiele stehen noch an, die nächste MJC-Partie ist am Samstag zu Hause gegen Rödertal. Aber so langsam muss man sich im Miezen-Lager mit dem Abstieg in die dritte Liga abfinden.

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska – Sattler (2), Ilciukaite (5), Houben (9/3), Czanik (1), Tolic (2), Szabo (2), Zrnec (1), Simon-Varga – Beste Werferin Ketsch: Eckhard (5)

 

28. März 2019 | 19:45 Uhr

 

„Keiner blickt mehr über seinen Tellerrand“

 Vor dem Spiel in Ketsch sieht Miezen-Trainerin Vereschako die Entwicklung des regionalen Frauenhandballs mit Sorge.

 

Wie tief sinkt der regionale Frauenhandball, sollten die Miezen in die 3. Bundesliga absteigen? Das ist für MJC-Trainerin Elena Ve­reschako vor dem Duell beim designierten Erstligisten Kurpfalz-Bären aus Ketsch am Sonntag (Anwurf 16 Uhr) wichtiger als die scheinbar aussichtlose Partie selber. In der Hoch-Zeit der Miezen vor rund zehn Jahren war Elena Vereschako die Trainerin der 2. Miezen-Mannschaft, gespickt mit vielen Talenten aus der Großregion, die es später bis in die Bundesliga schafften – wie Caroline Thomas oder Kate Schneider, die heute gerade dabei ist, den nächsten Miezen-Gegner als Trainerin in die 1. Liga zu führen. Zudem war Vereschako für den DHB-Stützpunkt Trier, den es schon lange nicht mehr gibt, und die Landesauswahl zuständig. Sie kennt sich also aus in der Region, im Handballverband Rheinland und in Rheinland-Pfalz.

„Wir sind im regionalen Frauenhandball doch alle am Abgrund angekommen, sieht man einmal von FSV Mainz 05 ab, der vom Geld des Fußballvereins profitiert“, sagt die Miezen-Trainerin, die vor allem ein Problem ausgemacht hat: „Es gibt keine Zusammenarbeit mehr unter den Verein. Jeder Club, der ein Talent hat, ist doch nicht bereit, diese Spielerin abzugeben, statt ihr zum Beispiel die Chance zu geben, sich bei uns in der 2. Liga zu entwickeln. Kein Verein ist in der Lage, mal über den Tellerrand zu schauen. So lässt sich das Niveau nirgendwo steigern, die Situation ist überall schwierig.“

Als Vergleich führt Vereschako die Kurpfalz-Bären an: „Ich drücke meiner ehemaligen Spielerin Kate Schneider absolut die Daumen, dass es mit dem Aufstieg klappt. Sie arbeitet in einem tollen Verein mit einem professionellen Umfeld, der es schafft, trotz starker Konkurrenz zum Beispiel aus dem Stuttgarter Raum, viele Talente zu binden. Davor ziehe ich den Hut.“ Allerdings geht Vereschako davon aus, dass sich Ketsch in der Bundesliga nur halten könne, wenn man einige erfahrene Spielerinnen dazu verpflichtet: „Nur Talente reichen da nicht.“

Während Ketsch als einer von drei Vereinen – neben Mainz und Waiblingen – auch eine Erstligalizenz beantragt hat und aktuell Tabellenzweiter hinter Rosengarten ist, stehen die Miezen nach zuletzt zehn Niederlagen in Folge immer noch am Tabellenende. Weil Erstligist Nellingen nur für die 3. Liga meldet, würde schon der drittletzte Platz reichen, um die 2. Liga zu halten. Doch auf Bremen hat Trier bereits fünf Punkte Rückstand. Sollte das Gerücht stimmen, dass ein Zweitligist überlegt, freiwillig in die 3. Liga zu gehen, wäre es möglicherweise schon der vorletzte Platz. „Aber an solchen Gerüchten beteilige ich mich nicht“, sagt Vereschako. Viel wichtiger ist ihr, dass ihre Mannschaft die Saison nicht ohne weitere Siege beendet: „Wir waren zuletzt immer nahe dran, aber es fehlte uns immer an Disziplin und Qualität.“

Dass es ausgerechnet in Ketsch mit einem Sieg klappt? Selbst das sieht die MJC-Trainerin nicht unrealistisch: „Im Hinspiel haben uns zehn schwache Minuten um den Sieg gebracht, und die letzten vier Punkte hat Ketsch ausgerechnet zu Hause abgegeben.“

Die Miezen können fast in Bestbesetzung in die Kurpfalz reisen, einzig die mazedonische Kreisläuferin Angela Petrovska fehlt auch nach zweiwöchiger Spielpause weiterhin mit einem Muskelfaserriss in der Wade.

DJK/MJC Trier (Kader): Eckelt, Baranowska - Sattler, Zrnec, Tolic, Szabo, Czanik, Simon-Varga, Ilciukaite, Houben

 

6. März 2019

War’s das? Miezen verspielen den Sieg, Konkurrenz punktet

 

 

 

 

Die Hoffnungen der Trierer Miezen auf den Klassenerhalt in der 2. Frauenhandball-Bundesliga sind am Samstag auf ein Minimum gesunken. Während die direkten Abstiegskonkurrenten gewannen, gaben die Miezen beim 27:30 gegen Berlin wieder einmal einen Sieg aus der Hand.

 

Hannah Sattler kämpfte mit den Tränen, Andrea Czanik wurde von einem Mitglied des Fanklubs getröstet, Trainerin Elena Vereschako saß geschockt auf der Bank, wollte nur noch allein sein – die Gesichter der Trierer Handball-Miezen am Samstagabend in der Arena sprachen Bände. Nach einer katastrophalen ersten Hälfte gegen die Füchse Berlin (11:17) hatten sich die Trierer Handballerinnen herangekämpft, glichen dank toller Paraden von Torfrau Melanie Eckelt in der Schlussphase beim 27:27 aus – und kassierten dann aber die drei letzten Treffer zum 27:30-Endstand.

Als sie dann auch noch von den Ergebnissen der Konkurrenz erfuhren, war der Schock noch größer: Durch die zeitgleichen Siege von Lintfort (25:24 im Kellerduell gegen Bremen) und Zwickau (28:25 bei Bundesliga-Absteiger Rödertal), die jetzt beide 17 Zähler auf dem Konto haben, beträgt der Rückstand der Miezen auf den rettenden viertletzten Platz bereits neun Punkte. Bei nur noch sieben ausstehenden Partien ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt somit nur noch mathematischer Natur.

„Das ist alles unglaublich, ich bin geschockt“, war die erste Reaktion von Vereschako: „Ich glaube, das war es jetzt.“ Wieder einmal hatte die Trainerin taktisch alles versucht, wie so oft in der Saison waren es am Ende wieder eine Vielzahl von einfachsten Fehlern, die die Miezen um die Früchte des Erfolgs brachten. „Wir haben glücklich gewonnen“, gestand Gästetrainer Goncalo Neta da Silva

„In der zweiten Hälfte haben wir gezeigt, was wir können, aber wieder hat es nicht gereicht“, sagte Vereschako, die sauer über die hohe Fehlerquote von einigen Leistungsträgerinnen war: „Ich hatte in der Vorbereitung viele Details erläutert, hatte Spielzüge genau angesagt – und dann wurden die Bälle einfach weggeworfen.“

Zudem war die Mannschaft noch geschockt von zwei Verletzungen im Abschlusstraining am Freitag: Kreisläuferin Angela Petrovska hatte sich eine Knieverletzung zugezogen, kam am Samstag auf Krücken in die Arena, kurz darauf zog sich der mittrainierende Physiotherapeut Taro Hazeyama einen Achillessehnenabriss zu. „Es kommt alles zusammen“, sagt Vereschako.

Beide Mannschaften starteten nervös und mit vielen Fehlern. Doch während sich Berlin dank der Treffer der überragenden Anna Blödorn schnell fing, kamen die Miezen überhaupt nicht in Tritt. Im Angriff häuften sich die Ballverluste, und in der Abwehr ließ die MJC die Gäste aus der Hauptstadt gewähren, stand viel zu weit von den Gegenspielerinnen entfernt. Zudem bekam Torfrau Melanie Eckelt zunächst überhaupt keinen Ball zu fassen, wurde nach 17 Minuten durch Aleksandra Baranowska ersetzt. Später war Eckelt dann aber der Turm in der Schlacht.

Berlin setzte sich von 7:7 auf 12:7 ab, beim 13:8 nahm Vereschako ihre erste Auszeit, doch auch die verpuffte. Trier gab sich auf, zur Pause war der so dringend benötigte Erfolg beim 11:17 schon außer Reichweite. Beim 16:22 (36.) sah es nach einer Trierer Klatsche aus, doch dann kämpften sich die Miezen vor 305 Zuschauern zurück ins Spiel. Zehn Minuten vor dem Ende hieß es 24:25, dann wehrte Eckelt zwei Siebenmeter ab, Trier hatte Berlin im Griff, ließ sich die Partie dann aber in den letzten drei Minuten noch einmal entreißen - die zehnte Niederlage in Folge.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt – Sattler, Braun, Ilciukaite (2), Houben (7/3), Czanik (3), Tolic (6/1), Szabo (2), Zrnec (2), Simon-Varga (5) – Beste Werferinnen Berlin: Blödorn (9/2), Magg (7)

 

 

09. März 2019 | 21:21 Uhr

 

Miezen verlieren entscheidendes Kellerduell in Bremen

Die Trierer Miezen taumeln ungebremst der 3. Frauen-Handball-Bundesliga entgegen: Die Mannschaft von Elena Vereschako verlor am Samstagabend auch das Vier-Punkte-Spiel beim Zweitliga-Drittletzten Werder Bremen mit 27:29 (11:15).

 

Die Aufholjagd des Schlusslichts kam zu spät, der Rückstand auf den rettenden viertletzten Platz beträgt acht Spieltag vor Schluss jetzt schon sieben Punkte.

Nicht einmal das überraschende Comeback der Ex-Nationalspielerin Franzi Garcia-Almendaris konnte den Miezen im Abstiegskampf helfen. Das 27:29 in Bremen war die neunte Niederlage in Folge – und weil Sachsen Zwickau 25:24 gegen Kirchhof gewann, liegen die Sachsen mit 15:29 Punkten als Viertletzter bereits sieben Zähler vor der MJC (8:36). Bremen hat als Drittletzter nun fünf Punkte Vorsprung auf die Miezen.

 

Beim 2:5 nach nur neun Minuten hatte Miezen-Trainerin Elena Vereschako bereits ihre erste Auszeit genommen. Die Triererinnen spielten danach zwar besser, näher als auf zwei Treffer kamen sie aber nie mehr heran. Mit zwei Toren kurz vor der Pause setzte sich Bremen zum Seitenwechsel auf 15:11 ab.

Mitte der zweiten Hälfte durften die Miezen nach einem Doppelschlag von Vesna Tolic zum 16:19 noch auf die Wende hoffen, aber dann versetzte Werder der MJC den K.o.: Binnen sechs Minuten setzte sich Bremen auf 25:19 ab.

Trier gab sich zwar bis zum Schluss nicht auf, aber die Aufholjagd kam zu spät, mehr als die beiden letzten Treffer von Tolic (mit zehn Toren beste MJC-Werferin vor Linsey Houben/7) waren nicht mehr drin.

Das 27:29 ist ein erneuter Rückschlag im Abstiegskampf für die MJC, die im nächsten Spiel am kommenden Samstag in der Arena Trier auf die Füchse aus Berlin trifft. Im Endeffekt hätten die beiden von Tolic und Houben verworfenen Siebenmeter zumindest zu einem Punkt gereicht.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt – Garcia-Almendaris, Petrovska, Sattler, Ilciukaite, Houben (7/6), Czanik (3), Tolic (10/3), Szabo (2), Zrnec (3), Varga (2) – Beste Werferin Bremen: Neßlage (7/1)

 

02. März 2019 | 17:07 Uhr

Miezen geben wieder einmal ein Spiel aus der Hand

Die Trierer Handball-Miezen taumeln immer mehr dem Abstieg entgegen: Der Tabellenletzte der 2. Frauen-Bundesliga gab zum wiederholten Mal ein Spiel aus der Hand. Am Samstagmittag riss nach einer 13:9-Führung gegen den VfL Waiblingen der Faden, am Ende stand eine völlig unnötige 22:25-Niederlage.

 

Von Björn Pazen

 

Gegen wen wollen die Miezen noch gewinnen? Am Samstagmittag war die DJK/MJC Trier gegen einen über lange Zeit ganz schwachen VfL Waiblingen für 45 Minuten die klar bessere Mannschaft, dennoch stand am Ende mit dem 22:25 die siebte Niederlage in Folge.

„Uns hat die Cleverness gefehlt, und wir haben wieder einmal erfahren müssen, dass ein Spiel 60 Minuten dauert. Wieder einmal haben uns zehn schwarze Minuten um die möglichen Punkte gebracht“, sagte die sichtlich enttäuschte Trainerin Elena Vereschako, die nach der Partie ihre Spielerinnen reihum trösten musste.

Die von Vereschako angedrohten „disziplinarischen Maßnahmen“ (der TV berichtete) fanden indes nicht statt, auf Bitte der Mannschaft musste keine Spielerin auf der Tribüne Platz nehmen. Da aber dreifache Unterstützung aus der spielfreien zweiten Mannschaft – Nele Greinert, Hannah Braun und überraschend Katrin Irsch – an Bord war, kam es erstmals in dieser Saison zur Tatsache, dass die MJC mehr Spielerinnen als der Gegner auf dem Spielberichtsbogen eingetragen hatte. Und so war der Tabellenletzte vor der Pause zumindest ebenbürtig mit dem Sechsten der 2. Liga, wenn nicht sogar besser.

Dank einer starken Torfrau Melanie Eckelt (neun Paraden in Hälfte eins, 14 insgesamt) sowie den deutlich verbesserten Dovile Ilciukaite und Dora Simon-Varga glich Trier beim 4:4 aus, ging dann sogar mehrfach in Führung – unter anderem durch einen Eckelt-Treffer ins leere Waiblinger Tor. Beim 10:7 (26.) betrug der Vorsprung erstmals drei Treffer, zur Pause hieß es immer noch 10:8, je drei Treffer gingen bis dahin auf das Konto von Ilciukaite und Simon-Varga

Die 260 Fans in der Arena staunten dann nicht schlecht, als die MJC auch nach dem Seitenwechsel die gleiche Konsequenz in der Abwehr und Effektivität im Angriff an den Tag legte und sich bis Minute 36 auf 13:9 absetzte – und danach sogar die Chance zu einer frühzeitigen Entscheidung hatten.

Bis zum 15:12 änderte sich nichts, aber dann: Waiblingen erzielt in fünf Minuten fünf Treffer in Folge, Trier leistet sich einen Fehler nach dem anderen, wird nervös und unkonzentriert. Ballverluste, hektische Abschlüsse, technische Fehler – und da war die Partie den zuvor souveränen Miezen aus der Hand geglitten, auch weil Linsey Houben nach der dritten Zeitstrafe in der 48. Minute Rot erhielt. „Sie hat uns in der Schlussphase in der Abwehr gefehlt“, sagte Vereschako.

Waiblingen nutzte jeden dieser Ballgewinne konsequent durch Gegenstoßtreffer aus, setzte sich zum Abschluss einer 11:3-Serie innerhalb von 18 Minuten auf 20:16 ab. Immerhin gaben sich die Triererinnen nicht auf, kämpften sich auf 19:21 heran, aber die Aufholjagd kam wieder einmal zu spät. Da konnten nicht einmal die insgesamt neun Tore der überragenden Simon-Varga etwas dran ändern. Zudem rächten sich die beiden bereits zu Beginn verworfenen Siebenmeter.

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska – Greinert, Petrovska, Sattler, Braun (1), Ilciukaite (3), Irsch (1), Houben (1), Czanik, Tolic (1/1), Szabo (4), Zrnec (1), Simon-Varga (9) –

 

Beste Werferin Waiblingen: Hagen (5)

 

27. Februar 2019 | 10:34 Uhr

Miezen beantragen Lizenz für 2. und 3. Liga

TRIER/DORTMUND (BP) Die Trierer Miezen haben fristgerecht zum 28. Februar ihre Lizenz-Unterlagen für die kommenden Saison der 2. Frauen-Handball-Bundesliga beim Ligaverband HBF eingereicht. „Auch wenn wir aktuell Tabellenletzter sind, haben wir den Kampf natürlich noch nicht aufgegeben.

 

Wir werden sportlich alles versuchen“, sagte Vorstand Jürgen Brech dem TV. Derzeit liegen die Miezen vier Punkte hinter dem rettenden vierletzten Platz, zehn Spiele stehen noch an. Nachdem in den vergangenen Jahren häufig Zweitligisten keine Lizenz erhielten oder nicht einmal beantragt hatten oder Drittligisten nicht aufsteigen wollten, sieht es aktuell nicht nach einem „Klassenerhalt am grünen Tisch“ aus. „Auf solche Sachen darf man sich nie verlassen“, sagt Brech. Die MJC hat daher natürlich auch eine Lizenz für die 3. Liga gestellt. Am Karnevalssamstag ist um 15 Uhr in der Arena gegen Waiblingen die nächste Chance der Miezen auf Punkte. Dabei setzt der MJC-Vorstand auch auf den Faktor Unterstützung: „Ich kann verstehen, wenn die Fans unzufrieden mit unseren Leistungen der vergangenen Wochen sind, aber gerade jetzt brauchen wir die Zuschauer, wenn man Tophandball in Trier auch für die Zukunft erhalten will.“

 

24. Februar 2019  

Aufholjagd nicht belohnt: Trierer Miezen verlieren knapp gegen Herrenberg

 

Aus dem „Muss-Sieg“ gegen eine nicht überzeugende Mannschaft der SG Herrenberg ist nichts geworden: Die Trierer Miezen unterlagen am Samstagabend trotz einer dramatischen Aufholjagd in der zweiten Halbzeit den „KuTis“ mit 23:24 (8:10).

 

Von Stefan Strohm

 

Damit bleibt das Team von Trainerin Elena Vereschako Tabellenschlusslicht der 2. Frauen-Handball-Bundesliga. Stark spielte Triers Torhüterin Aleksandra Baranowska, die die Miezen mit zehn Paraden in der ersten Halbzeit im Spiel hielt. Dafür fehlte einmal mehr im Angriff die Entschlossenheit und Durchschlagskraft: Insbesondere Vesna Tolic, aber auch Gabriella Szabo und Linsey Houben scheiterten immer wieder an Monika Lide im Herrenberger Tor.

Zudem mussten die Miezen auf die erkrankte Dovile Ilciukaite verzichten, dafür standen mit Hannah Braun und Viviane Steil zwei Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft im Kader. Trainerin Vereschako reagierte und brachte in der zweiten Halbzeit zunächst Steil und dann auch die erst 18-jährige Braun zum Einsatz. Sie animierten die Miezen, die zwischenzeitlich mit 9:14 (38.) zurücklagen, zu einer furiosen Aufholjagd: Drei Minuten vor dem Ende traf Maja Zrnec zum 23:23!

Doch am Ende jubelten die Gäste durch den siebten Treffer ihrer Toptorschützin Lea Neubrander zum 24:23-Erfolg. Gabriella Szabo hatte vier Sekunden vor dem Ende den Ausgleich in der Hand, warf aber über das Tor.

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska – Petrovska (0), Sattler (0), Houben (7/davon drei Siebenmeter), Czanik (4), Tolic (0), Szabo (3), Zrnec (4), Simon-Varga (3), Braun (1), Steil (1)

Beste Werferinnen Herrenberg: Neubrander (7/1), Foth (7/5)

Zuschauer: 220

Schiedsrichter: Christian Hannes/David Hannes

3.02.2019 08:02 Uhr - 2. Bundesliga - PM Trier

Miezen gegen Herrenberg unter Druck - Zrnec wieder dabei

 

 

Maja Zrnec
Quelle: DJK/MJC

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu bejubeln gab es in den letzten Wochen für die DJK/MJC Trier in der 2. Frauenhandball-Bundesliga wenig. Ins Jahr 2019 starteten die Miezen mit einem Sieg und einem Remis, kassierten danach aber vier Niederlagen in Serie. Da fast alle Mitkonkurrenten im Kampf gegen den Abstieg mehr Punkte sammeln konnten, rutschte das Team ans Tabellenende. Damit ist der Druck auf die Miezen vor dem Spiel gegen die SG H2Ku Herrenberg, Anpfiff um 18 Uhr in der Arena Trier, gewachsen.

 

"Wir kennen den Ernst der Lage", sagt Trainerin Elena Vereschako, "aber wir sind weit davon entfernt, die Flinte vorzeitig ins Korn zu werfen. Gegen Herrenberg wollen wir gewinnen - und ich sehe auch eine gute Chance, dieses Vorhaben umzusetzen."

Der Optimismus kommt nicht von ungefähr. Im Hinspiel war die MJC lange auf Siegkurs, musste sich am Ende aber nach einigen unglücklichen Aktionen mit einem 26:26 zufrieden geben. Unter anderem sah Maja Zrnec in diesem Spiel die Rote Karte - jene Maja Zrnec, die nach einer längeren Verletzungspause gegen die "Kuties" wieder auflaufen kann, "auch wenn sie sicherlich noch nicht bei 100 Prozent ist" (Vereschako).

Als größte Stärken bei den Gästen sieht der Miezencoach "den Kampfgeist und die mannschaftliche Geschlossenheit", obwohl im Kader von Trainer Mike Leibssle auch einige herausragende Zweitliga-Spielerinnen stehen. Allen voran die erst 19-jährige Lea
Neubrander.


Die Kapitänin der U-20-Nationalmannschaft traf in dieser Saison bereits 152 Mal ins Schwarze (Schnitt 8 Tore) und liegt damit auf Platz 3 in der Liste der besten Torjägerinnen der Liga. Eine der besten Rechtsaußen der 2. Bundesliga ist Lisa Gebhard, die im Schnitt 4,6 Tore erzielt. Für eine Außenspielerin ein exzellenter Wert. Neben diesem Duo müssen die Miezen auch noch Sandra Kußmaul (Rückraum) und Carolin Tuc (Kreis) besondere Aufmerksamkeit schenken.

Angesichts der Qualität des Gegners, der sich trotz eines Punktverlusts am Grünen Tisch mit 16:20-Punkten auf den neunten Platz nach vorne gearbeitet hat, ist Vereschako davon überzeugt, den Gästen nur dann Paroli bieten zu können, "wenn auch wir geschlossen auftreten und großen Kampfgeist zeigen." Darüber hinaus können und sollen die Fans zum möglicherweise entscheidenden Faktor werden. Wenn dies alles eintrifft, dann muss "nur noch" Neubrander gestoppt werden.

 

 

16. Februar 2019

Miezen zeigen trotz klarer Niederlage Moral

Die Trierer Miezen haben die erwartete Niederlage beim TV Beyeröhde in Wuppertal kassiert. Der Tabellenletzte der 2. Frauen-Handball-Bundesliga unterlag beim Tabellendritten am Samstagabend mit 25:33 (12:19), zeigte aber nach der Pause Moral.

 

Die ersatzgeschwächten Miezen, die ohne Maja Zrnec (Oberschenkelprellung) antreten mussten, starteten vor allem in der Abwehr bärenstark, führten sensationell mit 7:4, aber dann: Trier erzielte acht Minuten lang keinen Treffer, Beyeröhde gab Gas und legte eine 7:0-Serie zum 11:7 hin und hatte die Partie fortan völlig unter Kontrolle. Bis zur Pause setzten sich die Gastgeber vorentscheidend auf 19:12, beim 23:13 nach 36 Minuten war der Trierer Rückstand erstmals zweistellig - und es deutete sich eine Klatsche an.

Doch die MJC, bei der Hannah Sattler, Melanie Eckelt und Angela Petrovska angeschlagen oder krank ins Spiel gegangen waren, zeigte Kampfgeist und stemmte sich gegen eine noch deutlichere Niederlage. In dieser Phase waren es vor allem die Tore von Gabriella Szabo, die die Miezen wieder heranbrachten. Mit sieben Treffern war die Rumänin am Ende beste Trierer Werferin vor Dora Simona-Varga (fünf Tore). Der Sieg von Beyeröhde, das nun punktgleich mit dem Tabellenzweiten aus Ketsch ist, war aber zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Da der TuS Lintfort sich ein Remis in Zwickau erkämpfte, beträgt der Rückstand der Miezen auf den rettenden viertletzten Platz nun drei Punkte. Am kommenden Samstag (18 Uhr) empfangen die Triererinnen in der Arena den Tabellenachten aus Herrenberg.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt - Petrovska (2), Sattler, Ilciukaite (3), Houben (4/1), Czanik (1), Tolic (3), Szabo (7), Simon-Varga (5) - Beste Werferinnen Beyeröhde: Fabisch (8/4), Knippert (7)

 

15. Februar 2019 | 17:22 Uhr

Trierer Miezen: Außenseiter unter der Schwebebahn

Die MJC gastiert nach bescheidener Trainingswoche beim Tabellendritten Beyeröhde in Wuppertal.

Von Björn Pazen

 

Die Ausgangslage ist alles andere als ideal: Nur ein Sieg aus den vergangenen drei Heimspielen, darunter zuletzt eine vermeidbare Niederlage gegen Zwickau, dazu einige Spielerinnen krank, angeschlagen oder im Prüfungsstress, so dass erst gegen Ende der Woche ein normaler Trainingsbetrieb starten konnte. So scheint die Außenseiterrolle der Trierer Handball-Miezen am heutigen Samstag (18.45 Uhr) beim Tabellendritten TV Beyeröhde in Wuppertal noch größer geworden zu sein.

Denn die Gastgeberinnen haben neben der individuellen Klasse im Gegensatz zu den Miezen ein breites Potenzial an Spielerinnen, Der TVB bildet als „Farmteam“ von Bayer Leverkusen junge Talente aus. Er hat aber auch Routiniers, die zuvor in Leverkusen spielten, wie die Ex-Triererin Natalie Adeberg, die derzeit aber verletzt ist. Adeberg ist mit 90 Treffern aktuell beste Werferin in einer sehr ausgeglichen besetzten Mannschaft, die zwei Punkte hinter Tabellenführer Rosengarten und Verfolger Ketsch liegt, wohl aber nicht in die 1. Liga aufsteigen will. 8:28 Zählern auf Trierer Seite stehen 28:8 bei Beyeröhde gegenüber.

 „Die Stärke von Beyeröhde liegt ganz klar im Rückraum, da müssen wir zupacken“, sagt Miezen-Trainer Elena Vereschako, die vor allem vor Johanna Heldmann und der Luisa Knippert warnt. „Beyeröhde macht zwar viele Fehler, aber auch viele Tore“, sagt Vereschako, die die Chancen auf eine Überraschung eher als gering betrachtet.

Nach ihrer Oberschenkelprellung steht Maja Zrnec bei der MJC wieder im Kader, dafür waren diese Woche beide Torfrauen (Melanie Eckelt und Alexsandra Baranowska) angeschlagen, Angie Petrovska ist erkältet und Hannah Sattler musste einige Uni-Prüfungen absolvieren. Wichtigste Lehre beim Tabellenletzten nach der 21:25-Niederlage gegen Zwickau: „Wir müssen mehr Zug zum Tor aufbauen, mehr Präsenz zeigen  - und alles geht nur über den Willen“, sagt Vereschako.

DJK/MJC Trier (Kader): Eckelt (?), Baranowska – Sattler, Zrnec, Tolic, Szabo, Petrovska (?), Czanik, Simon-Varga, Ilciukaite, Houben

 

10. Februar 2019 |

Miezen nach 21:25 gegen Zwickau Tabellenletzter

 

 

Zu wenig Druck im Angriff, zu viele vergebene Chancen: Triererinnen verlieren das nächste Kellerduell.

 

Sie waren den Tränen nahe, als sie das Feld verließen. Sie waren ratlos, sie waren enttäuscht, denn sie hatten gerade zwei wichtige Punkte im Anstiegskampf der 2. Frauen-Handball-Bundesliga verschenkt. Dafür hatten die Trierer Miezen am Sonntagnachmittag nach dem 21:25 (8:10) gegen Sachsen Zwickau die Gewissheit: Wenn sich nichts ändert, spielt der einstige deutsche Meister in der kommenden Saison nur noch drittklassig.

„Zwickau war keine Übermannschaft“, sagte MJC-Vorstandsmitglied Christoph Steil. „Aus unserem Rückraum kommt zu wenig Druck“, ergänzte Vorstandskollege Jürgen Brech. Ebenso korrekt. „Mit so vielen vergebenen Chancen kannst du nicht gewinnen“, sagt Trainerin Elena Vereschako. Der Druck auf ihre Mannschaft war am Samstag noch größer geworden, denn durch den Sieg des bisherigen Schlusslichts Gedern/Nidda gegen Waiblingen waren die Miezen auf den letzten Platz abgerutscht.

Und mit dieser Situation kamen die Spielerinnen nicht klar, die Miezen wirkten kopflos, verkrampft, oder, wie es Linsey Houben treffend meinte: „Uns fehlt eine Spielerin, die uns führt.“ Houben ging am Sonntag voran, erzielte zehn Tore, davon vier Siebenmeter. Aber vom Rest der Mannschaft kam zu wenig. Weder Vesna Tolic oder Gabriella Szabo setzten Akzente, noch die Litauerin Dovile Ilciukaite. Die wirkte eher wie ein Fremdkörper, ihr  Talent, das in der Vorrunde mehrfach aufblitzte, ist verblasst. Zudem fehlte in Maja Zrnec eine Spielerin wegen einer Oberschenkelprellung, die an guten Tagen Struktur ins Spiel bringen kann.

Zwei Zeiträume sind exemplarisch für die vermeidbare Niederlage: Nach zwei Houben-Toren zum 2:0 blieben die Miezen über zehn Minuten ohne Tor, leisteten sich je vier Fehlwürfe oder Ballverluste. Statt mit Sicherheit weiterzuspielen, verzettelten sich die Miezen, lagen 3:9 hinten, auch weil sie überhaupt keinen Druck auf die Gäste-Abwehr ausübten. Weil aber auch Zwickau nicht überragend spielte, schaffte die MJC wieder den Anschluss, glich gleich nach der Pause beim 10:10 aus – und hatte es in der Hand, die Partie zu kippen. Aber wieder stand Trier sich selbst im Weg, während Zwickau in Jenny Choinowski und Petra Nagy (beide sechs Tore) über Spielerinnen verfügte, die eine Partie alleine und mit Willen und Tordrang entscheiden können.

Zweites Beispiel, warum es nichts mit dem Sieg wurde, war die 51. Minute: Beim 19:21 hatten die Miezen drei Angriffe – die Ausbeute: ein technischer Fehler, ein Lattentreffer und ein Wurf ins Fangnetz. Nach sechs erfolglosen Angriffen in Serie war die Partie dann entschieden. Houbens Erkenntnis: „Wir haben es nicht geschafft, das Spiel zu drehen. Mehr kann ich nicht sagen. Da ist nur noch Enttäuschung.“ Das einzig Gute an diesem tristen Nachmittag: Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt weiter nur zwei Punkte.

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska – Petrovska, Sattler (2), Ilcuikiate, Houben (10/4), Czanik (2), Tolic (2), Szabo (3), Simon-Varga (2) – Beste Werferinnen Zwickau: Choinoski, Nagy (je 6)

 

02. Februar 2019 | 16:55 Uhr

Miezen-Desaster vor Minus-Kulisse

Nach der mit Abstand schwächsten Saisonleistung bleiben die Trierer Handball-Miezen Vorletzter in der 2. Bundesliga. Der Tabellenzweite aus Buchholz/Rosengarten musste sich vor nur 200 Zuschauern in der Arena Trier nicht groß anstrengen, um 32:18 (16:8) zu gewinnen. Maja Zrnec musste verletzt ins Krankennhaus.

 

Emotionslos, ideenlos und erfolglos – anders kann man die Leistung der Trierer Miezen am Samstagmittag gegen die Nordheide-Luchse aus Buchholz und Rosengarten nicht beschreiben. Den 200 Zuschauern hätte man eigentlich das Eintrittsgeld zurückerstatten müssen, denn sie hatten die MJC bis zum Schluss nach vorne getrommelt und -geklatscht. „Wenn unsere Spielerin solchen Einsatz gezeigt hätten wie die Fans, wäre das Spiel anders gelaufen“, sagte auch Miezen-Trainerin Elena Vereschako nach dem blamablen 18:32 (8:16).

Die ersten 15 Minuten der Partie waren so ziemlich das Schlechteste, was man von den Trierer Miezen in den vergangenen Jahren gesehen hat. Uninspiriert und durchsichtig im Angriff, in der Abwehr fast ohne Gegenwehr. Gäste-Torfrau Katharina Filter hatte nach 15 Minuten bereits zehn Trierer Würfe abgewehrt, wobei die U20-Nationalspielerin allerdings auch einige Mal nicht viel machen musste, um an die Bälle zu kommen. Es dauerte genau 9:35 Minuten, ehe Hannah Sattler das erste MJC-Tor gelang, da standen für Rosengarten schon sechs zu Buche, und nach 14 Minuten hieß es 1:9.

Gleich zu Beginn musste die MJC aber einen Schock hinnehmen, denn die Slowenin Maja Zrnec verletzte sich am Fuß, musste ins Krankenhaus. „Sie ist schwer verletzt, was es genau ist, können wir noch nicht sagen“, meinte Vereschako gleich nach Abpfiff.

Zum Glück für die Miezen hatten die Gäste die Partie nach dem 9:1 weitgehend abgehakt und spielten nicht mehr so konzentriert und motiviert, so dass die Triererinnen zumindest noch ein bisschen näher herankamen. Mehr als sieben Feldtore und ein 8:16 sprangen zur Pause aber nicht heraus – was der MJC angesichts der Leistung sogar noch schmeichelte. „Wir haben 17 Mal vor der Pause verworfen, so kannst du gegen keinen Gegner gewinnen“, sagte Vereschako.

Es dauerte bis zur 48. Minute und dem 12:27, ehe der MJC das zehnte Feldtor gelang. In der Schlussphase hämmerte Gabriella Szabo mit Wut und Verzweiflung einige sehenswerte Würfe ins Netz und Torfrau Aleksandra Baranowska wehrte einige Bälle ab – insgesamt war die Leistung der Miezen aber alles andere als Zweitliga-tauglich. „Die Mannschaft muss lernen, dass man bis zum Schluss kämpfen muss und nicht einfach den Kopf hängen lässt“, war die Trainerin ziemlich sauer über die MJC-Leistung.

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska – Petrovska (1), Sattler (1), Ilcuikaite (1), Houben (4/1), Czanik (1), Tolic (1/1), Szabo (6), Zrnec, Simon-Varga (3)

 

Beste Werferin Buchholz/Rosengarten: Land, Kadenbach (je 5)

 

| 17:53 Uhr

2. Frauen-Handball-Bundesliga

Handball: Miezen verlieren Rheinland-Pfalz-Derby gegen Mainz mit 22:27 (8:9)

Trier . Die Trierer Miezen haben gegen den Tabellenvierten 1. FSV Mainz 05 eine Überraschung verpasst:

 

Von Stefan Strohm

Die Mannschaft von Trainerin Elena Vereschako unterlag vor knapp 450 Zuschauern am Sonntagnachmittag in der Trierer Arena den Mainzer „Dynamites“ mit 22:27 (8:9). Vor allem in der ersten Halbzeit, als die Miezen nach 19 Minuten mit 5:3 führten, war deutlich mehr drin. Kurz nach der Pause entschieden die Mainzerinnen die Partie für sich, als sie innerhalb von gut drei Minuten von 14:12 auf 18:12 davonzogen. Die Miezen bleiben mit 8:24 Punkten weiterhin Tabellenvorletzter der 2. Frauen-Handball-Bundesliga.

DJK/MJC Trier: Eckelt, Kraemer (n.e.) – Petrovska, Sattler (n.e.), Ilciukaite (5/davon 5 Siebenmeter), Houben (3/1), Czanik (3), Tolic, Szabo (5), Zrnec (4), Simon-Varga (2)

Beste Werferinnen Mainz: Soffel (9), Golla (8)

Zuschauer: 433

Schiedsrichter: Jan Lier/Manuel Lier

25. Januar 2019 | 18:32 Uhr

Frauen-Handball

Trierer Miezen vor dem Heimspiel gegen Mainz: Starker Rückhalt und großes Vorbild in puncto Einstellung

 Miezen-Trainerin Vereschako baut im Tor auf Melanie Eckelt. Am Sonntag kommt es vor dem WM-Finale zum Rheinland-Pfalz-Derby gegen Mainz.

 

Von Stefan Strohm

 

Dienstreise nach Canberra – das hat was! Wie bitte schön hat es denn Melanie Eckelt in der vergangenen Woche nach Australien verschlagen? „Ich war dort bei einem Kongress und habe einen Vortrag über eine Studie zur körperlichen Aktivität von Kindern in Luxemburg gehalten“, erzählt die 32-jährige Miezen-Torhüterin am Telefon. „Meli“ macht gerade ihren Doktortitel an der Universität in Luxemburg, und im Rahmen ihrer Arbeit kommt sie weit in der Welt herum: Im Dezember war sie in der Türkei, in diesem Jahr sind noch Reisen nach New York und Verona geplant. „Aber erst nach der Saison“, ergänzt sie schmunzelnd.

Am vergangenen Wochenende nahm sie große Reisestrapazen in Kauf, um ihrer Mannschaft in der 2. Frauen-Handball-Bundesliga im Kampf gegen den Abstieg zu helfen. Und einen Temperaturunterschied von fast 50 (!) Grad Celsius: In Canberra waren es im australischen Sommer 45 Grad, nach einem 24-stündigen Flug von Sydney nach Hamburg landete sie bei minus vier Grad. „Es ging, beim Spiel am Samstagabend habe ich eher den Flug gespürt. Nach der Rückreise mit dem Bus von Harrislee nach Trier war ich am Sonntag aber recht platt“. Die Heimfahrten – gerade nach einer Niederlage wie dem 26:34 beim Aufsteiger – sind anstrengend, „aber das sind wir ja ein bisschen gewohnt“.

Genau diese Einstellung gefällt ihrer Trainerin Elena Vereschako an Melanie Eckelt: „Anfangs der Saison war sie die Nummer zwei für mich. Sie hat durch ihren Fleiß und ihre Einstellung Aleksandra Baranowska verdrängt und sich ihren Platz im Tor erkämpft. Nach 24 Stunden Flugzeit muss sie nicht spielen, das zeigt ihre Einstellung. Sie ist ein Vorbild für die anderen – man muss mehr investieren, um sein Ziel zu erreichen.“ Zudem zeigt Eckelt wie in Harrislee gute Leistungen und ist laut Vereschako „eine sehr zuverlässige und verantwortungsvolle Spielerin“, die trotz ihres interessanten Jobs noch nie im Training gefehlt habe. Ausgezahlt in Punkten hat sich der enorme Einsatz von Eckelt am vergangenen Wochenende nicht – das soll sich nun am Sonntag um 16 Uhr zum Rückrundenauftakt im Heimspiel gegen den Tabellenvierten 1. FSV Mainz 05 ändern. „Bislang haben wir noch nicht den richtigen Schalter gefunden. Phasenweise spielen wir richtig gut zusammen, aber dann machen wir viele individuelle Fehler. In der Hinrunde hatten wir zudem etwas Pech und haben viele knappe Niederlagen kassiert“, blickt Eckelt auf die erste Saisonhälfte zurück.

Gegen die laut Vereschako „sehr junge und dynamische Mainzer Mannschaft mit viel Potenzial“ sieht die MJC-Trainerin ihr Team als Außenseiter – fraglich ist der Einsatz von Baranowska, die krankheitsbedingt zwei Tage nicht trainieren konnte. „Alle Spielerinnen plus die Bank müssen um jedes Tor kämpfen, dann gelingt uns vielleicht eine Überraschung. Die Erfahrung und die Qualität dazu haben wir“, ist Vereschako überzeugt. Eckelt, die seit 2015 im Miezen-Trikot spielt und eigentlich immer gegen den Abstieg kämpfte, sieht im Gegner des ersten von drei Heimspielen in Folge – nach Mainz kommen der Tabellenzweite Rosengarten und dann der Abstiegskonkurrent BSV Sachsen-Zwickau in die Arena – einen kleinen Vorteil: „Wir können befreit aufspielen. Wichtig ist wie wir spielen, damit wir uns Selbstvertrauen für die ganz wichtigen Spiele holen.“

Der Abstieg ist für die Miezen-Torfrau trotz des derzeit vorletzten Tabellenplatzes noch „kein Thema. Die Liga ist in dieser Saison sehr ausgeglichen, alle Mannschaften liegen sehr eng zusammen. Ich weiß, was wir können – wir müssen es nur mal für 60 Minuten auf die Platte bringen.“ Trotz der noch mageren Punkt­ausbeute von 8:22 Zählern sei die Stimmung innerhalb der Mannschaft gut. „Ich finde, wir haben uns unter Elena super weiterentwickelt, auch wenn man es an den Punkten nicht so sieht. Sie hat selber einfach schon alles erlebt und kann uns viel mitgeben“, sagt Eckelt. Und dennoch sind die Mainzerinnen, die das Hinspiel klar mit 35:21 gewonnen hatten, für die 32-Jährige „der klare Favorit. Aber wir sind eine andere Mannschaft als im ersten Saisonspiel, als wir nur eine kurze Vorbereitung hatten. Es wird auf jeden Fall enger – ob wir für eine Überraschung gut sind, wird sich am Sonntag zeigen.“

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska (?), Huj­ben  – Petrovska, Sattler, Ilciukaite, Houben, Czanik, Tolic, Szabo, Zrnec, Simon-Varga

 

23. Januar 2019 | 18:29 Uhr

Kopfschütteln wegen Miezen-Termin

 

Kostet der WM-Finaltag den Trierer Miezen Zuschauer? MJC-Vorstand Jürgen Brech hofft das nicht und bewirbt das Public Viewing in der Arena.
 

Trier. Wenn bei der Männer-WM am Sonntag die Entscheidungen fallen, trägt die DJK/MJC Trier ihr Heimspiel gegen Mainz 05 aus. Ein Unding für Funktionär Herbert Schuhmacher. MJC-Vorstand Jürgen Brech will das Beste aus der Situation machen und verweist auf ein Public Viewing.

 

Von Mirko Blahak

 

Die Handball-Weltmeisterschaft der Männer elektrisiert die Massen. Zehn Millionen Fans fiebern in Deutschland vor dem Fernseher mit. Und in den Amateurvereinen ist das Turnier ein großes Gesprächsthema.

Der Showdown folgt am Sonntag, wenn das Spiel um Platz drei (14.30 Uhr) und das Finale (17.30 Uhr) angepfiffen werden. Fest steht: In einer der beiden Partien ist Deutschland mit dabei.

Und dann das: Mittendrin – um 16 Uhr – absolvieren die Trierer Zweitliga-Handballerinnen der DJK/MJC Trier ihr Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 in der Arena Trier. Die MJC hat sich laut Vorstandsmitglied Jürgen Brech um eine Verlegung der Partie auf Samstagabend bemüht. „Das hat aber nicht funktioniert, da Mainz mit seiner zweiten Mannschaft am Samstag in Thüringen spielt“, berichtet Brech auf TV-Anfrage.

Nicht nur die Miezen müssen am WM-Finaltag ran – für Sonntagnachmittag sind darüber hinaus drei weitere Partien  in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen angesetzt. Für den Trierer Herbert Schuhmacher, Vizepräsident Spieltechnik im Handballverband Rheinland, ist das ein Unding: „Unabhängig davon, wie weit die deutsche Mannschaft kommt, finde ich es fragwürdig, am Finaltag der WM in manchen Spielklassen Partien anzusetzen. Damit werden viele treue Handball-Fans vor eine Gewissensfrage gestellt. Es ist bedauerlich, dass der Deutsche Handball-Bund mit den Liga-Verbänden nicht generell ein Spielverbot für den kommenden Sonntag erteilt hat – auch aus Respekt und Anerkennung gegenüber den WM-Organisatoren.“

Im Handballverband Rheinland werden am späteren Sonntagnachmittag keine Partien ausgetragen – laut Schuhmacher ist diese Regelung bereits im Mai vergangenen Jahres getroffen worden. Anders die Lage bei der  Handball Bundesliga Frauen (HBF), dem Zusammenschluss der am Spielbetrieb der ersten und zweiten Bundesliga teilnehmenden Vereine. Dort sieht der Rahmenterminplan für den Finalsonntag der Männer-WM keine generelle Spielpause vor. Gleichwohl sagt Nadine Schulte von der HBF auf TV-Anfrage: „Die Vereine der ersten und zweiten Frauen-Bundesliga werden auf den Mitgliederversammlungen im Sommer immer darauf aufmerksam gemacht, wann die großen internationalen Turniere von Männern und Frauen im Verlauf der Saison stattfinden und dass diese bei der Festlegung der Spielzeiten gegebenenfalls berücksichtigt werden sollten.“

Mit Blick aufs Miezen-Spiel am Sonntag ist dieser Plan nicht aufgegangen. Müssen sich die MJC-Fans  jetzt zwischen ihrem Lieblings-Team und den deutschen Handball-Männern entscheiden?

„Nein!“, sagt Miezen-Vorstand Brech. Grund: In der Arena Trier werden das WM-Spiel um Platz drei und das Finale übertragen. Brech: „Zeitlich ist das alles zwar ein bisschen knapp. Dank des Public Viewings können sich unsere Fans aber  einen schönen Sonntagnachmittag in der Arena machen – mit der Männer-WM und dem Spiel der Miezen.“

 

| 20:05 Uhr
 
Miezen verlieren Kellerduell im hohen Norden

 

HARRISLEE. Nach drei Punkten aus den vergangenen beiden Spielen gegen Abstiegskonkurrenten haben die Trierer Handball-Miezen am Samstagabend das dritte Kellerduell verloren. Beim TSV Nord Harrislee an der dänischen Grenze gab es eine deutliche 26:34 (15:17)-Niederlage.

Rückschlag beim Zweitliga-Aufsteiger: Während die Norddeutschen  aus Harrislee mit nun 14:16 Punkten fast schon einen Haken hinter den Abstiegskampf machen können, haben es die Trierer Handball-Miezen nicht geschafft, den Rückstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen zu verkürzen. Mit 8:22 Zählern bleibt die MJC auf dem vorletzten Platz.

 

35 Minuten waren die Miezen auf Augenhöhe, hatten vor der Pause sogar kurz geführt, dann setzten sich die Gastgeber Tor um Tor ab. Die MJC schaffte es nicht, die überragende Jana-Lotta Woch zu stoppen, die 14 Treffer für Harrislee erzielte. Beste Trierer Werferinnen waren Vesna Tolic (7) und Dovile Ilciukaite (6).

Die Miezen drehten Mitte der ersten Hälfte einen 5:9-Rückstand in ein 11:11-Remis und lagen beim 14:12 sogar einmal mit zwei Treffern in Führung. Da die Gastgeber bis zur Pause aber eine 5:1-Serie hinlegten, hieß es nach 30 Minuten 15:17 aus Trierer Sicht. Bis zum 18:20 blieben sie auf Schlagdistanz. Danach hatte Harrislee die Partie im Griff und spätestens beim 29:23 auch entschieden.

 

Am kommenden Sonntag (27. Januar, 16 Uhr, Arena Trier) starten die Miezen mit dem Rheinland-Pfalz-Derby gegen Mainz in die Rückrunde.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt, Huijben – Petrovska, Sattler, Ilciukaite (6), Houben (5/5), Czanik (2), Tolic (7), Szabo (3), Zrnec, Simon-Varga (3) – Beste Werferin Harrislee: Woch (14)

11. Januar 2019 | 23:00 Uhr

Miezen spielen im Kellerduell nur remis

 (fan) Befreiungsschlag verpasst: Die Trierer Zweitliga-Handballerinnen spielten am Freitagabend in der Arena nach einem wahren Krimi 25:25 (12:12) im Heimspiel gegen den Aufsteiger HSG Gedern/Nidda.

 

Von Stefan Strohm

 

Eine 25:23-Führung kurz vor Schluss reichte nicht zum Sieg gegen das Tabellenschlusslicht aus Hessen. Die Miezen bleiben damit Tabellenvorletzter (8:20 Punkte) vor der HSG Gedern/Nidda (7:21).

Vor 420 Zuschauern zeigten beide Teams im Anti-Abstiegsgipfel viele Nerven. Nach 16 Minuten stand es erst 4:4 – zahlreiche Fehlversuche und Abspielfehler waren für die schwache Torausbeute verantwortlich. Bei den Miezen bissen die angeschlagenen Vesna Tolic mit dick bandagiertem Knie und Dora Varga auf die Zähne. Erfolgreichste Werferin der Triererinnen war Dovile Ilciukaite mit sechs Toren.

Bei den Gästen aus Hessen war die Toptorjägerin Kristin Amos (neun Treffer) kaum zu stoppen.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Huijben (n.e.) – Brunner (n.e.), Petrovska, Sattler (1), Ilciukaite (6/davon zwei Siebenmeter), Houben (5/1), Czanki (3), Tolic (4), Szabo (1), Zrnec (2), Varga (3)

 

 

Das nächste „Vier-Punkte-Spiel“ für die Miezen: Anti-Abstiegsgipfel gegen Gedern/Nidda

In einem richtungweisenden Spiel im Kampf gegen den Abstieg trifft Frauenhandball-Zweiligist DJK/MJC Trier am Freitag (19.30 Uhr, Arena Trier) im Kellerduell auf die HSG Gedern/Nidda. Erst am vergangenen Spieltag übergaben die Miezen mit dem Sieg in Lintfort die Rote Laterne an den Aufsteiger, der nun mit einem Punkt Rückstand auf dem letzten Tabellenplatz liegt.

 

Im 14. Saisonspiel treten die Miezen erst zum fünften Mal zu Hause an. Ein Fakt, der die Hoffnungen auf eine Aufholjagd in der Rückrunde nährt und das entscheidende Plus im Kampf gegen den Abstieg werden soll. Der erste Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Rückrunde soll gegen die Hessinnen gegangen werden. Dazu bedarf es nach Überzeugung von Trainerin Elena Vereschako „einer Teamleistung wie in Lintfort und der lautstarken Unterstützung unserer Fans“.


Allerdings plagen die Miezen vor dem „Anti-Abstiegsgipfel“ Personalsorgen. Torfrau Melanie Eckelt, die sich gerade beim Sieg in Lintfort als großer Rückhalt erwies, steht in den nächsten zwei Wochen aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung. Ob Vesna Tolic eingesetzt werden kann, ist noch offen – die Rückraumspielerin klagt seit dem letzten Spiel über Knieschmerzen. Dagegen besteht berechtigte Hoffnung, dass die an einer Erkältung laborierende Dora Simon-Varga bis zum Spieltag wieder fit wird.


„Wir müssen es nehmen, wie es kommt“, sagt Vereschako, „ändern können wir es ohnehin nicht. Wir bereiten uns konzentriert auf den kommenden Gegner vor und werden der Mannschaft einen klaren taktischen Plan an die Hand geben, der uns den nächsten Sieg bescheren soll.“


Besonderes Augenmerk werden die Miezen dabei sicherlich auf Kristin Amos richten. Der Turm im Rückraum der Gäste überragt mit einer Größe von 186 cm Gegen- und Mitspielerin deutlich und hat diesen Vorteil bisher zu 87 Saisontoren genutzt – Platz 4 in der Torjägerinnen-Tabelle.


Sie wird oft effektiv von Kirsten Schindler in Szene gesetzt, die immerhin auch schon 50 Treffer erzielt hat und darüber hinaus aber auch eine effektive Zuspielerin für Leonie Nowak am Kreis ist. Am vergangenen Wochenende unterlag der Neuling nur deshalb in Kirchhof mit 23:29, weil man das überragende Duo Sabljak/Visser nicht in den Griff bekam, die gemeinsam 21 Tore markierten.


DJK/MJC Trier (Kader): Aleksandra Baranowska – Angela Petrovska, Hannah Sattler, Lindsey Houben, Andrea Czanik, Vesna Tolic (?), Dovile Ilciukaite, Gabriella Szabo, Maja Zrnec, Dora Simon-Varga (?)

 

05. Januar 2019 | 20:19 Uhr

 

Trierer Miezen feiern ersten Auswärtssieg der Saison

Die Trierer Handball-Miezen haben im Abstiegskampf der 2. Frauen-Bundesliga ein wichtiges Lebenszeichen gesetzt. Dank einer mannschaftlichen Glanzleistung feierte die MJC am Samstagabend mit dem 27:26 (15:11) beim Konkurrenten TuS Lintfort den ersten Auswärtssieg der Saison.

 

„Ich bin geschafft, dieses Spiel ging wahrlich an die Nerven.“ Elena Vereschako war fertig, aber auch glücklich, als der Abpfiff ertönt war und die Trierer Miezen am Samstagabend gemeinsam mit vielen mitgereisten Fans den 27:26-Sieg in Kamp-Lintfort am Niederrhein feiern konnten. Bis zum Schluss war die Partie eng, doch durch den Sieg hat die MJC mit nun 7:19 Punkten zwei Plätze gutgemacht und ist nun Drittletzter.

Grundlage für den ersten Auswärtssieg der Saison war eine Spitzenleistung in der ersten Hälfte. In der Abwehr stand Trier sicher, im Angriff warteten die Miezen geduldig auf ihre Chancen. Bis zum 8:7 aus Trierer Sicht war die Partie absolut ausgeglichen, dann setzte sich die MJC auf 13:7 ab und führte beim Seitenwechsel mit 15:11.

Die zweite Hälfte begann für die Gäste allerdings mit der Hypothek einer doppelten Unterzahl, weil Vesna Tolic und Andrea Czanik Zeitstrafen kassiert hatten. Auffallend: Während Lintfort keine Zwei-Minuten-Strafe erhielt, musste Trier insgesamt zwölf Minuten in Unterzahl spielen. „Doch auch das haben wir weggesteckt“, sagt Vereschako. Nach 40 Minuten war der Trierer Vorsprung beim 18:17 fast aufgebraucht, doch die taktisch starken Miezen verhinderten bis zum Ende ein Remis, konnten sich aber bis zur 55. Minute nicht mehr entscheidend absetzen. Mit dem 25:22 stellte Triers beste Werferin Linsey Houben (7 Tore) die Weichen auf Sieg, beim 27:24 jubelten die MJC rund 90 Sekunden vor Schluss – auch wenn Lintfort auf Manndeckung umgestellt hatte und die letzten beiden Treffer warf, war der Sieg eingetütet.

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska – Petrovska, Sattler (2), Ilciukaite (1), Houben (7/5), Czanik (4), Tolic (4), Szabo (2), Zrnec (3), Simon-Varga (4) – Beste Werferin Lintfort: Vandewal (8/6)

 

 

29. Dezember 2018 | 20:52 Uhr

 

Miezen chancenlos beim Tabellenführer

Die Trierer Handball-Miezen haben im letzten Spiel des Jahres die erwartete deutliche Niederlage kassiert. Beim neuen Tabellenführer Rosengarten/Buchholz unterlag das Team von Elena Vereschako mit 22:36 (11:20) und bleibt Tabellenletzter der 2. Liga.

 

Wenn der Tabellenletzte beim verlustpunktfreien Spitzenreiter für eine Sensation sorgen will, muss schon alles passen - am Samstagabend aber lagen Welten zwischen den „Heide-Luchsen“ aus Buchholz und Rosengarten sowie den Miezen von der Mosel. Im Endeffekt war nach 5:30 Minuten die Messe für die Triererinnen schon gelesen, denen scheinbar die lange Busfahrt noch in den Knochen steckte.

Die Gastgeberinnen zogen auf 5:0 davon, nach gerade einmal vier Minuten nahm Miezen-Trainerin Elerna Vereschako ihre erste Auszeit, doch die verpuffte angesichts des Angriffswirbels der Niedersachsen. Zwar kam die MJC danach zu Toren, aber bereits nach 17 Minuten betrug der Abstand beim 5:13 acht Treffer, zur Pause hieß es 11:20 aus Trierer Sicht.

Somit ging es nur noch um Schadensbegrenzung für den Tabellenletzten, der aber nach dem Wechsel konstant zwischen zehn und 14 Toren im Hintertreffen lag, während Rosengarten den zwölften Sieg im zwölften Spiel einfuhr. Beste MJC-Werferinnen waren Linsey Houben, Maja Zrnec und Dora Simon-Varga mit je vier Treffern.

Nach dem Jahreswechsel stehen für die Miezen die Wochen der Wahrheit an, denn dann warten die Duelle bei den direkten Abstiegskonkurrenten Lintfort, Gedern/Nidda und Harrislee. Dort muss das Konto, das derzeit 5:19 Zähler aufweist, unbedingt „gefüttert“ werden, will man noch Chancen auf den Klassenerhalt haben.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt - Petrovska (1), Sattler, Ilciukaite (1), Houben (4/3), Czanik (2), Tolic (3/1), Szabo (3), Zrnec (4), Simon-Varga (4) - Beste Werferinnen Rosengarten: Puls (6/1), Land (5)

 

6. Dezember 2018 | 16:47 Uhr

Die Abwehr hält wieder dicht

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Herz und eine Seele: Die Miezen bejubelten den Erfolg gegen Nürtingen genauso leidenschaftlich, wie sie zuvor gespielt hatten. FOTO: TV / Hans Krämer

 

Trier. Dank einer enormen Steigerung im Defensiv­ver­halten erringt die DJK/MJC Trier den zweiten Saisonsieg in der zweiten Frauenhandball-Bundesliga.

 

Von Andreas Arens

 

„Das ist so etwas wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“, strahlte Trainerin Elena Vereschako kurz nach der Partie ihrer Trierer Zweitligahandballerinnen am Sonntagnachmittag gegen die TG Nürtingen. Mit 24:23 (13:12) hatte ihr Team die Gäste aus Württemberg niedergerungen und damit im erst vierten Heimspiel dieser Saison den zweiten Sieg errungen.

Der Spielplan hat es bislang nicht gerade gut gemeint mit den Miezen, die bereits siebenmal hatten in der Fremde antreten müssen. Zuletzt gab es dabei ein 32:44 in Nordhessen bei der SG 09 Kirchhof. „So desolat wie dort durften wir uns kein zweites Mal im Defensivverhalten präsentieren. Deshalb stand in der Vorbereitung auf das Nürtingen-Spiel fast ausnahmslos Abwehrarbeit auf dem Plan“, sagte Trainerin Vereschako im Rückblick. Zudem habe sie in einer ausführlichen Videoanalyse deutlich die vielen Fehler aus der Vorwoche angesprochen. Mit Erfolg.

Die DJK/MJC zeigte vor 335 Zuschauern, die trotz des ungewohnten Anwurfzeitpunktes um 13 Uhr noch in die Arena gekommen waren, viel Biss im Zweikampfverhalten. „Die Vorgabe, mit zwei Leuten die ballführende Spielerin zu decken, haben wir sehr gut umgesetzt“, hatte auch Vereschako erkannt.

In der zehnten Minute gelang der starken Andrea Czanik mit dem Treffer zum 5:4 die erstmalige Miezen-Führung. Nürtingen, das zunächst leichtfüßiger und zielstrebiger als die Gastgeberinnen agierte, setzte sich zwar auf 9:7 (21.) und später noch einmal auf 11:9 (23.) ab, doch das Tabellenschlusslicht schlug zurück. Dank einer gekonnten Aktion von Gabriella Szabo, die aus spitzem Winkel traf, ging es gar mit einem 13:12 in die Pause. Bis Mitte der zweiten Hälfte gab die DJK/MJC die Führung nicht mehr aus der Hand. Kurz hintereinanderfolgende Zwei-Minuten-Zeitstrafen gegen Lindsey Houben und Vesna Tolic ließen Nürtingen aber noch einmal den Gleichstand erzielen. Vorentscheidenden Charakter hatte Houbens Treffer zum 23:21, die sich gut drei Minuten vor  Schluss durchtankte und so erfolgreich war. „Der eine oder andere technische Fehler war noch drin. Mit viel Willen haben wir aber den Sieg erringen können“, strahlte Torfrau Melanie Eckelt, die ihren Vorderleuten gerade in der ersten Hälfte ein großer Rückhalt war.

Von Mittwoch an schickt Coach Vereschako ihr Team nun in den gut einwöchigen Weihnachtsurlaub, ehe am 27. Dezember die konkrete Vorbereitung auf das zwei Tage später anstehende Duell bei den noch verlustpunktfreien  Handball-Luchsen Buchholz 08-Rosengarten am Nordrand der Lüneburger Heide startet. Für Vereschako ist es kein aussichtsloses Unterfangen, auch dort erfolgreich zu sein: „Klar wird das verdammt schwer, aber wir haben bereits bei der knappen Pokalniederlage im Oktober gegen Erstligist Nellingen gezeigt, dass wir es auch mit eigentlich viel stärkeren Teams aufnehmen können, wenn alles passt.“

DJK/MJC Trier: Aleksandra Baranowska, Melanie Eckelt - Angela Petrovska, Hannah Sattler, Dovile Ilciukaite (5/1), Lindsey Houben (3), Andrea Czanik (6), Vesna Tolic (2), Gabriella Szabo (5), Maja Zrnec, Dora Varga (3).

 

 

| 17:23 Uhr
Miezen-Ziel:Zur Mittagszeit den Rückstand verkürzen

Zweitligist DJK/MJC Trier empfängt am Sonntag um 13 Uhr die TG Nürtingen.

 

Von Björn Pazen

 

Glühwein zum Aufwärmen auf dem Weihnachtsmarkt oder doch lieber zweimal Spitzensport im Warmen und unterm Dach? Diese beiden Alternativen müssen Sportfans am morgigen Sonntag abwägen. In der Arena gibt es das Doppel aus Handball und Basketball, und den Auftakt machen die Miezen zu einer eher ungewöhnlichen Anwurfzeit: Um 13 Uhr geht es für den Tabellenletzten der zweiten Frauenhandball-Bundesliga im letzten Heimspiel des Jahres gegen die TG Nürtingen. Der Grund: Um 18 Uhr haben die Gladiators ihr Zweitliga-Basketball-Spiel gegen Schalke in der Arena.Die Miezen hoffen auf das altbekannte Motto: Wer früher spielt, kann länger feiern. Aber gefeiert hat zuletzt immer nur die Konkurrenz im Tabellenkeller. Alle Teams außer der MJC haben in den vergangenen Wochen zugelegt, auch wenn der Rückstand für Trier auf den Vorletzten aktuell nur drei Punkte beträgt.

„Gegen Nürtingen geht es um mehr als zwei Punkte, es geht ums Selbstvertrauen und um die Psyche. Mit einem Erfolg könnten wir erst mal durchatmen“, sagt Miezen-Trainerin Elena Vereschako. Ihre Mannschaft hat erst einen Sieg auf dem Konto, jenen gegen Bremen Ende Oktober. Danach folgten vier Niederlagen, darunter vergangene Woche eine 32:44-Klatsche in Kirchhof. Der Tabellenneunte Nürtingen hingegen sammelte fünf seiner neun Punkte in den vergangenen drei Partien und wird mit viel Selbstvertrauen in Trier anreisen.

 

Vereschako hat mit der Mannschaft die Partie in Kirchhof intensiv aufgearbeitet – und sogar Positives entdeckt: „32 Auswärtstore sind nicht schlecht, zudem hatten wir im Angriff kaum technische Fehler.“ Gegen Nürtingen müsse aber vor allem das Rückzugsverhalten enorm verbessert werden. „Das Problem ist, dass wir kaum Wechselalternativen haben. Wenn uns die Kraft verlässt, leidet auch die Konzentration. Und dann machst du Fehler“, sagt die MJC-Trainerin, die generell an der Einstellung der Spielerinnen nicht herummäkelt: „Sie geben alles, aber in jedem Spiel haben wir eben diese Durchhänger. Wir müssen aber auch in der aktuellen Lage weiter positiv denken.“

Immerhin hat sich die Personalsituation etwas verbessert. Dora Simon-Varga hat ihren Infekt auskuriert, auch der Fuß von Linsey Houben macht nur noch wenig Probleme. Einzig Maja Zrnec musste zwei Tage wegen einer Überbelastung am Knie pausieren.

Schlüsselspielerinnen der TG sind Ex-Bundesligaspielerin Verena Breidert (70 Saisontore) und die Schweizerin Carmen Siller. „Über sie läuft alles“, sagt Vereschako, die ihre Mannschaft dennoch auf Augenhöhe sieht. Während das Gros der Liga am Sonntag in eine längere Pause geht, steht für die Miezen am 29. Dezember noch die Partie bei den verlustpunktfreien Luchsen aus Rosengarten auf dem Programm.

DJK/MJC Trier (Kader): Eckelt, Baranowska – Petrovska, Sattler, Houben, Czanik, Tolic, Ilciukaite, Szabo, Zrnec (?), Simon-Varga

 

08. Dezember 2018 | 19:58 Uhr

 

44 Gegentore: Miezen kassieren neuen Negativrekord 

 

Melsungen/Trier. Die Trierer Handball-Miezen sind am Samstagabend in der 2. Bundesliga mächtig unter die Räder gekommen. Bei der SG Kirchhof gab es eine 32:44-Niederlage.

Seit der Saison 2015/16 sind die Trierer Miezen zweitklassig, aber 44 Gegentore in einem Spiel gab es trotz zahlreicher deutlicher Niederlagen seither noch nie. Bisher war das 28:43 in Beyeröhde aus der vorherigen Spielzeit der Negativrekord. Seit Samstagabend nicht mehr - denn die Miezen gingen bei der SG Kirchhof mit 32:44 (15:25) unter.

Mit nur drei Punkten nach zehn Spielen bliebt die MJC somit Tabellenletzter der 2. Frauen-Handball-Bundesliga. Beim fröhlichen Scheibenschießen in Melsungen - in keinem bisherigen Saisonspiel hatten die Triererinnen mehr Treffer erzielt - war ausgerechnet Dora Simon-Varga mit sieben Toren beste MJC-Werferin. Die Ungarin hatte die ganze Woche wegen einer Magen-Darm-Erkrankung nicht trainieren können.

Die Miezen hatten genau zweimal geführt, beim 1:0 und beim 3:2 - dann nahm das Unheil seinen Lauf. Angeführt von Zweitliga-Torschützin Diana Sabljak, die sensationelle 16 Treffer beisteuerte und nach zehn Spielen nun bereits 104 Tore auf dem Konto hat, zogen die Nordhessen Tor um Tor davon. MJC-Trainer Elena Vereschako versuchte beim 5:11 die Reißleine mittels einer Auszeit zu ziehen - ohne Erfolg. Die Triererinnen spielten quasi ohne Abwehr und hatten nach gerade einmal 23 Minuten ihren 20. Gegentreffer zum 13:20 kassiert. Beim Halbzeitstand von 25:15 war die Differenz erstmals zweistellig - aber der Torhunger auf beiden Seiten war wahrlich noch nicht gestillt, auch wenn die Parte längst entschieden war.

 

Der Abstand bewegte sich meist bei elf bis zwölf Toren, beim 27:41 waren es gar 14 Treffer. Zumindest verloren die Miezen die zweite Hälfte nur mit 17:19 - doch eine Gefahr stellte der Tabellenletzte für die Gastgeberinnen zu keinem Zeitpunkt dar.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt - Petrovska (1), Sattler (1), Ilciukaite (6/1), Houben (4/3), Czanik (5), Tolic (4/1), Szabo (1), Zrnec (3), Simon-Varga (7) - Beste Werferin Kirchhof: Sabljak (16/7)

 

| 21:04 Uhr
 
Miezen: Starke erste Hälfte reicht in Rödertal nicht
 
 Die Trierer Handball-Miezen bleiben Tabellenletzter der 2. Frauen-Bundesliga. Am Samstagabend verlor die MJC das Auswärtsspiel bei den Rödertalbienen mit 19:24. Zur Pause war die Partie noch ausgeglichen gewesen.„Wir haben toll gekämpft, aber am Ende haben wieder einmal die Kräfte gefehlt.“ Schon häufiger in dieser Saison lautete genauso das Fazit der Miezen-Trainerin Elena Vereschako. So auch am Samstagabend, als ihr „letztes Häuflein der Aufrechten“ beim Bundesliga-Absteiger HC Rödertal lange mithielt, sich am Ende aber mit leeren Händen auf die über zehnstündige Heimreise aus der Nähe von Dresden begab.
 

Neben Dovile Ilciukaite (Länderspiele mit Litauen) waren Andrea Czanik, Angela Petrovska und Dora Simon-Varga krank oder angeschlagen in die Partie gegangen, Trier fehlten wieder einmal die Alternativen. Wie schon so oft glückte der Start, erst lag die MJC 5:2, dann sogar 10:6 vorne. Doch zahlreiche Fehler im Angriff brachten die Triererinnen um die durchaus mögliche Halbzeitführung, mit einem 11:11 wurde die Seiten gewechselt.

 

Bis zum 16:17 aus Trierer Sicht war in Großröhrsdorf noch alles drin, danach verließen die Miezen die Kräfte, der HCR setzte sich locker und leicht auf 23:17 ab, weil wegen mangelnder Kraft auch die Konzentration nachließ, was zu vielen Fehlpässen und Fehlwürfen führte. „Ich kann keiner Spielerin einen Vorwurf machen“, sagte Vereschako: „Wir dürfen den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken, sondern müssen immer weiterkämpfen.“Nach nur drei Punkten aus zehn Spielen wird es aber langsam Zeit: „Wir brauchen einmal eine echte Sensation“, sagt die Trainerin, die am Samstag aber auch Positives sah: „Unsere Abwehr und unsere Torfrauen waren richtig stark.“

 

Die nächste MJC-Partie ist am Samstag das Auswärtsspiel in Kirchof, am 16. Dezember ist das letzte Heimspiel des Jahres um 13 Uhr gegen Nürtingen.

 

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt – Petrovska (1), Sattler (2), Houben (5/1), Czanik (2), Tolic (3/2), Szabo (3), Zrnec (1); Simon-Varga (2)

 

Beste Werferin Rödertal: Neustadt (5/5)

| 18:10 Uhr
 
Die Miezen kämpfen, die Bären feiern

 

Die Miezen bieten Spitzenreiter Ketsch lange Paroli, aber leisten sich beim 26:30 wie so oft einen Aussetzer.
 

Manchmal genügt es, wenn Bären 20 Minuten ihre Krallen zeigen, um Miezen aus dem Konzept zu bringen. Am Sonntagmittag war dies die Erkenntnis des tierischen Duells zwischen Trierer Miezen und Kurpfalz-Bären in der 2. Frauen-Handball-Bundesliga. 26:30 (14:16) hieß es aus Trierer Sicht gegen den Spitzenreiter, und von dessen Trainerin gab es viel Lob für ihren Ex-Verein: „Da mache ich keinen Hehl draus, dass es immer wieder besonders ist, nach Trier zurückzukommen. Und die Miezen haben 60 Minuten lang toll gekämpft, haben uns anfangs das Leben richtig schwer gemacht.“ Kate Schneider startete ihre Karriere bei den Miezen, unter deren aktueller Trainerin Elena Vereschako. Und die gab das Lob zurück: „Kate macht eine Superarbeit in Ketsch. Ich drücke ihr die Daumen, dass sie auch aufsteigt.“

 

Nachdem am Samstagabend Aufsteiger Harrislee sensationell gegen Zwickau gewonnen hatte, starteten die Miezen das Duell gegen den Tabellenführer am Sonntagmittag als Schlusslicht. Dieser Unterschied war in den ersten 25 Minuten sowie in der Schlussphase überhaupt nicht zu sehen.  Dank der Paraden von Torfrau Melanie Eckelt sowie der starken Leistungen von Linsey Houben und Dovile Ilciukaite (zusammen elf von 14 Trierer Toren vor dem Seitenwechsel, insgesamt zusammen 17 Tore) führte die MJC überraschend 9:7 (20.). Die rund 725 Zuschauer – darunter 300 von der Sparkasse eingeladene Schüler und Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe - waren aus dem Häuschen, die Bären waren anfangs gezähmt.

 

Aber Ketsch kämpfte sich zurück, drehte die Partie noch vor der Pause, aber das 14:16 war aus Sicht der Miezen immer noch alle Ehren wert. Doch was die Triererinnen dann 16 Minuten lang boten, zeigte genau, warum sie Tabellenletzter sind. Immer wieder leistet sich die MJC diese Durchhänger, eine Schwächeperiode, die den Gegner aufbaut. In der Defensive gelang den Miezen nichts mehr, jeder Wurf des Tabellenführers war ein Treffer. Auf der anderen Seite vergab die MJC eine Chance nach der anderen, wirkte komplett saft- und kraftlos. Beim 18:27 (46.) drohte den Miezen ein echtes Debakel. „Wir leisten uns immer wieder diese Aussetzer, da hat uns die Kraft gefehlt, wir waren nicht konzentriert genug. Mit ein paar mehr Alternativen auf der Bank wäre da mehr drin gewesen“, sagte Vereschako, und schob gleich nach: „Einen Vorwurf kann ich der Mannschaft nicht machen, Hut ab für diese Leistung.“

 

Denn die Achterbahnfahrt nahm nochmals eine überraschende Wendung: Die Bären hakten die Partie zu früh als gewonnen ab, waren nicht mehr so konzentriert. Die Miezen-Fans waren wieder da, pushten ihre Mannschaft nach vorne. Fünf Minuten vor dem Ende startete die MJC ihre Aufholjagd. Hätte Trier beim Spielstand von 25:30 nicht drei hundertprozentige Chancen vergeben, sondern verwandelt, wäre in diesem verrückten Spiel vielleicht sogar noch ein Punkt möglich gewesen.

 

So aber glückte nur noch ein Treffer – und nach dem 26:30 haben die Bären 18:0 Punkte auf dem Konto und die Miezen sind weiter Schlusslicht. „Wenn wir aber so weiter spielen wie heute, dann werden wir uns auch da unten rauskämpfen können“, ist sich Vereschako sicher

 

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt – Petrovska, Sattler, Ilciukaite (7/1), Houben (10/7), Czanik, Tolic (1), Szabo (1), Zrnec (3), Simon-Varga (4) – Beste Werferin Ketsch: Fackel (10/2)

Mieze Ilciukaite ins Nationalteam berufen

 

Dovile Ilciukaite wurde aufgrund ihrer starken Leistungen im Miezen-Trikot zum nächsten Lehrgang der litauischen Nationalmansnchaft eingeladen. Sie war im Sommer aus Kaunas nach Trier gewechselt und hatte zuvor zwei Jahre nicht mehr im Nationalteam gespielt. Wegen ihrer Länderspiele wird sie den Miezen beim Auswärtsspiel in Rödertal fehlen. Vom 30. November bis 2. Dezember spielt Litauen bei einem Turnier in der Schweiz gegen die Gastgeber, Finnland und die Färöer Inseln um einen Platz in den Playoffs für die WM 2019.

 

 
Miezen verlieren trotz starker Vorstellung in Berlin

 

Berlin. Die Trierer Handball-Miezen konnten den Hauptstadt-Fluch nicht beenden. Trotz einer kämpferisch starken Leistung verlor die Mannschaft von Elena Vereschako bei den Spreefüxxen mit 28:31 (17:14) und bleibt mit 3:11 Punkten auf einem Abstiegsrang.
 

Die Serie hat weiter Bestand, die Miezen können gegen die Spreefüxxe einfach nicht gewinnen. Im fünften Vergleich mit den Handballerinnen aus der Hauptstadt zog die MJC zum fünften Mal den Kürzeren. Obwohl sie bis zum Schluss auf Augenhöhe waren, unterlagen die Miezen auch am Samstagabend, Knackpunkt war eine Schwächephase gleich nach der Pause, als die MJC einen Vorsprung aus der Hand gab. Trotz ihrer Fußverletzung war Linsey Houben erneut beste Werferin der Miezen, die Niederländerin traf siebenmal. Sechs Treffer steuerte Vesna Tolic bei. Berlins erfolgreichste Werferin war Simona Kolosove mit acht Toren. Auffällig: Beide Mannschaften erhielten je sieben Siebenmeter zugesprochen, Trier verwandelte alle, Berlin scheiterte einmal.

 

Ab dem 5:5 in der zehnten Minute lagen die Miezen bis zum Seitenwechsel konstant in Führung. Nach dem 17:14-Pausenvorsprung folgte allerdings besagte siebenminütige Schwächephase, die die Gastgeberinnen zu einer 7:1-Serie und der 21:18-Führung nutzten. Aber eine Auszeit von MJC-Trainerin Vereschako wirkte wie ein Weckruf: die Miezen waren wieder auf Augenhöhe, liefen dem knappen Rückstand allerdings bis zum Schluss hinterher. Selbst drei Minuten vor dem Ende beim 25:27 hatten sie noch die Chance auf einen Punkt. Als dann aber Fabienne Humer zum 28:25 traf, war die Partie entschieden.

Am kommenden Sonntag (16 Uhr) spielen die Miezen zuhause gegen den souveränen und verlustpunktfreien Tabellenführer Kurpfalz-Bären aus Ketsch, der von Ex-Mieze Kathrin Schneider trainiert wird.

 

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt - Petrovska, Sattler (2), Ilöciukaite (3), Houben (7/3), Czanik (2), Tolic (6/4), Szabo (4), Zrnec (4), Simon-Varga -

 

Beste Werferinnen Berlin: Kolosove (8/6), Kunde (7)

| 16:48 Uhr

 

Erster Sieg für die Trierer Miezen gegen Bremen
 
 
 

 

Sie zeigte gegen Werder Bremen ihr bislang bestes Spiel im Miezen-Trikot: die sechsfache Torschützin Dovile Ilciukaite (rechts). FOTO: HANS KRAEMER

 

TRIER. Handball: Miezen feiern gegen Bremen ersten Saisonsieg, verlassen den letzten Platz und feiern ein überragendes Quartett. Von Björn Pazen
 
Es ist Monate her, dass die Miezen so unbeschwert und freudetrunken durch die Arena tanzten. Gestern war es mal wieder so weit, der erste Saisonsieg, Jubel pur. „Der Stein, der mir vom Herzen gefallen ist, war tonnenschwer“, gestand Trainerin Elena Vereschako nach dem 29:23 (15:11) im Kellerduell gegen Werder Bremen. Durch den Erfolg zog die MJC mit den Bremern gleich, gab die rote Laterne des Schlusslichts an Aufsteiger Harrislee ab und ist nun Drittletzter.
 

Vier Spielerinnen waren hauptverantwortlich für den Erfolg: Torfrau Alexandra Baranowska, die 15 Bremer Würfe abwehrte, sowie das Trio Linsey Houben (8 Tore), Andrea Czanik (7) und Dovile Ilciukaite (6). Letztgenannte Litauerin, die im Sommer nach Trier wechselte, zeigte ihr bestes Spiel im Miezen-Trikot – und war am Ende überglücklich: „Dieser Sieg war so wichtig für unser Selbstvertrauen, für den Kopf. Wir haben es heute geschafft, unser Niveau für 60 Minuten obenzuhalten, haben uns fast keinen Durchhänger erlaubt. Jetzt hoffe ich, dass wir eine Serie starten können.“

 

Obwohl Maja Zrnec rotgesperrt fehlte und Angela Petrovska wegen einer Blinddarm-Entzündung nicht auflaufen konnte, war der Sieg ungefährdet. Zwar waren auch Houben und Czanik angeschlagen, doch beide bissen auf die Zähne. Nach dem 5:1 in der achten Minute ließ die Konzentration der Miezen im Angriff zwar etwas nach, doch hinten war Baranowska zur Stelle. „Das hat heute unglaublich viel Spaß gemacht“, sagte die polnische Torfrau: „Wir haben uns diesen Erfolg absolut verdient. Ich denke, dass der Knoten nun geplatzt ist.“

 

Nach der 15:11-Pausenführung sorgten auch die 350 Zuschauer dafür, dass nichts mehr anbrannte. Die Miezen-Trommler gaben alles, die Fans standen auf ihren Sitzen. „Den Zuschauern gebührt heute ein besonderer Dank“, meinte auch Trainerin Vereschako, die auch an die Mannschaft viele Komplimente verteilte: „Was die heute geleistet hat, ist einen Riesenapplaus wert. Sie haben mehr als 100 Prozent gegeben.“

 

Beim 25:19 schien die Messe gelesen, doch Bremen kam noch einmal auf 22:25 heran – als dann jedoch Houben mit ihrem achten Tor zum 26:22 traf, fiel der Ballast von den Miezen ab, die die Partie dann locker nach Hause schaukelten. „Diese Trierer Mannschaft ist definitiv besser als ihr Tabellenplatz“, sagte Bremens Trainer Maximilian Busch.

 

Nun haben die Miezen erst einmal zwei Wochen Pause, ehe es mit dem Auswärtsspiel in Berlin weitergeht. Vorstand Jürgen Brech sieht der Zukunft nun ebenfalls gelassener entgegen: „Dieser Sieg wurde Zeit, er war absolut verdient.“

 

Baranowska, Eckelt (n.e.) – Braun (n.e.), Petrovska (n.e.), Satller (2), Ilciukaite (6/1), Houben (8), Czanik (7), Tolic 0), Szabo (3), Greinert (n.e.), Simon-Varga (3) – Beste Werferin Bremen: Osterthun (5)

 

 
Früher Anwurf, viele Fragezeichen

 

 

Trierischer Volksfreund: Björn Pazen

 

 

 

Zwischen Mittagessen und verkaufsoffenem Sonntag passt doch noch der Besuch eines Handballspiels – so lautet die Hoffnung der Trierer Miezen vor dem Kellerduell gegen Werder Bremen. Die Partie des Tabellen-Schlusslichts gegen den Drittletzten wird in der Arena zu absolut ungewöhnlicher Zeit angeworfen, am Sonntag um 14 Uhr. „Wir hoffen, dass uns dennoch viele Fans in dieser enorm wichtigen Partie unterstützen“, sagt Trainerin Elena Vereschako vor dem erst zweiten Heimspiel der Saison nach dem 23:25 vor vier Wochen gegen Beyeröhde.

 

Die Anfeuerung von den Rängen wird der Frauen-Handball-Zweitligist auch brauchen, denn personell gehen die Miezen auf dem Zahnfleisch. Maja Zrnec fehlt wegen ihrer Rotsperre definitiv (der TV berichtete), angeschlagen sind zudem Torfrau Melanie Eckelt (Rückenprobleme) und die aktuell beste MJC-Werferin Linsey Houben (Entzündung am Fuß). Zu allem Überfluss laboriert die Mazedonierin Angela Petrovska an einer Blinddarm-Entzündung. „Wer von den dreien spielen kann, weiß ich erst kurz vor dem Anpfiff“, sagt Vereschako. Daher werden in Hannah Braun und Anke Greinert zwei Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft im Kader stehen, die dank der frühen Anwurfzeit sogar noch die Chance haben, ihr Team später beim Rheinlandliga-Auswärtsspiel in Wittlich zu unterstützen. „Einfach wird das Spiel gegen Bremen bestimmt nicht“, meint die Trainerin, die ein bisschen neidisch auf den großen Kader des Gegners schaut: „Sie sind viel breiter besetzt, können daher ohne Qualitätsverlust viel wechseln“, sagt Vereschako. In der Vorsaison gewann die MJC ihr Heimspiel gegen Bremen hauchdünn mit 32:31 – es war seinerzeit im Januar das Ende einer Siegesserie, in den folgenden 17 Partien gelangen nur noch drei Erfolge. Beim Rückspiel an der Weser war die MJC beim 23:31 chancenlos. Werder verfügt in Merle Heidergott über die überragende Zweitliga-Torschützin der vergangenen Jahre, im Mai wurde sie als beste Spielerin der Saison ausgezeichnet. Mit 36 Toren liegt Heidergott bereits wieder ganz vorne im Ranking.

 

Dennoch stehen auch für Werder nur drei Punkte zu Buche, aus einem Heimremis gegen Berlin und einem deutlichen 32:17-Auswärtssieg bei Aufsteiger Nidda. Die Miezen warten allerdings auch noch auf ihren ersten Sieg, haben nur einen Punkt auf dem Konto. „Auch wenn wir nur einen kleinen Kader haben, müssen wir versuchen, Tempo zu machen. Denn mit einfachen Gegenstoßtoren kannst du deine Ressourcen schonen, um auch in der Schlussphase noch genügend Kraft zu haben“, lautet Ve­reschakos taktische Vorgabe.

 

 

DKK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt (?) - Sattler, Tolic, Szabo, Petrovska (?), Czanik, Simon-Varga, Ilciukaite, Houben (?), Braun, A. Greinert

 

 

|- Quelle Trierischer Volksfreund:

 

Miezen: Klare Niederlage statt erstem Sieg
 
WAIBLINGEN . Die Trierer Handball-Miezen warten auch nach fünf Zweitliga-Spieltagen auf ihren ersten Sieg. Beim VfL Waiblingen kassierte die MJC am Samstagabend eine deutliche 23:31 (7:14)-Niederlage und war über 60 Minuten chancenlos.
 

Insgeheim hatte die DJK/MJC Trier nach dem Remis vergangene Woche in Herrenberg auf ihren ersten Saisonsieg gehofft, doch am Ende von 60 einseitigen Minuten stand die vierte Niederlage im fünften Spiel. Nachdem es in den vergangenen Wochen stetig aufwärts gegangen war, war das 23:31 (7:14) ein klarer Rückschlag für die Miezen, die nach der neunten Minuten konstant mit mindestens drei und später bis zu zwölf Toren Differenz hinten lagen.

 

Bereits nach zehn Minuten, beim 1:5, nahm MJC-Trainer Elena Vereschako ihre erste Auszeit. Danach kam ihre Mannschaft zwar zwischenzeitlich zu mehr Toren, am deutlichen Rückstand änderte sich allerdings nichts mehr. Nach dem 9:6 (24.) steigerte sich Waiblingen in der Abwehr, ließ bis zur Pause nur noch einen Treffer zu und hatte beim Halbzeitstand von 14:7 bereits für eine Vorentscheidung gesorgt.

 

Der Angriff blieb auch nach dem Seitenwechsel die Trierer Problemzone, es dauerte 37 Minuten, bis der zehnte Treffer gelang. Insgesamt verwarf die MJC alleine vier Siebenmeter. Kurze Zeit später sorgte ausgerechnet die luxemburgische Ex-Mieze Tina Welter mit dem 22:12 für die erste zweistellige Differenz gegen die komplett chancenlosen Triererinnen. Der größte Abstand waren zwölf Treffer beim 14:26

.

Immerhin muss man es Trier noch anrechnen, dass man sich nicht komplett aufgab, das Endergebnis von 23:31 war eine gewisse Ergebniskosmetik. Beste Werferin war erneut die Niederländerin Linsey Houben mit acht Treffern, insgesamt hat sie nun bereits 30 Tore auf ihrem Konto.

 

Durch die Niederlage bleiben die Miezen Tabellenletzter der 2. Liga. Am kommenden Sonntag, um 14 Uhr, steht das nächste Heimspiel gegen Werder Bremen an.

 

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt - Petrovska (0), Sattler (0), Ilciukaite (1), Houben (8/1), Czanik (5), Tolic (1), Szabo (5/2), Zrnec (0), Simon-Varga (3) - Beste Werferinnen Waiblingen: Texeira, Gruber (je 5)

 

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| 19:09 Uhr - Quelle: Trierischer Volksfreund
 
Fragwürdige Rote Karte bringt Miezen um den Sieg

 

HERRENBERG. Handball: Trier beendet Niederlagenserie mit einem 26:26 in Herrenberg und hadert mit Schiedsrichtern.
 

(BP) Im vierten Saisonspiel in der 2. Handball-Bundesliga standen die Trierer Miezen kurz vor dem ersten Sieg. Einige fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen, inklusive einer Roten Karte gegen Spielmacherin Maja Zrnec in der Schlussphase, sowie ein Pfostenwurf von Hannah Sattler mit dem Schlusspfiff standen zwei Punkten allerdings im Weg. Am Ende einer dramatischen Partie bei der SG Herrenberg hieß es am Sonntagabend 26:26 (13:15).

 

„Der Sieg war drin, aber auch dieser erste Punkt ist immer ein erster Schritt nach vorne“, sagte MJC-Vorstand Jürgen Brech: „Speziell aus unserer Leistung nach der Pause sollten wir Selbstvertrauen für die nächsten Spiele schöpfen können. Vorstand Brech und Trainerin Elena Vereschako waren sauer über die jungen Schiedsrichterinnen: Sieben Strafwürfe für Herrenberg, einer für Trier, fünf Zeitstrafen und eine rote Karte gegen Trier, zwei Mal zwei Minuten gegen die SG. „Trotz der Schiedsrichter haben wir uns nicht unterkriegen lassen und eine tolle Moral gezeigt. Dennoch haben wir einen Punkt verloren“, sagte Elena Vereschako.

 

Trotz des ersten Punktes sind die Miezen Tabellenletzter, denn die zuvor ebenfalls punktlosen Teams TG Nürtingen (30:28 in Lintfort) und HSG Gedern/Nidda (22:14 im Aufsteigerduell gegen Harrislee) haben gewonnen.

 

Bis zum 6:6 war die Partie in Herrenberg ausgeglichen, auch weil die niederländische Mieze Linsey Houben eine starke Anfangsphase mit vier Treffern zeigte.  Dann aber vergab die MJC mehrere Chancen in Serie, Herrenberg zog auf 9:6 und später sogar 13:8. Mit der Einwechslung der Ungarin Dora Simon-Varga ging es dann wieder aufwärts. Bis zum Seitenwechsel kam die MJC auf 13:15 heran, hatte allerdings aber auch den Nachteil, dass Abwehrchefin Andrea Czanik zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Zeitstrafen kassiert hatte.

 

Doch auch davon ließ sich die MJC nicht schocken – genauso wenig von der Tatsache, dass sich Herrenberg erneut auf vier Treffer absetzte (19:15). Denn binnen fünf Minuten erzielten die Miezen eine 4:0-Serie (zweimal Hannah Sattler, Szabo und Houben) und zwangen Herrenberg zu einer Auszeit (40.). Aber während die Gastgeberinnen nun keinen Fuß auf den Boden bekamen, drehte Trier auf: Zweimal Czanik, einmal Zrnec – und nach 44 Minuten hieß es 22:20, nach 50 Minuten sogar 25:21 für Trier. Aber dann: Maja Zrnec kassierte die Rote Karte – „für eine Lappalie“, wie Brech meinte, dann muss auch Gabriella Szabo für die letzten beiden Minuten auf die Bank. Herrenberg wirft mit dem Mute der Verzweiflung alles nach vorne – und tatsächlich: 14 Sekunden vor Schluss gelingt der 26:26-Ausgleich.

 

Am Samstag geht es für die Miezen zum VfL Waiblingen. Der nächste Heimauftritt ist zu ungewohnter Anwurfzeit, am Sonntag, 28. Oktober, um 14 Uhr gegen Werder Bremen.

 

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt – Petrovska (2), Sattler (3), Ilciukaite (0), Houben (5), Czanik (5), Tolic (4), Szabo (4), Zrnec (3), Simon-Varga (4) –

 

Beste Werferinnen Herrenberg: Neubrander (8), Gebhard (7)

 

 
Dem Favoriten bis zum Ende Paroli geboten
 
Eine Halbzeit hat sie bärenstark gespielt und sich dann von einer Schwächephase zu Beginn der zweiten Hälfte wieder gut erholt, bis zum Ende machte es die DJK/MJC Trier am Samstagabend in ihrem ersten Zweitliga-Heimspiel der neuen Saison spannend, stand aber unterm Strich mit leeren Händen da: Mit 23:25 (11:7) unterlag das von Elena Vereschako trainierte Team dem im Vorfeld klar favorisierten TV Beyeröhde-Wuppertal, der damit seine Startbilanz auf vier Siege aus den ersten vier Partien ausbaute.
 

Die Miezen haben derweil auch nach drei Spielen noch keinen Zähler auf dem Konto. Der beherzte Auftritt gegen die Gäste aus dem Bergischen machte aber auch der Trainerin viel Hoffnung für die nächsten Wochen: „Sicher sind wir enttäuscht, dass es nicht zu einem Punkt oder gar einem Sieg gereicht hat. Wir haben uns aber in Abwehr und Angriff erneut klar gesteigert.“

 

Ähnlich wie zuletzt beim 26:29 in Zwickau haderten die Miezen erneut mit zahlreichen Latten- und Pfostentreffern. An der Torumrandung scheiterte gegen Schluss auch Andrea Czanik, die in der 55. Minute nicht nur das 21:22 verpasste, sondern sich zudem eine Wadenverletzung zuzog. Trotzdem biss sich die Slowakin durch die letzten Minuten, markierte 35 Sekunden vor Schluss das 23:24, ehe Ramona Ruthenbeck drei Sekunden vor dem Ende alles klar machte für Beyeröhde. „Wir haben sehr, sehr gut gekämpft und waren bis zuletzt im Spiel“, sah Czanik hinterher in erster Linie das Positive. Ihre Teamkollegin Lindsey Houben – mit acht Treffern erfolgreichste Mieze – pflichtete ihr bei und ergänzte: „Mit unserem kleinen Kader, der nur wenige Wechselmöglichkeiten zulässt, war das schon beachtlich.“

 

In den ersten 30 Minuten wussten die Gastgeberinnen mit schnellem, direktem Spiel und konzentrierten Abschlüssen phasenweise sogar zu begeistern: 3:0 hieß es nach sieben Minuten, 6:2 nach einer Viertelstunde. Über 8:5 (22.) und 10:6 (25.) führten die Miezen zur Pause überraschend mit 11:7 – und das auch dank zahlreicher starker Paraden und gleich drei gehaltener Siebenmeter von Torfrau Aleksandra Baranowska.

 

„Wir wussten, wie unangenehm Trier spielen kann“, ließ Beyeröhdes Coach Martin Schwarzwald in seiner Analyse durchblicken. Doch nach dem Seitenwechsel brachte sein Team deutlich mehr Power in die Aktionen, spielte druckvoller und fand so nun die Lücken in der Abwehr der Miezen. Binnen knapp sieben Minuten hatte der TVB so aus einem Vier-Tore-Rückstand eine Führung mit einem Treffer Vorsprung gemacht (13:12). Als die Gäste in der 49. Minute erstmals mit drei vorne lagen, roch es nach einer Vorentscheidung, doch die Schützlinge von Elena Vereschako fighteten sich noch mehrere Male heran.

 

Anerkennenden Applaus gab es nach der Schlusssirene von den 385 Zuschauern, darunter auch der 2003er Meistertrainer Dago Leukefeld und Martin Rommel. Nachdem der langjährige Miezen-Macher sein Vorstandsamt aufgegeben hatte, gönnte er sich eine fast sechsjährige Zuschauer-Pause. Primär aus alter Verbundenheit zu der im Sommer zur DJK/MJC zurückgekehrten und von ihm 1996 als Spielerin verpflichteten Vereschako fand Rommel nun wieder den Weg zu den Miezen. „Es war ein Spiel, das hoffen lässt. Wenn sie so weitermachen, werden sie schon in Kürze zu einigen Punkten kommen“, zeigte sich Rommel optimistisch, dass der DJK/MJC auch in dieser Saison der Klassenverbleib gelingt.

 

Zunächst sind die Triererinnen aber im DHB-Pokal gefordert: Samstag, 18 Uhr, ist Bundesligist TV Nellingen zu Gast in der Arena.

 

Aufstellung/Tore DJK/MJC Trier: Aleksandra Baranowska, Melanie Eckelt – Angela Petrovska (1), Hannah Sattler (1), Dovile Ilciukaite (2/1), Lindsey Houben (8), Andrea Czanik (2), Vesna Tolic (2), Gabriella Szabo (4), Maja Zrnec (3), Dora Varga (n.e.)

 

Beste Schützinnen TV Beyeröhde-Wuppertal: Natalie Adeberg (7/2) und Melina Fabisch (4/1)

 

Beste Wünsche, harter Brocken
 
Im ersten Heimspiel geht es für die Miezen gleich gegen Tabellenführer Beyeröhde.
 

Wenn die Handball-Miezen am heutigen Samstag (18 Uhr), Arena) gegen den TV Wuppertal-Beyeröhde ihr erstes Zweitliga-Heimspiel der Saison bestreiten, könnte es zu einer großen Wiedersehensparty kommen: „Wir haben versucht, alle früheren Miezen zu kontaktieren, die damals von 1996 an in der 2. oder später 1. Liga für die MJC aufgelaufen sind, alle haben heute Abend freien Eintritt und müssen sich nur an der Kasse melden“, sagte eine, die auch zu den Hoch-Zeiten der Miezen inklusive Deutscher Meisterschaft auf dem Feld stand - die neue Trainerin Elena Vereschako.

 

Die gebürtige Weißrussin, die 1996 als Linksaußen zur MJC kam, trainierte zwar später den Miezen-Nachwuchs und die zweite Mannschaft – heute aber sitzt die 45-Jährige zum ersten Mal bei einem Heimspiel auf der Bank des Bundesligateams. Und passend zur Heimpremiere freute sich Vereschako über eine besondere Aufmunterung: Wolfgang Rommel schrieb ihr eine Karte. Der langjährige MJC-Trainer, der die Triererinnen aus der Regionalliga in die Bundesliga führte und Vereschakos erster Coach in Trier war, freut sich, dass seine ehemalige Spielerin jetzt Trainerin ist und wünschte ihr viel Erfolg. „Das hat mich total gefreut, speziell, weil Wolfgang mir auch noch einen Volksfreund-Artikel über mein erstes Spiel im Miezen-Trikot 1996 gegen Allensbach mitgeschickt hat.“

 

Diese Aufmunterung können die Miezen gut gebrauchen: Nach zwei Spieltagen haben sie keinen Punkt auf dem Konto – dagegen kommt der heutige Gegner mit breiter Brust: Drei Spiele, drei Siege, Tabellenführung – und in Ramona Ruthenbeck eine der besten Zweitliga-Spielerinnen in ihren Reihen. Beyeröhde hat den Vorteil, Farmteam von Bundesligist Bayer Leverkusen zu sein, so kommen viele junge, hochtalentierte Spielerinnen nach Wuppertal, um dort Spielpraxis zu sammeln und sich für die 1. Liga zu empfehlen. „So einen Erstligisten bräuchten wir auch in der Nähe“, sagt Ve­reschako.

Angesichts der allein schon zahlenmäßigen Unterschiede im Kader und der Tabellensituation sieht Vereschako ihr Team als Außenseiter – auch wenn ihre Mannschaft vergangenen Samstag in Zwickau einen klaren Aufwärtstrend im Vergleich zum Start in Mainz zeigte. „Da muss schon alles passen, wenn wir eine Chance haben wollen.“ Eine Hoffnungsträgerin könnte Dora Simon-Varga sein, mit der man bei den Miezen eigentlich noch nicht gerechnet hat. „Sie will unbedingt spielen, sie brennt förmlich auf ihren Einsatz“, sagt die Trainerin, die erst kurz vor dem Spiel und nach Rücksprache mit den Physiotherapeuten entscheiden wird, ob die Ungarin rund fünf Monate nach ihrer Schulter-Operation auflaufen kann.

 

Mit den Trainingsleistungen in dieser Woche war Veresschako insgesamt zufrieden, sie vermisste aber bei einigen Spielerinnen die „hundertprozentige Konzentration. Sie müssen alles geben, auch im Training.“ Zur Heimpremiere Vereschakos gastiert auch eine ihrer ehemaligen Spielerinnen aus dem MJC-Nachwuchs mit Beyeröhde in der Arena: Natalie Adeberg.

Über eine Sache ärgert sich die Trainerin zudem: die fehlende Wertschätzung der Miezen in einigen Medien, explizit den Volksfreund ausgenommen: „Ich glaube, die regionalen Radiosender haben noch nicht gemerkt, dass unsere Saison schon begonnen hat.“

 

DJK/MJC Trier (Kader): Baranowska, Eckelt - Sattler, Zrnec, Tolic, Szabo, Petrovska, Czanik, Simon-Varga (?), Ilciukaite, Houben

 
 
Toller Kampf der Miezen nicht belohnt
 
 
 

 

 

 

 

 

 

Mieze Gabriella Szabo erzielte in Zwickau vier Tore - Archivfoto Björn Pazen

 

Den Start verschlafen, aber dann bis zum Schluss toll gekämpft - für die Miezen war in Zwickau mehr drin als das 26:29.
 

Sie haben bis zum Schluss gekämpft, doch die Aufholjagd der Trierer Handball-Miezen wurde nicht belohnt. Die Mannschaft von Elena Vereschako verlor am Samstag beim BSV Sachsen Zwickau mit 26:29 (13:18) und wartet nach zwei Zweitliga-Spieltagen weiter auf den ersten Punkt. Dovile Ilciukaite, Linsey Houben und Gabriella Szabo waren mit je vier Treffern beste Werferin bei den Miezen, für Zwickau traf Jenny Choinowski elf Mal.

 

Zwei Wochen nach dem 21:35-Debakel zum Saisonstart in Mainz präsentierte sich die MJC deutlich stärker - zumindest ab der zwölften Minute. Denn die Miezen verschliefen - vielleicht auch wegen der 550 Kilometer langen Anreise - den Start komplett. Gleich die beiden ersten Würfe der Triererinnen landeten am Pfosten, nach elf Minuten schien die Messe beim 2:8 aus Trierer Sicht bereits gelesen. Zwar steigerte sich die MJC danach im Angriff, aber der Rückstand betrug bis kurz vor dem Seitenwechsel konstant sechs oder sieben Tore. „Wir haben das Spiel vor der Pause aufgrund der vielen technischen Fehler verloren“, sagte vereschako.

 

Nach der Pause (13:18) zeigten die Miezen aber ihre Krallen: Erst ein Doppelschlag von Hannah Sattler, dann zwei Treffer von Linsey Houben, und beim 17:20 war die Partie wieder offen. Zwickau wurde nervös, beim 21:23 schien die Wende möglich. Doch ausgerechnet, als man die Partie fast gekippt hatte, ging der MJC das Zielwasser aus. Mehrere Chancen - darunter ein Siebenmeter von Vesna Tolic - wurden vergeben, auch eine Auszeit brachte keine Wende, beim 26:21 waren die Gastgeberinnen wieder auf der Siegerstraße.

 

„In dieser Phase hatten wir ein bisschen Pech, allerdings waren auch einige Schiedsrichterentscheidungen gegen uns“, sagte Vereschako: „Wir hatten es wirklich in der Hand, die Partie zu kippen.“

 

Die MJC gab sich bis zum Schluss nie auf, doch mehr als das 26:29 war dann nicht mehr drin - der schwache Start war am Ende mitentscheidend dafür, dass die Miezen - bei denen sich alle Feldspielerinnen auch in die Torschützenliste eintrugen - die Heimfahrt punktlos antraten. „Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben, deswegen gab es nach dem Spiel auch ein Lob für jede Spielerinnen. Die Mannschaft hat als Team zusammengehalten und sich nie aufgegeben, darauf können wir aufbauen“, sagte Vereschako.

 

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt - Petrovska (3), Sattler (3), Ilciukaite (4/2), Czanik (3), Houben (4), Tolic (3/1), Szabo (4), Zrnec (2) - Beste Werferin Zwickau: Choinowski (11/4)

 

Miezen-Klatsche zum Saisonstart in Mainz
 
 

 

 

 

Die Litauerin Dovile Ilciukaite erzielte beim 21:35 der Miezen in Mainz acht Tore. Foto: Jürgen Brech. FOTO: Jürgen Brech

 

MAINZ. Die Trierer Handball-Miezen sind am Samstagabend mit einer 21:35-Niederlage in Mainz in die Zweitliga-Saison gestartet. Von Björn Pazen

 

Sie waren als Außenseiter in ihr erstes Saisonspiel in der 2. Frauen-Handball-Bundesliga gegangen, aber dass es beim FSV Mainz 05 zum Start gleich eine 21:35 (11:18)-Klatsche geben würde, hatte keiner bei den Trierer Miezen erwartet. Ein Hoffnungsschimmer im Rheinland-Pfalz-Derby am Samstagabend war die Leistung von Neuzugang Dovile Ilciukaite. Die Litauerin war mit acht Treffern die beste Werferin der MJC, die aber insgesamt chancenlos in der Landeshauptstadt war.

 
 

Die Miezen waren nur bis zum 10:11 in der 21. Minute auf Augenhöhe. Dann folgten neun schwarze Minuten, die die Mainzerinnen nutzten, um sich bis zur Pause auf 18:11 abzusetzen. Trier schloss nicht mehr so diszipliniert ab, die Gastgeberinnen konterten die Miezen förmlich aus. Nicht einmal eine Auszeit beim 10:13 konnte den Abwärtstrend stoppen.

Auch nach der Pause wurde es nicht besser für die Miezen gegen die favorisierten Mainzerinnen. Nach 38 Minuten war der Rückstand der Miezen beim 13:23 erstmals zweistellig - halbzeitübergreifend waren Trier in 17 Minuten nur zwei Tore gelungen, und das obwohl Trainerin Vereschako die Disziplin im, Abschluss in den Vordergrund ihrer Vorbereitung gestellt hatte.

 

Zudem merkte man der MJC deutlich den kleinen Kader an - Mainz hatte vier Auswechselspielerinnen mehr zur Verfügung als die Miezen. Aber gerade in Hälfte zwei übernahm Neuzugang Ilciukaite die Verantwortung, die Litauerin sorgte fast im Alleingang dafür, der Abstand bis 31:21 nicht noch größer wurde, dann aber gelangen den Mainzerinnen die vier letzten Treffer einer ziemlich einseitigen Partie.

 

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt - Petrovska (1), Sattler (0), Ilciukaite (8/2), Houben (5), Czanik (4), Tolic (0), Szabo (2), Zrnec (1) -

 

Beste Werferin Mainz: Denise Großheim (6)

 


Trierer Miezen haben nur ein Ziel: Klassenerhalt!
 

Der Miezen-Kader für die Saison 2018/19 (von links): Physiotherapeut Taro Hazeyama, Trainerin Elena Vereschacko, Co-Trainerin Sina Eckelt, Dovile Ilciukaite, Vesna Tolic, Linsey Houben, Alexandra Baranowska, Andrea Czanik, Angela Petrovska, Melanie Eckelt, Hanna Braun, Gabriella Szabo, Dora Simon-Varga, Hannah Sattler. Es fehlt: Maja Zrnec.

 

FOTO: TV / Jürgen Brech/MJC

 

Trier. Die DJK/MJC Trier startet am Samstag mit einem kleinen Kader in die neue Zweitligasaison.
 
Von Björn Pazen
 

Die Rechenaufgabe ist ganz einfach: Wenn fünf Spielerinnen gehen und nur zwei kommen, fehlen drei. Doch diese drei zu finden, gestaltet sich im Falle der Trierer Handball-Miezen alles andere als einfach. Erst rund drei Wochen vor dem Ende der Zweitliga-Saison 2017/18 stand fest, dass die DJK/MJC Trier die Liga gehalten hatte – trotz einer katastrophalen Rückrunde. „Wir konnten erst Anfang Mai bei der Kaderplanung richtig loslegen“, sagt Vorstand Jürgen Brech.

 

Dass Interimstrainer Ralf Martin, der im März den erfolglosen Andy Palm abgelöst hatte, gehen würde, stand von vorneherein fest. Also lag erst einmal der Fokus auf der Trainersuche.

 

Noch bevor Ex-Mieze Elena Vereschako bekanntgegeben wurde, gab es einen dreifachen Rückschlag für die MJC-Planungen: die Saarländerin Joline Müller (zum Oberligisten Marpingen), die Luxemburgerin Tina Welter (zu Triers Ligakonkurrent Waiblingen) und die Belgierin Aaricia Smits (Metz) gaben ihre teilweise doch sehr überraschenden Abschiede bekannt. Am Tag vor dem ersten Training meldete sich nicht weniger überraschend die japanische Torfrau Yuko Minami ab, die zum Ligakonkurrenten Rödertal gewechselt ist. Und zu guter Letzt entschied sich die Rumänin Ramona Constantinescu gegen die Miezen und für den Militärdienst in ihrer Heimat. Zudem fällt Dora Simon-Varga wegen einer Schulterverletzung derzeit aus. In der Vorbereitung fehlte die Slowenin Maja Zrnec für vier Wochen, weil sie in ihrer Heimat den Trainerschein machte. Alles andere als gute Omen für die neue Spielzeit.

 

 

„Mindestens drei Spielerinnen fehlen“, sagt Neu-Trainerin Elena Vereschako vor der am Samstag beginnenden Zweitliga-Saison. Eine echte Rechtsaußen steht nicht im MJC-Kader, auch eine Linkshänderin gibt es nicht. „Zum Glück haben wir viele Spielerinnen, die auf vielen Positionen einsetzbar sind“, sagt die gebürtige Weißrussin Vereschako, die seit ein paar Jahren einen deutschen Pass hat. Die 45-Jährige, die von 1996 bis 2004 bei den Miezen spielte und danach sehr erfolgreich den MJC-Nachwuchs, die zweite Mannschaft und den DHB-Stützpunkt Trier coachte, bevor sie in den vergangenen Jahren den HC Museldall aus Grevenmacher zu Meisterschaft und Pokalsieg in Luxemburg führte, ist die Hoffnungsträgerin der Miezen. Sie soll Talente aus der zweiten Mannschaft (Rheinlandliga) an die zweite Liga heranführen. In der Vorbereitung waren zum Beispiel schon Hannah Braun und Anke Greinert häufig dabei.

Einzige echte Neuzugänge sind Torfrau Alexandra Baranowska (TSG Ober-Eschbach) und die Litauerin Dovile Ilciukaite (Zalgiris Kaunas). „Beide sind echte Verstärkungen, aber da Dovile erst spät zur Mannschaft stieß, braucht sie noch Zeit, um sich zu integrieren“, sagt Vereschako, die generell betont, „dass alle Geduld mit dieser Mannschaft haben müssen. Die Saison wird nicht einfach, daher sind wir sehr auf die Unterstützung der Fans, aber auch unserer Partner angewiesen – gerade dann, wenn es nicht laufen sollte“.

 

Aus ihrer Analyse der Vorsaison hat sie eine wichtige Erkenntnis gezogen: „Wenn die Spielerinnen bis zum Schluss kämpfen, werden die Fans auch Niederlagen verzeihen. Und diese Niederlagen werden kommen.“ Einziges Saisonziel ist daher – wieder einmal – der Klassenerhalt. „Im Sinne der Planung wäre es super, das Thema Abstieg wäre früher als in den vergangenen Jahren kein Thema mehr“, sagt Vorstand Brech.

 

Es kann sein, dass der Miezen-Kader noch wachsen wird: „Aber wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet. Deswegen muss es sportlich passen und finanziell machbar sein“, sagt Brech. In der Vorbereitung zeigte sich das Kaderproblem zum Beispiel beim Lotto-Cup in Ludwigsburg: „Da waren die Spielerinnen mangels großer Wechselmöglichkeiten platt. Aber sie haben niemals aufgegeben, das hat mir imponiert“, sagt die Trainerin. Im ersten Pflichtspiel schrammte die MJC vergangene Woche beim 28:26 nach Verlängerung beim Oberligisten TV Bassenheim in der ersten DHB-Pokalrunde knapp an einer Blamage vorbei.

 

Am Samstag geht es im Rheinland-Pfalz-Derby zum Saisonstart gleich gegen den Meisterschafts-Mitfavoriten Mainz, dann dauert es bis zum 29. September, ehe das erste Heimspiel (gegen Beyeröhde) ansteht. Unter den ersten sieben Zweitliga-Partien sind für die Miezen gleich fünf Auswärts­spiele,  was den Start sicher nicht einfacher macht. Vereschako sieht es aus einem anderen Blickwinkel: „Dann haben wir in der Rückrunde, wenn wir richtig eingespielt sind, viele Heimspiele.“

Generell haben die Miezen eine neue Anwurfzeit für ihre Heimspiele: Samstag, 18 Uhr, statt wie bisher um 19.30 Uhr. Allerdings greift diese neue Standardzeit nur bei sieben der 15 Heimspiele – wegen der Arena-Belegung, einigen Doppelspieltagen mit den Basketballern und der Regel, dass Spiele gegen Teams, die weiter als 500 Kilometer anreisen, früher angeworfen werden müssen.

 

Nachdem in der Vorsaison (mit nur 15 Teams) nur Gröbenzell sportlich abgestiegen war und sich Hannover aus der zweiten Liga zurückgezogen hatte, stehen in der neuen Spielzeit zwei extrem weite zusätzliche Reisen für die MJC an: Aus der 3. Liga Nord stieg Harrislee (bei Flensburg) auf, aus der ersten Liga stieg Rödertal (bei Dresden) ab.

 

Weitere Drittliga-Aufsteiger sind Lintfort (bei Duisburg) und Nidda (in Hessen).

 

Der Modus ist gleichgeblieben: Zwei Mannschaften steigen in die erste Liga auf (im Vorjahr war es mit Halle/Neustadt nur eine Mannschaft, der Rest hatte verzichtet), bis zu vier Mannschaften müssen in die dritte Liga absteigen.

 

 

 

| 13:30 Uhr

 

Ein Donnerwetter nach der Fast-Pleite
 
Bassenheim. Die Trierer Handball-Miezen sind nur knapp an einer Pokalpleite vorbeigeschrammt: Beim Oberligisten TV Bassenheim (bei Koblenz) musste der Zweitligist in der ersten Runde des DHB-Pokals in die Verlängerung, bevor am Samstagabend der glückliche 28:26 (25:25, 11:12)-Erfolg eingetütet war.
 
Von Björn Pazen
 

In den gesamten 70 Minuten war kaum ein Klassenunterschied erkennbar. „Danach gab es schon ein gehöriges Donnerwetter in der Kabine. So kann man sich nicht präsentieren“, war MJC-Trainerin Elena Vereschako noch am Sonntagmittag bedient: „Einige Spielerinnen müssen, glaube ich, mal ihre Ansprüche an sich und die Liga überdenken. Wir hatten sie vor den eigenen Gesetzen des Pokals und vor der Stärke von Bassenheim gewarnt, es hatte nichts genutzt.“

 

„Aber Hauptsache weitergekommen“ war das Motto von Vereschako und der der MJC, für die Gabriela Szabo mit zehn Toren die beste Werferin war. Auf der anderen Seite steuerte die frühere Mieze Eva Lennartz neun Treffer für den TVB bei. „Sie hat gezeigt, dass mein langjähriges Training nicht so schlecht gewesen sein kann“, meinte Vereschako, die Lennartz in der Jugend und der zweiten Mannschaft trainiert hatte. In Christina Henn stand noch eine weitere Ex-Triererin im Bassenheimer Kader. Noch vor zwei Jahren hatten die Miezen beim gleichen Gegner im DHB-Pokal mit 33:18 (16:10) gewonnen.

 

„Wir hätten den Sack viel früher zumachen müssen, wir haben in der Abwehr zu wenig Tempo gemacht, und haben im Angriff zu viele Chancen vergeben“, sagt die MJC-Trainerin, auf deren Statistikzettel am Ende drei vergebene Siebenmeter und insgesamt 15 freie Chancen standen, die nicht im Tor landeten. „Wir hatten Pech mit sechs Pfostenwürfen, zudem mussten wir 14 Minuten in Unterzahl spielen – aber all‘ dass sollte ein Zweitligist gegen einen Oberligisten locker überstehen können, ohne solche Probleme zu bekommen“, meinte Vereschako.

 

Neben Szabo, die 60 Minuten in Angriff und Abwehr durchspielte, bekam Nachwuchsspielerin Hanna Greinert noch ein Lob von der Trainerin – genau in die andere Richtung ging die Kritik an der Slowenin Maja Zrnec: „Von ihr kam gar nichts, genau wie von allen unseren Außenspielerinnen.“ In der letzten Minute führte die MJC 25:24 und war in Ballbesitz. Doch Bassenheim erkämpfte sich den Ball, traf und feierte schon die Verlängerung wie einen Sieg.

 

„In der Verlängerung hatten wir mehr Kräfte, das war entscheidend. So wie am Samstag dürfen wir uns auf keinen Fall nächste Woche beim ersten Ligaspiel in Mainz präsentieren“, sagt die Trainerin, die nun erst einmal am Dienstag um 12 Uhr gespannt ist, wer der Miezen-Gegner in der zweiten Pokalrunde ist, die im Oktober ausgespielt wird.

 

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt – Szabo (10), Tolic (6), Houben (5/1), Czanik (3), Greinert (2), Petrovska (1), Ilciuckaité (1), Braun, Sattler, Simon-Varga, Zrnec – Beste Werferin Bassenheim: Lennartz (8/6)

 

 

 

Kleines Team. Starke Leistung

 
August 14, 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Miezen Zweite beim Turnier in Bad Soden – Neuzugang Dovilé Ilciuckaité

Erfolgreiches Wochenende für die Trierer Miezen. Erst belegte der Frauenhandball-Zweitligist beim Sole-Mio-Cup in Bad Soden den zweiten Platz. Dann konnte Trainerin Elena Verechako mit Dovile Ilciukaute auch noch eine neue Spielerin begrüßen. Die Litauerin kommt vom mehrfachen Landesmeister Zalgiris Kaunas und kann im Rückraum auf allen Positionen eingesetzt werden.

 

 

 

Das Turnier in Bad Soden stand aus Miezen-Sicht unter dem Motto „kleines Team, starke Leistung“. Vereschako hatte nur insgesamt 8 Feldspielerinnen zur Verfügung, darunter Nachwuchstalent Hannah Braun und Vivi Steil aus der zweiten Mannschaft. „Unter diesem Aspekt und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das unser erster Härtetest war, bin ich zufrieden“, sagt Vereschako nach insgesamt fünf Spielen über jeweils 2×20 Minuten. Der Trainerin ging es bei diesem Turnier, bei dem starke Regionalmannschaften , 3.Ligisten und Schweizer Erstligisten am Start waren, in erster Linie darum, verschiedene Trainingsinhalte unter Wettkampfbedingungen abzurufen. So wurden ganz gezielt unterschiedliche taktische Varianten in Unterzahlsituationen praktiziert.

 

Wegen des knappen Kaders und der schwierigen Bedingungen bei hochsommerlichen Temperaturen ließ im Lauf des Turniers die Kraft dann natürlich nach. Dennoch gelangen gegen die unterklassigen Gegner mehr oder weniger deutliche Siege. Es kam dann zum programmierten Finale gegen den Schweizer Erstligisten DHB Rotweiß Thun, der mit voller Kaderstärke von 14 Spielerinnen angetreten war. Bis zum 4:4 agierten beide Teams auf Augenhöhe, dann verschaffte sich Thun bis zur  Halbzeitpause einen knappen 7:5-Vorsprung. „Das war schon die Vorentscheidung“, so Vereschako, „danach waren wir mit unseren Kraftreserven am Ende.“  Die Schweizerinnen nutzten ihr konditionelles Plus dann noch zu einem klaren 15:9-Erfolg.

 

Dennoch brachte der erste Härtetest wichtige Erkenntnisse. Mit dem bis dato einzigen Neuzugang, Torfrau Aleksandra Baranowska  wurde eine Torfrau verpflichtet, die eine ihrer Qualitäten, das Einleiten schneller Gegenstöße mit präzisen langen Pässen, eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte. Klar ist aber auch, dass der Kader zu klein ist. „Wir brauchen noch drei  Feldspielerinnen – im Optimalfall“, sagt Vereschako. Denn mit Ramona Constantinescu hat sich eine weitere Spielerin verabschiedet. Die Rumänin hat die Aufnahme an der Militärakademie ihres Landes bestanden und wird nicht mehr nach Trier zurückkehren.

 

Eine neue Mieze ist aber schon da. Mit der Litauerin Dovile Ilciukaite, die in Bad Soden noch nicht zum Einsatz kam, hofft Vereschako eine spielerische Lücke geschlossen zu haben. „Sie hat ihre Stärken vor allem im Eins-gegen-Eins, eine Qualität, die uns gerade aus dem Rückraum bisher gefehlt hat.“

 

Zur Person:
Name: Dovile Ilciukaute
Geboren am: 26. September 1991
Geburtsort: Kaunas (Litauen)
Nationalität: Litauisch

Sportliche Erfolge:
Mehrfach litauische Meisterin und Pokalsiegerin
Seit 2012 ununterbrochen im Europapokal und der Nationalmannschaft aktiv

Der große Wunsch: Nie mehr Herztropfen!
 
TRIER. Handball: Die neue Trainerin der Miezen und der MJC-Vorstand wollen mit einem kleinen Kader frühzeitig den Klassenerhalt schaffen.
 

(BP) Das soll eine ganze Handballmannschaft sein? Beim Konditionstraining im Moselstadion ist die Zahl der Miezen-Spielerinnen recht übersichtlich. Dass Neutrainerin Elena Vereschako nur eine Handvoll Spielerinnen zur Verfügung steht, liegt einerseits am noch nicht kompletten Kader (siehe Extra), aber auch an diversen anderen Gründen: die Kroatin Vena Tolic musste sich einer Zahn-Operation unterziehen, die Slowenin Maja Zrnec ist in ihrer Heimat bei der A-Trainer-Ausbildung, Hannah Sattler ist noch in Urlaub und Dora Simon-Varga noch nicht wieder richtig fit nach ihrer Schuler-Operation im Frühjahr.

 

Rund fünf Wochen vor dem Saisonstart und nach einer Woche Vorbereitung stehen Vereschako (45), die nach drei erfolgreichen Jahren beim luxemburgischen Meister und Pokalsieger Grevenmacher wieder zur MJC zurückkehrte, und Vorstand Jürgen Brech Rede und Antwort, was die Gegenwart und Zukunft des Zweitligisten betrifft.

 

Sie wurden mit den Miezen deutsche Meisterin, waren dann erfolgreiche Nachwuchstrainerin im Verein – und hatten sich dann nach der Geburt Ihrer beiden Söhnen erst einmal von der MJC verabschiedet. Was waren Ihre Gründe, wieder zu den Miezen zurückzukehren?

 

Vereschako: Meine Jungs sind jetzt alt genug, dass ich diesen Posten übernehmen konnte. Und das Wichtigste: Hein Herz hängt immer noch an den Miezen, deren Entwicklung ich in den letzten Jahren natürlich sehr intensiv verfolgt habe, obwohl ich wegen eigenen Spielen nicht mehr so oft in der Halle war. Man kann hier in Trier wieder etwas aufbauen, gerade, was die Verzahnung von erster Mannschaft und Nachwuchsarbeit betrifft.

 

Aber in den vergangenen Jahren schaffte es kaum noch eine Nachwuchs-Mieze ins Zweitliga-Team?

 

Vereschako: Genau das wollen wir ändern. Ich stehe in sehr engem Kontakt zu den Trainern unserer zweiten Mannschaft und unserer B-Jugend. Da gibt es Talente, und die müssen wir langfristig, behutsam und geduldig an die erste Mannschaft heranführen. Aus der zweiten Mannschaft werden einige bei uns mittrainieren, eine Möglichkeit wären Doppel-Spielrechte.

 

Brech: Wir haben eine gute Nachwuchsarbeit betrieben, es fehlte allerdings die Anbindung ans Zweitliga-Team. Elena wird genau dort ansetzen, weil sie auch den Überblick haben wird. Als wir noch DHB-Stützpunkt waren, ein Internat hatten und in der ersten Liga spielten, war die Anziehungskraft für Talente aus der Großregion größer. Das zog einfach mehr, auch da müssen wir intensiv ansetzen, diese Spielerinnen für uns zu gewinnen. Wir wollen langfristig etwas aufbauen, deswegen hat Elena auch einen Zwei-Jahres-Vertrag mit der Option auf Verlängerung bekommen.

 

Vereschako: Generell ist es viel schwieriger geworden, Spielerinnen für die 2. Liga zu begeistern. Wir können kein Vollprofitum bieten, bei uns gehen alle Spielerinnen arbeiten. Sie fahren teilweise eineinhalb Stunden von der Arbeit zum Training, kommen mitten in der Nacht von Auswärtsspielen heim. Auch das müssen die Fans einmal sehen, was diese Spielerinnen auf sich nehmen, um hier zu spielen. Und dazu sind eben viele nicht mehr bereit – sie gehen nach dem Abitur studieren und sind für den Verein verloren.

 

Der Kader für die neue Saison ist noch nicht komplett, oder?

 

Vereschako: Ideal wären 14 Spielerinnen, zwei Torfrauen und zwölf Feldspielerinnen …

 

Brech: …aber das muss alles auch bezahlt werden. Wir wollen und werden noch weitere Spielerinnen verpflichten, aber das muss ins Budget passen. Und die Verhandlungen sind für uns nicht einfacher geworden, alleine schon, weil erst kurz vor Saisonende feststand, in welcher Liga wir spielen. Das machte die Trainer- und Spielersuche extrem schwierig. Daher ist mein größter Wunsch für die nächste Saison, dass wir einmal frühzeitiger den Klassenerhalt sichern.

 

Das heißt, einziges Saisonziel ist nicht abzusteigen?

 

Brech: Unser Kader ist zwar klein, aber nicht schlecht. Dennoch ist unser vorrangiges Ziel, die Klasse frühzeitig zu halten. Die Fans und das Umfeld müssen Geduld haben. Man darf keine Wunderdinge erwarten, und wenn im schlimmsten Fall langfristige Verletzungsausfälle dazukommen, kann es auch schwer werden.

 

Vereschako: Mein persönliches Ziel ist, dass Jürgen nicht bei jedem Spiel seine Herztropfen nehmen muss, sondern sich unsere Spiele entspannt anschauen kann. Ich habe die vergangene Saison analysiert: Die Vorrunde ist sehr gut gelaufen, aber dann wurde es erschreckend schlecht. Die Spielerinnen haben zwar gekämpft, aber nicht füreinander. Da stand keine Einheit auf dem Platz.

 

Wie wurde die Vorsaison aufgearbeitet?

 

Brech: Ich kann mir diesen Leistungsabfall bis heute nicht erklären, denn das Team hatte Potenzial. Wir haben in der Hinrunde einige Spiele glücklich gewonnen, dann einige unglücklich verloren – und dann kamen wir aus dieser Abwärtsspirale nicht mehr raus. Wir hatten einfach das Siegen verlernt. Dann mussten wir die Reißleine mit der Entlassung von Trainer Andy Palm ziehen. Ich hoffe, dass jetzt mit Elena wieder mehr Kontinuität im Verein einzieht.

 

Mit welcher Philosophie sollen die Miezen künftig spielen?

 

Vereschako: Aus einer stabilen Abwehr schnell nach vorne – und mit mehr Sicherheit und weniger Fehlern als in der Vorsaison. Dazu müssen wir uns vor allem athletisch steigern, um dieses höhere Tempo zu gehen und schnell umzuschalten. Zudem geht alles nur über Teamgeist, jede muss für die andere kämpfen. Und ich will viele positive Emotionen auf dem Feld sehen. Und auch das ganze Team hinter dem Team muss immer zeigen: Wir geben alles für euch. So wollen wir auch verlorenes Terrain bei den Fans zurückgewinnen. Bei einem Treffen mit dem Fanclub habe ich gemerkt: Die Unterstützung ist vorhanden, aber die Fans wollen die Mädels kämpfen sehen – dann dürfen sie auch verlieren. Denn alle wissen, dass wir kein Team sind, das um die ersten drei Plätze kämpft.

 

Wie sieht die Vorbereitung bis zum Saisonstart im Pokal am 1. September aus?

 

Vereschako: Momentan stehen Kraft und Ausdauer im Vordergrund – über die ganze Saison hinweg wird Athletiktrainerin Sina Eckelt diesen Bereich forcieren, mit sehr komplexen Übungen. Neben einigen Trainingsspielen starten wir am ersten Augustwochenende bei einem Turnier in Bad Soden und dann Ende August beim Lotto-Cup in Ludwigsburg.

 

Interview: Björn Pazen

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Langes Warten bis zur Heimpremiere

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

Andrea Czanik und die Trierer Miezen haben erst am 29. September ihr erstes Heimspiel der neuen Zweitliga-Saison.

FOTO: TV / Björn Pazen

 

Spielplan der Miezen steht fest, und die neue Standard-Anwurfzeit ist Samstag um 18 Uhr.
 

Samstag, 19.30 Uhr ist Miezen-Zeit – das war einmal! Mit dem Start der neuen Zweitligasaison  hat die MJC entschieden, früher aufzulaufen, auch um attraktiver für Familien zu werden. Neue Standard-Anwurfzeit für Heimspiele ist nun samstags um 18 Uhr. Aber: Standard sind in der neuen Saison nur sieben Partien, die anderen finden entweder sonntags statt oder – weil am Abend zum Beispiel Basketball auf dem Programm steht – auch schon am Nachmittag, teilweise um 13 Uhr.

 

Und überhaupt müssen die Miezenfans sehr lange auf das Heimdebüt der neuen Trainerin Elena Vereschako warten: Erst am 29. September absolvieren die Triererinnen ihre erste Partie in der Arena gegen Beyeröhde-Wuppertal. Und dann dauert es erneut einen Monat, ehe am Sonntag, 28. Oktober, das zweite Heimspiel gegen Bremen stattfindet. Dafür müssen die Miezen am 29. Dezember zu einem Nachholspiel des zweiten Spieltags zum letztjährigen Meister Rosengarten/Buchholz reisen.

 

Nachdem in der Vorsaison (mit 15 Teams) nur Gröbenzell (bei München) sportlich abgestiegen war und Hannover sich aus der 2. Liga zurückzog, stehen in der neuen Spielzeit zwei extrem weite zusätzliche Reisen für die MJC an: Aus der 3. Liga Nord stieg Harrislee (bei Flensburg) auf, aus der 1. Liga stieg Rödertal (bei Dresden) ab. Weitere Aufsteiger sind Lintfort (bei Duisburg) und Nidda (in Hessen).

 

Das erste Pflichtspiel der Saison 2018/19 steht für die Miezen in der ersten Runde des DHB-Pokals in der Nachbarschaft an: Wie schon vor zwei Jahren geht es am ersten September-Wochenende zum Rheinlandpokalsieger TV Bassenheim bei Koblenz (RPS-Liga). Die 2. Liga startet eine Woche später mit dem Rheinland-Pfalz-Derby gegen den FSV Mainz 05. Unter den ersten sieben Zweitliga-Partien sind fünf Auswärtsspiele für die Miezen.

 

 

5. Juli 2018

Miezen holen Vereschako als Trainerin zurück

 

 

 

 

 

 

 

 

Trier. Die Ex-Spielerin war zuletzt als Coach in Luxemburg erfolgreich.
 

Die wochenlange Suche hat ein Ende. Frauenhandball-Zweitligist DJK/MJC Trier hat Elena Vereschako als neue Trainerin verpflichtet. Mit der gebürtigen Weißrussin, die sich in den 2000er Jahren große Verdienste in der Nachwuchsarbeit des Vereins erworben hatte, wollen die Miezen zurück zu den Wurzeln. Neben der Weiterentwicklung der Zweitliga-Mannschaft soll die Talentförderung von Spielerinnen des Vereins und der gesamten Region intensiviert werden.


Vereschako kam 1996 nach Trier und gehörte als Spielerin dem Meisterteam der Miezen von 2003 an. Im Jahr darauf beendete sie verletzungsbedingt ihre aktive Karriere und wechselte endgültig ins Trainerfach.


Der Vertrag der 45-Jährigen ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Miezen-Vorstand Jürgen Brech zeigt sich erleichtert, dass die wichtigste Personalie geklärt ist: „Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, Elena zurückzuholen. Sie hat sich große Verdienste in unserem Verein erworben und ist als Spielerin und Trainerin ein echtes Vorbild. Als sie für den Stützpunkt des Deutschen Handball-Bunds in Trier verantwortlich war, haben wir viele Talente entwickelt. Deshalb sind wir davon überzeugt, mit ihr die richtige Besetzung für diese Schlüsselposition gefunden zu haben.“


In den vergangenen drei Jahren arbeitete Vereschako, die im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft ist, in Luxemburg. Mit HB Museldall Grevenmacher feierte sie 2017 mit dem Double aus Pokalsieg und Meisterschaft den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

 

Die Forderung, die sie an ihr zukünftiges Team stellt, hat sie selbst verinnerlicht:  „Es ist etwas Besonderes, Mieze zu sein.“ Diese Einstellung will sie den Spielerinnen vermitteln und damit auch die Bindung zu Zuschauern und Sponsoren intensivieren.


Das Wir-Gefühl soll auch über die sportliche Leistung entwickelt werden. „Wir wollen schnellen, athletischen und attraktiven Handball spielen“, sagt die Mutter zweier Söhne. Das oberste Gebot lautet: „Teamgeist.“


Wunderdinge kann Vereschako, die in Weißrussland Meistertitel, Pokalsiege und reichlich internationale Erfahrung sammelte, nicht vollbringen. Bei den Miezen will sie ein Aufbauprogramm starten, für das sie Geduld einfordert: „Wir müssen wieder dahin kommen, mehr Spielerinnen aus der eigenen Jugend und der Region nach oben zu bringen. Es gibt einige vielversprechende Ansätze, denn in den letzten Jahren ist im Nachwuchsbereich gut gearbeitet worden. Aber es muss jedem klar sein, dass eine solche Entwicklung Zeit braucht.“


Am 15. Juli wird Vereschako mit der Vorbereitung auf die Saison 2018/19 beginnen.

 

 

 

 

28. Juni 2018

 
 
Polin Baranowska verstärkt die Trierer Miezen
Trier. Die Frage nach dem neuen Trainer ist weiter offen, aber zumindest für das spielende Personal gibt es etwas Neues bei den Trierer Handball-Miezen: Der Zweitligist hat die Verpflichtung der polnischen Torfrau Aleksandra Baranowska bekanntgegeben, die vom Drittligisten Ober-Eschbach an die Mosel wechselt. Von Björn Pazenrige, die in Trier parallel eine Ausbildung als Rechtsanwaltsgehilfin beginnen wird, erhielt einen Ein-Jahres-Vertrag bei der MJC.
 
Die Frage nach dem neuen Trainer ist weiter offen, aber zumindest für das spielende Personal gibt es etwas Neues bei den Trierer Handball-Miezen: Der Zweitligist hat die Verpflichtung der polnischen Torfrau Aleksandra Baranowska bekanntgegeben, die vom Drittligisten Ober-Eschbach an die Mosel wechselt.
 
Von Björn Pazen

 

Die 28-Jährige, die in Trier parallel eine Ausbildung als Rechtsanwaltsgehilfin beginnen wird, erhielt einen Ein-Jahres-Vertrag bei der MJC.

Mit ihrem früheren Verein Lublin wurde Baranowska dreimal polnischer Meister und spielte auch in der Champions League. Aus Polen wechselte sie zunächst zum Zweitligisten Sachsen Zwickau und schließlich 2017 nach Ober-Eschbach. Nun will sie laut MJC-Mitteilung wieder „auf höherem Niveau Handball spielen, gleichzeitig aber auch die Zeit nach der Karriere vorbereiten“. Ihr Ziel bei den Miezen sei ein gesicherter Mittelfeldplatz: „Jedenfalls will ich eine zitterfreie Saison.“

 

Nachdem überraschend Joline Müller, Tina Welter und Aaricia Smits ihren Abschied aus Trier bekanntgegeben hatten, basteln die MJC-Verantwortlichen am künftigen Kader – schließlich startet Mitte Juli die Saisonvorbereitung.

 

Wer dann das Training als Nachfolger von Interimscoach Ralf Martin übernimmt, ist noch unklar: „Ich denke, wir können in der nächsten Woche Vollzug melden“, sagte Vorstand Jürgen Brech dem TV. Es gebe noch einige Details zu klären. Zudem verspricht Brech den Fans eine möglichst schnelle Komplettierung des Kaders für die neue Saison, die Anfang September startet.

 

 

 

 

Trierer Handball-Miezen verlieren drei Spielerinnen
 
Die viel zitierte Großregion macht sich rar im Kader der  Trierer Miezen – denn Belgien, Luxemburg und das Saarland sind Stand jetzt nicht mehr bei den Zweitliga-Handballerinnen vertreten. Wie der Verein am Donnerstag mitteilte, werden die Luxemburgerin Tina Welter, die Saarländerin Joline Müller und die Belgierin Aaricia Smits den Verein verlassen – was zumindest teilweise überraschend ist.
 

Gerade im Fall von Tina Welter (25), die 2015 aus Nellingen nach Trier kam, ist Vereinsvorstand Jürgen Brech enttäuscht. „Wir haben ihr alle Freiräume gelassen, was ihre Grundausbildung zur Sportsoldatin in Luxemburg betraf. Sie war vier Monate vom Training und Spielen freigestellt und hat immer volles Gehalt bekommen“, sagt Brech: „Sicherlich nicht unter der Voraussetzung, dass sie danach den Verein verlässt.“ Welter ist die erste Handballerin aus Luxemburg, die Sportsoldatin wurde. Nun  wechselt die Linksaußen zum Zweitliga-Konkurrenten FSG Waiblingen-Korb. 

 

 

Anders gelagert ist der Fall bei Joline Müller (25), die ebenfalls drei Jahre in Trier gespielt hatte. Die Saarländerin hatte sich im Mai 2017 einen Kreuzbandriss zugezogen, hatte Anfang des Jahres ihr Comeback gefeiert und war dann sogar Polizei-Europameisterin mit der deutschen Mannschaft geworden. Die Kommissarin, die in Neunkirchen ihren Dienst verrichtet, will sich künftig mehr auf „Job, Familie und Freunde“ konzentrieren und nimmt dafür den sportlichen Abstieg zu ihrem Heimatverein DJK Marpingen in Kauf. in der vierten Liga (RPS-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saarland) trifft sie künftig unter anderem auf die HSG Wittlich und die HSG Hunsrück.

 

Auf den Spuren ihrer älteren Schwester wandelt die jüngste Mieze: Aaricia Smits (20) wechselt in die 2. Mannschaft des französischen Rekordmeisters Metz Handball. Ihre Schwester Xenia (nach dem Passwechsel deutsche Nationalspielerin) ist eine der Stars beim Champions-League-Teilnehmer.  Aaricia Smits war erst im Vorjahr aus Blomberg nach Trier gekommen.

„Wir wollten dieses Trio halten, haben mit allen drei Spielerinnen lange und intensive Gespräche geführt, letztendlich haben sie unsere Angebote aber ausgeschlagen“, sagt Brech, der nun vom „Aufbau eines neuen Teams“ spricht. Ob weitere Spielerinnen die MJC verlassen werden, steht noch nicht fest.

 

Noch wichtiger als die Suche nach Neuzugängen ist die Verpflichtung eines neuen Trainers: „Wir haben zwei interessante Kandidaten an der Angel, vielleicht können wir nächste Woche schon Vollzug melden. Gleiches gilt für potenzielle Neuzugänge“, sagt der Miezen-Vorstand: „Unser Kernproblem war, dass erst sehr spät feststand, ob wir die 2. Liga halten oder nicht, somit hatten wir keine Planungssicherheit.“ Im Juli soll die Vorbereitung starten, bis dahin sollen Trainer und Team gefunden sein