HSG Wittlich qualifiziert für weibliche B RPS Oberliga
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Vom Nationalspieler zum Trainer
 
 
 

 

 

Lang ist’s her: Ende der 1990er Jahre trug Christian Stein das Trikot der deutschen Jugend-Nationalmannschaft. Inzwischen hat er seine Spielerkarriere beendet und ist als Trainer bei der HSG Mertesdorf/Ruwertal eingestiegen. FOTO: / TV

 
Mertesdorf. Die Spielerkarriere von Christian Stein war lang, nun ist er als Coach beim Handball-Rheinlandligisten HSG Mertesdorf/Ruwertal eingestiegen. Dass die Premiere schiefging, macht den 37-Jährigen nicht nervös. Von Mirko Blahak
 

Über mangelnde Arbeit im Zuge seines Debüts auf der Trainerbank der HSG Mertesdorf/Ruwertal kann sich Christian Stein nicht beklagen.

 

 

Die Aufarbeitung der Niederlage gegen die DJK/MJC Trier inklusive der Verletzung von MJC-Spieler Steffen Kellendonk erfordert den Einsatz des 37-Jährigen. „Natürlich habe ich mir meine Premiere anders vorgestellt. Sportlich waren die Ausfälle meines Bruders Michael und von Christian Schröder nicht zu kompensieren. Mit ihnen fehlten uns zwei der drei wichtigsten Rückraumspieler“, analysiert Stein, der bei der HSG als Coach auf Marc Köhler gefolgt ist.

 

Bleibt die Szene, die zur Verletzung von Kellendonk geführt hat und große Kritik der MJC zur Folge hat : „Ich habe mit meinem Spieler gesprochen. Er ist selbst erschrocken. Auch ihm tut es furchtbar leid. Ich weiß nicht, ob man die Kritik so krass formulieren muss“, sagt Stein.

 

Durch die Niederlage ist der jüngste Höhenflug der Ruwertal-HSG erstmal gestoppt - ein Angriff auf die Tabellenspitze in der Rheinlandliga der Männer dürfte nun fast nicht mehr möglich sein. Ein Schlüsselspiel dürfte die nächste Begegnung gegen die HSG Irmenach/K/H werden. „Ich werde in dieser Woche in Kleingruppen die Partie gegen Trier aufarbeiten. Wir müssen die Probleme im Zusammenspiel in den Griff bekommen“, sagt Stein, für den es seine erste Trainerstation im Männerbereich ist. Früher war er schon Coach im Jugendbereich seines Heimatvereins HSC Schweich, dort hat er auch das zweite Damenteam betreut.

 

Nun also der nächste Schritt für den ehemaligen Junioren-Nationalspieler, Zweitligaspieler in Östringen und langjährigen Oberliga-Akteur bei der HSG Biewer-Pfalzel. „Als Marc mich im Herbst vergangenen Jahres gefragt hatte, ob ich die Aufgabe übernehmen will, musste ich erstmal überlegen. Der Wille war da, aber die Frage blieb, ob ich das zeitlich schaffe“, erinnert sich Stein, der selbstständiger Versicherungskaufmann ist. Er beantwortete die Frage mit Ja und legte los. „Ich gehe die Aufgabe mit den Jungs an. Mit fast allen habe ich schon mal zusammen gespielt. Ich gebe die Marschroute vor, bin aber offen für Ideen der erfahrenen Akteure im Team“, sagt Stein, der sich auf der Bank eher als ruhigeren Typen charakterisiert: „Natürlich muss man auch mal kurz laut werden. Aber aus meiner Erfahrung als Spieler weiß ich, dass Dinge von der Bank im Spiel ohnehin eher selten auf dem Feld ankommen.“

 

Als Spieler hat er viele Trainer erlebt. „Ich nehme von allen ein bisschen was mit in meine Tätigkeit, besonders von Jörn-Uwe Lommel und Michael Roth“, sagt Stein.

 

Durch die Übernahme des Trainerjobs ist er nun auch „Boss“ seines Bruders Michael - für den Coach ist das aber kein Problem: „Ich sehe das nicht als Hindernis. Er kennt mich ganz genau - und ich ihn.“

 

Sein Job bei der HSG ist über die laufende Saison hinweg angelegt. Christian Stein: „Wir haben bereits mit der Planung für die nächste Saison begonnen. Marc Köhler und ich sprechen mit Spielern.“ Stand jetzt wird sich die HSG auf eine weitere Saison in der Rheinlandliga einrichten müssen.