HSG Wittlich qualifiziert für weibliche B RPS Oberliga
HSG Wittlich qualifiziert für weibliche B RPS Oberliga
Quelle Trierischer Volksfreund 23.09.2015

Heimspiele im Exil

(Trier) Seit dem Ende der HSG Biewer-Pfalzel vor drei Jahren schlägt sich die TSG Biewer in der Eigenständigkeit durch die regionale Handballwelt. Jahr für Jahr ist das ein Kraftakt für den Traditionsverein - so auch in dieser Spielzeit.
Schwere Aufgabe: Trainer Wolfgang Schnase (Vierter von rechts) hat bei der TSG Biewer mit manchen Unannehmlichkeiten klarzukommen. TV-Foto: Hans Krämer
Trier. Zwei Spiele, zwei Niederlagen - die TSG Biewer hat sich den Start in die neue Verbandsligasaison anders vorgestellt. Vielleicht war er aber nicht anders zu erwarten. Ein großer Umbruch im Sommer, dazu eine unbefriedigende Hallensituation wegen der Sperrung der Mäusheckerweghalle: Die Voraussetzungen für das Team um den neuen Trainer Wolfgang Schnase sind nicht einfach.
"Wir trainieren zwei Mal pro Woche in der Halle des Friedrich-Spee-Gymnasiums, doch die hat nicht das Ausmaß eines Handballfelds", schildert Handball-Abteilungsleiter Thomas Arenz ein Kuriosum. Die Heimspiele trägt die TSG in der Wolfsberghalle aus.
Anfang Juli stand gar nicht fest, ob die TSG am Spielbetrieb teilnehmen wird. "Der Tenor war: ,Wir haben keine Mannschaft, wir melden ab’", erinnert sich Arenz. Der Verein rührte die Werbetrommel - unter anderem über einen Aufruf auf der facebook-Seite der Abteilung. Spieler wurden gesucht, Spieler wurden gefunden. "Der Aufruf hat gefruchtet. Anfang August hatten wir einen Kader stehen", sagt Arenz.
Groß ist der allerdings nicht. Das Aufgebot umfasst 14 Spieler, beruflich bedingt bilden aber nur rund zehn Spieler den Kern. Arenz: "Wir haben ein ganz neues Team, das hat man in den ersten beiden Spielen gemerkt. Wir wollen die acht Punkte aus der Vorsaison überbieten. Aber in der engen Spielklasse muss jeder Zähler hart erkämpft werden. Es sind noch viele Baustellen da, aber die Chemie im Verein stimmt." Ein Kernproblem eint die TSG mit anderen Vereinen: die Gewinnung Jugendlicher. Es gilt laut Arenz eine Kooperation mit der Grundschule Biewer - und in der JSG Mosel nimmt die TSG zusammen mit der HSG Mertesdorf/Ruwertal am Spielbetrieb teil. "Die Kinder aus Biewer in dieser JSG sind aber an einer Hand abzuzählen. Die Jungs zieht es eher zum Fußball", sagt Arenz.
Dennoch ist der Abteilungsleiter mit dem Status quo nicht unzufrieden. Im neuen Kader seien mehrere Spieler jünger als 25 Jahre: "Wenn sie an Bord bleiben, ist Potenzial da." Mit Wolfgang Schnase hat zudem ein erfahrener Trainer das Team übernommen. Arenz: "Er ist mit vollem Einsatz dabei. Ich würde mich freuen, wenn er länger als ein Jahr bei uns bleiben würde."