HSG Wittlich qualifiziert für weibliche B RPS Oberliga
HSG Wittlich qualifiziert für weibliche B RPS Oberliga
| 18:33 Uhr

 

Denk ich an die EM ...
 
 
 

 

 

Bitburgs Trainer Thomas Lauer (Zweiter von rechts) lässt sich trotz der prekären Tabellensituation in der Oberliga nicht entmutigen. FOTO: Trisign / Jürgen Brech / TV

 
Bitburg. Bei Bitburgs Trainer Thomas Lauer weckt das Turnier in Kroatien schöne und nicht so schöne Erinnerungen. Von Mirko Blahak
 

Thomas Lauer ist zurzeit ein Vielgucker. „Ich verfolge die Handball-Europameisterschaft auf allen Kanälen“, sagt der Trainer des Oberligisten TV Bitburg. Sein Zwischenfazit: „Die Zuschauerresonanz ist nicht so überragend. Dabei sind viele Spiele hochspannend.“

 

Manche Partien wecken bei Lauer schöne Erinnerungen. Im Sommer hatte der deutsche Meister Rhein-Neckar Löwen für ein Testspiel in Bitburg gastiert – mit mehreren Auswahlspielern in seinen Reihen. „Wenn man sie nun im Fernsehen sieht, kommen einem wieder die Bilder in den Kopf, wie sie vor wenigen Monaten bei uns live vor Ort waren“, sagt Lauer.

Die EM sorgt bei ihm aber auch für unschöne Erinnerungen: „Die deutsche Mannschaft hätte ihr Hauptrundenspiel am Sonntagabend gegen Dänemark gewinnen müssen  – genauso wie wir unsere Partie jüngst in der Oberliga in Offenbach.“ Die deutsche Auswahl jedoch verlor, Bitburg holte nur einen Punkt. Einen von insgesamt bislang lediglich acht Zählern in 16 Partien.

 

Der TVB steckt als Drittletzter mitten im Abstiegskampf. Es droht mehr als ein Absteiger, da in der 3. Liga Süd mit dem TV Hochdorf und dem TuS 04 Dansenberg zwei rheinland-pfälzische Teams die beiden letzten Plätze belegen.

 

Dennoch gibt sich Lauer kämpferisch: „Das entmutigt uns nicht. Die vergangenen drei Partien geben Anlass zur Hoffnung. Wir haben gute Partien abgeliefert. Ein Lauf wie in der Vorsaison, als sich die Eifeler mit einem Zwischensprint zur Mitte der Saison den Klassenerhalt sicherten, ist aus Sicht des Coaches erneut möglich – trotz der schwierigen personellen Rahmenbedingungen.

 

„Nach den Ausfällen meines Sohnes Sven, der wegen seiner Knieverletzung mit dem Handball aufhören musste, und von Pascal Wollf, der nach seiner Schulterblessur zwar wieder zurück, aber noch lange nicht in seinem alten Leistungsbereich angekommen ist, konnten wir nicht reagieren. Im bisherigen Saisonverlauf mussten wir nur zwei Mal darüber diskutieren, welche Spieler wir nicht nominieren“, macht Lauer die begrenzten Kader-Möglichkeiten deutlich. Den Neuzugängen stellt er ein gutes Zeugnis aus, er warnt aber vor zu hohen Erwartungen: „Das sind alles gute Jungs. Aber sie brauchen eine Saison, um sich zu akklimatisieren.“

 

Lauers Fahrplan für mehr Punkte in den kommenden Wochen steht: „Wir müssen die nächsten Heimspiele gewinnen und dürfen in knapp vier Wochen beim Tabellenvorletzten Gösenroth/Laufersweiler nicht verlieren. Auch am nächsten Wochenende fahren wir nicht chancenlos nach Worms.“

 

Lauers Fokus liegt auf dem TV Bitburg – und in den nächsten Tagen weiterhin auf der Europameisterschaft in Kroatien. Dänemark und Frankreich sind für ihn nach den jüngsten Eindrücken die Top-Favoriten auf den Titelgewinn.

 

Und was ist im Turnier noch für die deutsche Nationalmannschaft möglich? „Ich bin eher skeptisch. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in Bitburg die Klasse halten, ist meiner Meinung nach größer, als dass die deutsche Mannschaft noch ins Halbfinale einzieht.“