Jennifer Simonis: Lust auf Strapazen
 
 
 
Kreisläuferin hier, Trainerin dort: Jennifer Simonis (rotes Trikot) ist bei der HSG Wittlich Spielerin der ersten Frauen-Mannschaft und gleichzeitig Coach der Rheinlandliga-Reserve. FOTO: Sebastian J. Schwarz / sjs / Sebastian J. Schwarz
Wittlich. Die 30-Jährige füllt bei der HSG Wittlich eine Doppelrolle als Spielerin und Trainerin aus. Von Mirko Blahak
 

Diese Aussage ist schon drei Jahre alt, hat aber nichts an Aktualität eingebüßt In ihrem Steckbrief zur Saison 2015/16 bei der HSG Wittlich hat Jennifer Simonis ein kerniges Motto angegeben: „Schätze deine Anstrengung, nicht nur deinen Erfolg.“

 

Anstrengend ist auf jeden Fall, was sich die 30-jährige Handballerin der HSG aufhalst. Beispiel gefällig?

Am vergangenen Sonntag brach sie gegen 12.30 Uhr als Trainerin der zweiten HSG-Frauen-Mannschaft zum Rheinlandliga-Auswärtsspiel beim TuS Bannberscheid auf. Anwurf in Wirges: 15 Uhr. Nach dem Spiel ging’s direkt wieder ins Auto und 150 Kilometer zurück nach Wittlich. Die Ankunft – pünktlich zum Abend-Spiel der Wittlicher Oberliga-Mannschaft gegen Püttlingen, in dem Simonis als Kreisläuferin der HSG ins Geschehen eingriff. Zwei Spiele, 300 Kilometer im Auto, insgesamt rund acht Stunden unterwegs. Da muss viel Handball-Leidenschaft dabei sein.

 

„Klar ist das anstrengend, aber es macht Spaß. Das ist für mich kein Stress, sondern Freizeit“, sagt Simonis, Trainerin und Spielerin in Doppel-Funktion. Mit Ausnahme einer einjährigen Unterbrechung bei der HSG Irmenach ist sie seit 1995 bei der HSG Wittlich aktiv. Nach Coaching-Aufgaben im Jugendbereich bekam die Bauingenieurin, die in der Straßenplanung arbeitet, zur aktuellen Saison den Trainerposten der zweiten Mannschaft anvertraut. „Das ist schon ein Unterschied. In der Jugend ging es vornehmlich darum, den Spielerinnen Grundlagen zu vermitteln. Nun coache ich im Damenbereich junge Ladies, wo es um andere Dinge – etwa Taktik – geht“, sagt Simonis.

 

Viel habe sie von Thomas Feilen, der sie als Spielerin der ersten Mannschaft coacht, gelernt. Simonis beschreibt sich unter anderem als ehrgeizig und organisiert – zwei Charaktereigenschaften, die es bei ihrer Doppelrolle braucht. Zum einen bei der Trainingsplanung unter der Woche. „Ich bekomme beide Sachen gut unter einen Hut. Montags und freitags liegen die Übungseinheiten der ersten und zweiten Mannschaft hintereinander, und mittwochs wird zusammen trainiert.“

 

Auch die Spiel-Wochenenden sind mit Weitblick angegangen worden. Simonis: „Wir haben vor der Saison ein genaues Auge auf die Ausgestaltung der Rahmenspielpläne gelegt.“ So verfolgt die Spielerin und Trainerin aus Minderlittgen zwei Ziele: die (junge) Garde der zweiten Mannschaft weiterentwickeln und im Oberliga-Team am Kreis das Beste geben.

 

Natürlich auch wieder am nächsten Wochenende. Obwohl: Da wird’s vergleichsweise entspannt, denn die zweite Mannschaft hat – zum Leidwesen von Simonis – in der Rheinlandliga spielfrei. So gilt die ganze Konzentration dem Oberliga-Spiel in Zweibrücken.