HSG Wittlich qualifiziert für weibliche B RPS Oberliga
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Sieben plus Sieben ist gleich ErfolgJugend-Handball: SV Gerolstein und TuS Daun gehen in der A-Jugend gemeinsame Wege
Erfahrung trifft Jugend: Bei der JSG Vulkaneifel, die aus Spielern des SV Gerolstein und des TuS Daun besteht, gibt Trainer Jochen Scheler die Richtung vor.
TV-Foto: Sebastian Schwarz

(Daun/Gerolstein) Es ist ein Versuch, der aus der Not heraus geboren wurde und Früchte trägt: Der SV Gerolstein und der TuS Daun - eigentlich Rivalen im Eifel-Handball - machen in der A-Jugend gemeinsame Sache. Und das mit Erfolg.

06.12.2016
Mirko Blahak

Daun/Gerolstein. Sechs Feldspieler und ein Torwart - die braucht’s für eine Handballmannschaft. Es liegt auf der Hand, dass ein Verein, der genau auf diese Zahl an Spielern kommt, damit nicht eine Saison bestreiten kann. So erging es dem SV Gerolstein und dem TuS Daun. Jeder Club hatte in der A-Jugend sieben Akteure. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.

Was tun? Obwohl sie im Eifel-Handball Konkurrenten sind, machen der SVG und der TuS seit dieser Saison gemeinsame Sache. Als JSG Vulkaneifel nehmen die A-Jugendlichen beider Vereine am Spielbetrieb der Rheinlandliga teil. Und wie! Sechs Spiele, sechs Siege - am Wochenende gewannen die Eifeler das Spitzenspiel bei der einzigen bis dato ebenfalls ungeschlagenen Mannschaft, der JSG Trier/Igel/Schweich, mit 24:22.
"Wir hatten eine sehr gute Vorbereitung, wussten aber nicht so richtig, wo wir im Verhältnis zu den anderen Teams stehen", ist JSG-Trainer Jochen Scheler zumindest ein bisschen vom überaus schwungvollen Start überrascht.
Scheler, der Ostfriese, der seit mehr als 30 Jahren in Daun heimisch ist und in seiner bisherigen Trainerkarriere unter anderm in Daun und Trier in der Regionalliga und Oberliga gearbeitet hat, war eng in die Gespräche zwischen dem SVG und dem TuS eingebunden: "Anfang des Jahres ist die Idee gereift. Dann wurde alles über die Vorstände und Jugendabteilungen besprochen." Scheler, der die A-Jugend mit Co-Trainer Sandro Baumanns betreut, geht in seinem Job auf: "Die JSG in der A-Jugend ist wichtig, weil uns die vorhandenen Spieler ansonsten entweder abhandengekommen oder frühzeitig in den Seniorenbereich hochgezogen worden wären. Die Jungs weiterzubringen, ist mir eine Herzenssache", sagt der Pädagoge, der bis zu seiner Pensionierung als Lehrer an der ehemaligen Hauptschule Daun gearbeitet hat.

Die gemeinsame A-Jugend ist ein Versuchsballon. Weitere Kooperationen zwischen Gerolstein und Daun sind nicht ausgeschlossen. "Wir halten das im Blick. Sollte es auch in anderen Bereichen sinnvoll sein, Kräfte zu bündeln, warum nicht?", sagt der TuS-Handball-Abteilungsleiter Michael Thomas. Grundsätzlich müssten aber auch künftig beide Vereine darauf bedacht sein, selbst genügend Nachwuchsspieler für den Handball zu begeistern. Scheler setzt dabei unter anderem auch auf einen verbandsweiten Grundschulaktionstag im nächsten Jahr.

Kurzfristig hätte Scheler nichts dagegen, wenn der Lauf seiner A-Jugend anhielte. Am Wochenende steht schon das nächste Topspiel auf dem Programm. Dann gastiert die JSG Vulkaneifel bei der JSG Hunsrück, die Scheler weiterhin als Favorit Nummer eins in der Staffel sieht. Doch das Selbstvertrauen wächst. Scheler: "Wir werden erhobenen Hauptes in Rhaunen antreten."