Toller Kampf der Miezen nicht belohnt
 
 
 

 

 

 

 

 

 

Mieze Gabriella Szabo erzielte in Zwickau vier Tore - Archivfoto Björn Pazen

 

Den Start verschlafen, aber dann bis zum Schluss toll gekämpft - für die Miezen war in Zwickau mehr drin als das 26:29.
 

Sie haben bis zum Schluss gekämpft, doch die Aufholjagd der Trierer Handball-Miezen wurde nicht belohnt. Die Mannschaft von Elena Vereschako verlor am Samstag beim BSV Sachsen Zwickau mit 26:29 (13:18) und wartet nach zwei Zweitliga-Spieltagen weiter auf den ersten Punkt. Dovile Ilciukaite, Linsey Houben und Gabriella Szabo waren mit je vier Treffern beste Werferin bei den Miezen, für Zwickau traf Jenny Choinowski elf Mal.

 

Zwei Wochen nach dem 21:35-Debakel zum Saisonstart in Mainz präsentierte sich die MJC deutlich stärker - zumindest ab der zwölften Minute. Denn die Miezen verschliefen - vielleicht auch wegen der 550 Kilometer langen Anreise - den Start komplett. Gleich die beiden ersten Würfe der Triererinnen landeten am Pfosten, nach elf Minuten schien die Messe beim 2:8 aus Trierer Sicht bereits gelesen. Zwar steigerte sich die MJC danach im Angriff, aber der Rückstand betrug bis kurz vor dem Seitenwechsel konstant sechs oder sieben Tore. „Wir haben das Spiel vor der Pause aufgrund der vielen technischen Fehler verloren“, sagte vereschako.

 

Nach der Pause (13:18) zeigten die Miezen aber ihre Krallen: Erst ein Doppelschlag von Hannah Sattler, dann zwei Treffer von Linsey Houben, und beim 17:20 war die Partie wieder offen. Zwickau wurde nervös, beim 21:23 schien die Wende möglich. Doch ausgerechnet, als man die Partie fast gekippt hatte, ging der MJC das Zielwasser aus. Mehrere Chancen - darunter ein Siebenmeter von Vesna Tolic - wurden vergeben, auch eine Auszeit brachte keine Wende, beim 26:21 waren die Gastgeberinnen wieder auf der Siegerstraße.

 

„In dieser Phase hatten wir ein bisschen Pech, allerdings waren auch einige Schiedsrichterentscheidungen gegen uns“, sagte Vereschako: „Wir hatten es wirklich in der Hand, die Partie zu kippen.“

 

Die MJC gab sich bis zum Schluss nie auf, doch mehr als das 26:29 war dann nicht mehr drin - der schwache Start war am Ende mitentscheidend dafür, dass die Miezen - bei denen sich alle Feldspielerinnen auch in die Torschützenliste eintrugen - die Heimfahrt punktlos antraten. „Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben, deswegen gab es nach dem Spiel auch ein Lob für jede Spielerinnen. Die Mannschaft hat als Team zusammengehalten und sich nie aufgegeben, darauf können wir aufbauen“, sagte Vereschako.

 

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt - Petrovska (3), Sattler (3), Ilciukaite (4/2), Czanik (3), Houben (4), Tolic (3/1), Szabo (4), Zrnec (2) - Beste Werferin Zwickau: Choinowski (11/4)

 

Miezen-Klatsche zum Saisonstart in Mainz
 
 

 

 

 

Die Litauerin Dovile Ilciukaite erzielte beim 21:35 der Miezen in Mainz acht Tore. Foto: Jürgen Brech. FOTO: Jürgen Brech

 

MAINZ. Die Trierer Handball-Miezen sind am Samstagabend mit einer 21:35-Niederlage in Mainz in die Zweitliga-Saison gestartet. Von Björn Pazen

 

Sie waren als Außenseiter in ihr erstes Saisonspiel in der 2. Frauen-Handball-Bundesliga gegangen, aber dass es beim FSV Mainz 05 zum Start gleich eine 21:35 (11:18)-Klatsche geben würde, hatte keiner bei den Trierer Miezen erwartet. Ein Hoffnungsschimmer im Rheinland-Pfalz-Derby am Samstagabend war die Leistung von Neuzugang Dovile Ilciukaite. Die Litauerin war mit acht Treffern die beste Werferin der MJC, die aber insgesamt chancenlos in der Landeshauptstadt war.

 
 

Die Miezen waren nur bis zum 10:11 in der 21. Minute auf Augenhöhe. Dann folgten neun schwarze Minuten, die die Mainzerinnen nutzten, um sich bis zur Pause auf 18:11 abzusetzen. Trier schloss nicht mehr so diszipliniert ab, die Gastgeberinnen konterten die Miezen förmlich aus. Nicht einmal eine Auszeit beim 10:13 konnte den Abwärtstrend stoppen.

Auch nach der Pause wurde es nicht besser für die Miezen gegen die favorisierten Mainzerinnen. Nach 38 Minuten war der Rückstand der Miezen beim 13:23 erstmals zweistellig - halbzeitübergreifend waren Trier in 17 Minuten nur zwei Tore gelungen, und das obwohl Trainerin Vereschako die Disziplin im, Abschluss in den Vordergrund ihrer Vorbereitung gestellt hatte.

 

Zudem merkte man der MJC deutlich den kleinen Kader an - Mainz hatte vier Auswechselspielerinnen mehr zur Verfügung als die Miezen. Aber gerade in Hälfte zwei übernahm Neuzugang Ilciukaite die Verantwortung, die Litauerin sorgte fast im Alleingang dafür, der Abstand bis 31:21 nicht noch größer wurde, dann aber gelangen den Mainzerinnen die vier letzten Treffer einer ziemlich einseitigen Partie.

 

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt - Petrovska (1), Sattler (0), Ilciukaite (8/2), Houben (5), Czanik (4), Tolic (0), Szabo (2), Zrnec (1) -

 

Beste Werferin Mainz: Denise Großheim (6)

 


Trierer Miezen haben nur ein Ziel: Klassenerhalt!
 

Der Miezen-Kader für die Saison 2018/19 (von links): Physiotherapeut Taro Hazeyama, Trainerin Elena Vereschacko, Co-Trainerin Sina Eckelt, Dovile Ilciukaite, Vesna Tolic, Linsey Houben, Alexandra Baranowska, Andrea Czanik, Angela Petrovska, Melanie Eckelt, Hanna Braun, Gabriella Szabo, Dora Simon-Varga, Hannah Sattler. Es fehlt: Maja Zrnec.

 

FOTO: TV / Jürgen Brech/MJC

 

Trier. Die DJK/MJC Trier startet am Samstag mit einem kleinen Kader in die neue Zweitligasaison.
 
Von Björn Pazen
 

Die Rechenaufgabe ist ganz einfach: Wenn fünf Spielerinnen gehen und nur zwei kommen, fehlen drei. Doch diese drei zu finden, gestaltet sich im Falle der Trierer Handball-Miezen alles andere als einfach. Erst rund drei Wochen vor dem Ende der Zweitliga-Saison 2017/18 stand fest, dass die DJK/MJC Trier die Liga gehalten hatte – trotz einer katastrophalen Rückrunde. „Wir konnten erst Anfang Mai bei der Kaderplanung richtig loslegen“, sagt Vorstand Jürgen Brech.

 

Dass Interimstrainer Ralf Martin, der im März den erfolglosen Andy Palm abgelöst hatte, gehen würde, stand von vorneherein fest. Also lag erst einmal der Fokus auf der Trainersuche.

 

Noch bevor Ex-Mieze Elena Vereschako bekanntgegeben wurde, gab es einen dreifachen Rückschlag für die MJC-Planungen: die Saarländerin Joline Müller (zum Oberligisten Marpingen), die Luxemburgerin Tina Welter (zu Triers Ligakonkurrent Waiblingen) und die Belgierin Aaricia Smits (Metz) gaben ihre teilweise doch sehr überraschenden Abschiede bekannt. Am Tag vor dem ersten Training meldete sich nicht weniger überraschend die japanische Torfrau Yuko Minami ab, die zum Ligakonkurrenten Rödertal gewechselt ist. Und zu guter Letzt entschied sich die Rumänin Ramona Constantinescu gegen die Miezen und für den Militärdienst in ihrer Heimat. Zudem fällt Dora Simon-Varga wegen einer Schulterverletzung derzeit aus. In der Vorbereitung fehlte die Slowenin Maja Zrnec für vier Wochen, weil sie in ihrer Heimat den Trainerschein machte. Alles andere als gute Omen für die neue Spielzeit.

 

 

„Mindestens drei Spielerinnen fehlen“, sagt Neu-Trainerin Elena Vereschako vor der am Samstag beginnenden Zweitliga-Saison. Eine echte Rechtsaußen steht nicht im MJC-Kader, auch eine Linkshänderin gibt es nicht. „Zum Glück haben wir viele Spielerinnen, die auf vielen Positionen einsetzbar sind“, sagt die gebürtige Weißrussin Vereschako, die seit ein paar Jahren einen deutschen Pass hat. Die 45-Jährige, die von 1996 bis 2004 bei den Miezen spielte und danach sehr erfolgreich den MJC-Nachwuchs, die zweite Mannschaft und den DHB-Stützpunkt Trier coachte, bevor sie in den vergangenen Jahren den HC Museldall aus Grevenmacher zu Meisterschaft und Pokalsieg in Luxemburg führte, ist die Hoffnungsträgerin der Miezen. Sie soll Talente aus der zweiten Mannschaft (Rheinlandliga) an die zweite Liga heranführen. In der Vorbereitung waren zum Beispiel schon Hannah Braun und Anke Greinert häufig dabei.

Einzige echte Neuzugänge sind Torfrau Alexandra Baranowska (TSG Ober-Eschbach) und die Litauerin Dovile Ilciukaite (Zalgiris Kaunas). „Beide sind echte Verstärkungen, aber da Dovile erst spät zur Mannschaft stieß, braucht sie noch Zeit, um sich zu integrieren“, sagt Vereschako, die generell betont, „dass alle Geduld mit dieser Mannschaft haben müssen. Die Saison wird nicht einfach, daher sind wir sehr auf die Unterstützung der Fans, aber auch unserer Partner angewiesen – gerade dann, wenn es nicht laufen sollte“.

 

Aus ihrer Analyse der Vorsaison hat sie eine wichtige Erkenntnis gezogen: „Wenn die Spielerinnen bis zum Schluss kämpfen, werden die Fans auch Niederlagen verzeihen. Und diese Niederlagen werden kommen.“ Einziges Saisonziel ist daher – wieder einmal – der Klassenerhalt. „Im Sinne der Planung wäre es super, das Thema Abstieg wäre früher als in den vergangenen Jahren kein Thema mehr“, sagt Vorstand Brech.

 

Es kann sein, dass der Miezen-Kader noch wachsen wird: „Aber wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet. Deswegen muss es sportlich passen und finanziell machbar sein“, sagt Brech. In der Vorbereitung zeigte sich das Kaderproblem zum Beispiel beim Lotto-Cup in Ludwigsburg: „Da waren die Spielerinnen mangels großer Wechselmöglichkeiten platt. Aber sie haben niemals aufgegeben, das hat mir imponiert“, sagt die Trainerin. Im ersten Pflichtspiel schrammte die MJC vergangene Woche beim 28:26 nach Verlängerung beim Oberligisten TV Bassenheim in der ersten DHB-Pokalrunde knapp an einer Blamage vorbei.

 

Am Samstag geht es im Rheinland-Pfalz-Derby zum Saisonstart gleich gegen den Meisterschafts-Mitfavoriten Mainz, dann dauert es bis zum 29. September, ehe das erste Heimspiel (gegen Beyeröhde) ansteht. Unter den ersten sieben Zweitliga-Partien sind für die Miezen gleich fünf Auswärts­spiele,  was den Start sicher nicht einfacher macht. Vereschako sieht es aus einem anderen Blickwinkel: „Dann haben wir in der Rückrunde, wenn wir richtig eingespielt sind, viele Heimspiele.“

Generell haben die Miezen eine neue Anwurfzeit für ihre Heimspiele: Samstag, 18 Uhr, statt wie bisher um 19.30 Uhr. Allerdings greift diese neue Standardzeit nur bei sieben der 15 Heimspiele – wegen der Arena-Belegung, einigen Doppelspieltagen mit den Basketballern und der Regel, dass Spiele gegen Teams, die weiter als 500 Kilometer anreisen, früher angeworfen werden müssen.

 

Nachdem in der Vorsaison (mit nur 15 Teams) nur Gröbenzell sportlich abgestiegen war und sich Hannover aus der zweiten Liga zurückgezogen hatte, stehen in der neuen Spielzeit zwei extrem weite zusätzliche Reisen für die MJC an: Aus der 3. Liga Nord stieg Harrislee (bei Flensburg) auf, aus der ersten Liga stieg Rödertal (bei Dresden) ab.

 

Weitere Drittliga-Aufsteiger sind Lintfort (bei Duisburg) und Nidda (in Hessen).

 

Der Modus ist gleichgeblieben: Zwei Mannschaften steigen in die erste Liga auf (im Vorjahr war es mit Halle/Neustadt nur eine Mannschaft, der Rest hatte verzichtet), bis zu vier Mannschaften müssen in die dritte Liga absteigen.

 

 

 

| 13:30 Uhr

 

Ein Donnerwetter nach der Fast-Pleite
 
Bassenheim. Die Trierer Handball-Miezen sind nur knapp an einer Pokalpleite vorbeigeschrammt: Beim Oberligisten TV Bassenheim (bei Koblenz) musste der Zweitligist in der ersten Runde des DHB-Pokals in die Verlängerung, bevor am Samstagabend der glückliche 28:26 (25:25, 11:12)-Erfolg eingetütet war.
 
Von Björn Pazen
 

In den gesamten 70 Minuten war kaum ein Klassenunterschied erkennbar. „Danach gab es schon ein gehöriges Donnerwetter in der Kabine. So kann man sich nicht präsentieren“, war MJC-Trainerin Elena Vereschako noch am Sonntagmittag bedient: „Einige Spielerinnen müssen, glaube ich, mal ihre Ansprüche an sich und die Liga überdenken. Wir hatten sie vor den eigenen Gesetzen des Pokals und vor der Stärke von Bassenheim gewarnt, es hatte nichts genutzt.“

 

„Aber Hauptsache weitergekommen“ war das Motto von Vereschako und der der MJC, für die Gabriela Szabo mit zehn Toren die beste Werferin war. Auf der anderen Seite steuerte die frühere Mieze Eva Lennartz neun Treffer für den TVB bei. „Sie hat gezeigt, dass mein langjähriges Training nicht so schlecht gewesen sein kann“, meinte Vereschako, die Lennartz in der Jugend und der zweiten Mannschaft trainiert hatte. In Christina Henn stand noch eine weitere Ex-Triererin im Bassenheimer Kader. Noch vor zwei Jahren hatten die Miezen beim gleichen Gegner im DHB-Pokal mit 33:18 (16:10) gewonnen.

 

„Wir hätten den Sack viel früher zumachen müssen, wir haben in der Abwehr zu wenig Tempo gemacht, und haben im Angriff zu viele Chancen vergeben“, sagt die MJC-Trainerin, auf deren Statistikzettel am Ende drei vergebene Siebenmeter und insgesamt 15 freie Chancen standen, die nicht im Tor landeten. „Wir hatten Pech mit sechs Pfostenwürfen, zudem mussten wir 14 Minuten in Unterzahl spielen – aber all‘ dass sollte ein Zweitligist gegen einen Oberligisten locker überstehen können, ohne solche Probleme zu bekommen“, meinte Vereschako.

 

Neben Szabo, die 60 Minuten in Angriff und Abwehr durchspielte, bekam Nachwuchsspielerin Hanna Greinert noch ein Lob von der Trainerin – genau in die andere Richtung ging die Kritik an der Slowenin Maja Zrnec: „Von ihr kam gar nichts, genau wie von allen unseren Außenspielerinnen.“ In der letzten Minute führte die MJC 25:24 und war in Ballbesitz. Doch Bassenheim erkämpfte sich den Ball, traf und feierte schon die Verlängerung wie einen Sieg.

 

„In der Verlängerung hatten wir mehr Kräfte, das war entscheidend. So wie am Samstag dürfen wir uns auf keinen Fall nächste Woche beim ersten Ligaspiel in Mainz präsentieren“, sagt die Trainerin, die nun erst einmal am Dienstag um 12 Uhr gespannt ist, wer der Miezen-Gegner in der zweiten Pokalrunde ist, die im Oktober ausgespielt wird.

 

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt – Szabo (10), Tolic (6), Houben (5/1), Czanik (3), Greinert (2), Petrovska (1), Ilciuckaité (1), Braun, Sattler, Simon-Varga, Zrnec – Beste Werferin Bassenheim: Lennartz (8/6)

 

 

 

Kleines Team. Starke Leistung

 
August 14, 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Miezen Zweite beim Turnier in Bad Soden – Neuzugang Dovilé Ilciuckaité

Erfolgreiches Wochenende für die Trierer Miezen. Erst belegte der Frauenhandball-Zweitligist beim Sole-Mio-Cup in Bad Soden den zweiten Platz. Dann konnte Trainerin Elena Verechako mit Dovile Ilciukaute auch noch eine neue Spielerin begrüßen. Die Litauerin kommt vom mehrfachen Landesmeister Zalgiris Kaunas und kann im Rückraum auf allen Positionen eingesetzt werden.

 

 

 

Das Turnier in Bad Soden stand aus Miezen-Sicht unter dem Motto „kleines Team, starke Leistung“. Vereschako hatte nur insgesamt 8 Feldspielerinnen zur Verfügung, darunter Nachwuchstalent Hannah Braun und Vivi Steil aus der zweiten Mannschaft. „Unter diesem Aspekt und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das unser erster Härtetest war, bin ich zufrieden“, sagt Vereschako nach insgesamt fünf Spielen über jeweils 2×20 Minuten. Der Trainerin ging es bei diesem Turnier, bei dem starke Regionalmannschaften , 3.Ligisten und Schweizer Erstligisten am Start waren, in erster Linie darum, verschiedene Trainingsinhalte unter Wettkampfbedingungen abzurufen. So wurden ganz gezielt unterschiedliche taktische Varianten in Unterzahlsituationen praktiziert.

 

Wegen des knappen Kaders und der schwierigen Bedingungen bei hochsommerlichen Temperaturen ließ im Lauf des Turniers die Kraft dann natürlich nach. Dennoch gelangen gegen die unterklassigen Gegner mehr oder weniger deutliche Siege. Es kam dann zum programmierten Finale gegen den Schweizer Erstligisten DHB Rotweiß Thun, der mit voller Kaderstärke von 14 Spielerinnen angetreten war. Bis zum 4:4 agierten beide Teams auf Augenhöhe, dann verschaffte sich Thun bis zur  Halbzeitpause einen knappen 7:5-Vorsprung. „Das war schon die Vorentscheidung“, so Vereschako, „danach waren wir mit unseren Kraftreserven am Ende.“  Die Schweizerinnen nutzten ihr konditionelles Plus dann noch zu einem klaren 15:9-Erfolg.

 

Dennoch brachte der erste Härtetest wichtige Erkenntnisse. Mit dem bis dato einzigen Neuzugang, Torfrau Aleksandra Baranowska  wurde eine Torfrau verpflichtet, die eine ihrer Qualitäten, das Einleiten schneller Gegenstöße mit präzisen langen Pässen, eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte. Klar ist aber auch, dass der Kader zu klein ist. „Wir brauchen noch drei  Feldspielerinnen – im Optimalfall“, sagt Vereschako. Denn mit Ramona Constantinescu hat sich eine weitere Spielerin verabschiedet. Die Rumänin hat die Aufnahme an der Militärakademie ihres Landes bestanden und wird nicht mehr nach Trier zurückkehren.

 

Eine neue Mieze ist aber schon da. Mit der Litauerin Dovile Ilciukaite, die in Bad Soden noch nicht zum Einsatz kam, hofft Vereschako eine spielerische Lücke geschlossen zu haben. „Sie hat ihre Stärken vor allem im Eins-gegen-Eins, eine Qualität, die uns gerade aus dem Rückraum bisher gefehlt hat.“

 

Zur Person:
Name: Dovile Ilciukaute
Geboren am: 26. September 1991
Geburtsort: Kaunas (Litauen)
Nationalität: Litauisch

Sportliche Erfolge:
Mehrfach litauische Meisterin und Pokalsiegerin
Seit 2012 ununterbrochen im Europapokal und der Nationalmannschaft aktiv

Der große Wunsch: Nie mehr Herztropfen!
 
TRIER. Handball: Die neue Trainerin der Miezen und der MJC-Vorstand wollen mit einem kleinen Kader frühzeitig den Klassenerhalt schaffen.
 

(BP) Das soll eine ganze Handballmannschaft sein? Beim Konditionstraining im Moselstadion ist die Zahl der Miezen-Spielerinnen recht übersichtlich. Dass Neutrainerin Elena Vereschako nur eine Handvoll Spielerinnen zur Verfügung steht, liegt einerseits am noch nicht kompletten Kader (siehe Extra), aber auch an diversen anderen Gründen: die Kroatin Vena Tolic musste sich einer Zahn-Operation unterziehen, die Slowenin Maja Zrnec ist in ihrer Heimat bei der A-Trainer-Ausbildung, Hannah Sattler ist noch in Urlaub und Dora Simon-Varga noch nicht wieder richtig fit nach ihrer Schuler-Operation im Frühjahr.

 

Rund fünf Wochen vor dem Saisonstart und nach einer Woche Vorbereitung stehen Vereschako (45), die nach drei erfolgreichen Jahren beim luxemburgischen Meister und Pokalsieger Grevenmacher wieder zur MJC zurückkehrte, und Vorstand Jürgen Brech Rede und Antwort, was die Gegenwart und Zukunft des Zweitligisten betrifft.

 

Sie wurden mit den Miezen deutsche Meisterin, waren dann erfolgreiche Nachwuchstrainerin im Verein – und hatten sich dann nach der Geburt Ihrer beiden Söhnen erst einmal von der MJC verabschiedet. Was waren Ihre Gründe, wieder zu den Miezen zurückzukehren?

 

Vereschako: Meine Jungs sind jetzt alt genug, dass ich diesen Posten übernehmen konnte. Und das Wichtigste: Hein Herz hängt immer noch an den Miezen, deren Entwicklung ich in den letzten Jahren natürlich sehr intensiv verfolgt habe, obwohl ich wegen eigenen Spielen nicht mehr so oft in der Halle war. Man kann hier in Trier wieder etwas aufbauen, gerade, was die Verzahnung von erster Mannschaft und Nachwuchsarbeit betrifft.

 

Aber in den vergangenen Jahren schaffte es kaum noch eine Nachwuchs-Mieze ins Zweitliga-Team?

 

Vereschako: Genau das wollen wir ändern. Ich stehe in sehr engem Kontakt zu den Trainern unserer zweiten Mannschaft und unserer B-Jugend. Da gibt es Talente, und die müssen wir langfristig, behutsam und geduldig an die erste Mannschaft heranführen. Aus der zweiten Mannschaft werden einige bei uns mittrainieren, eine Möglichkeit wären Doppel-Spielrechte.

 

Brech: Wir haben eine gute Nachwuchsarbeit betrieben, es fehlte allerdings die Anbindung ans Zweitliga-Team. Elena wird genau dort ansetzen, weil sie auch den Überblick haben wird. Als wir noch DHB-Stützpunkt waren, ein Internat hatten und in der ersten Liga spielten, war die Anziehungskraft für Talente aus der Großregion größer. Das zog einfach mehr, auch da müssen wir intensiv ansetzen, diese Spielerinnen für uns zu gewinnen. Wir wollen langfristig etwas aufbauen, deswegen hat Elena auch einen Zwei-Jahres-Vertrag mit der Option auf Verlängerung bekommen.

 

Vereschako: Generell ist es viel schwieriger geworden, Spielerinnen für die 2. Liga zu begeistern. Wir können kein Vollprofitum bieten, bei uns gehen alle Spielerinnen arbeiten. Sie fahren teilweise eineinhalb Stunden von der Arbeit zum Training, kommen mitten in der Nacht von Auswärtsspielen heim. Auch das müssen die Fans einmal sehen, was diese Spielerinnen auf sich nehmen, um hier zu spielen. Und dazu sind eben viele nicht mehr bereit – sie gehen nach dem Abitur studieren und sind für den Verein verloren.

 

Der Kader für die neue Saison ist noch nicht komplett, oder?

 

Vereschako: Ideal wären 14 Spielerinnen, zwei Torfrauen und zwölf Feldspielerinnen …

 

Brech: …aber das muss alles auch bezahlt werden. Wir wollen und werden noch weitere Spielerinnen verpflichten, aber das muss ins Budget passen. Und die Verhandlungen sind für uns nicht einfacher geworden, alleine schon, weil erst kurz vor Saisonende feststand, in welcher Liga wir spielen. Das machte die Trainer- und Spielersuche extrem schwierig. Daher ist mein größter Wunsch für die nächste Saison, dass wir einmal frühzeitiger den Klassenerhalt sichern.

 

Das heißt, einziges Saisonziel ist nicht abzusteigen?

 

Brech: Unser Kader ist zwar klein, aber nicht schlecht. Dennoch ist unser vorrangiges Ziel, die Klasse frühzeitig zu halten. Die Fans und das Umfeld müssen Geduld haben. Man darf keine Wunderdinge erwarten, und wenn im schlimmsten Fall langfristige Verletzungsausfälle dazukommen, kann es auch schwer werden.

 

Vereschako: Mein persönliches Ziel ist, dass Jürgen nicht bei jedem Spiel seine Herztropfen nehmen muss, sondern sich unsere Spiele entspannt anschauen kann. Ich habe die vergangene Saison analysiert: Die Vorrunde ist sehr gut gelaufen, aber dann wurde es erschreckend schlecht. Die Spielerinnen haben zwar gekämpft, aber nicht füreinander. Da stand keine Einheit auf dem Platz.

 

Wie wurde die Vorsaison aufgearbeitet?

 

Brech: Ich kann mir diesen Leistungsabfall bis heute nicht erklären, denn das Team hatte Potenzial. Wir haben in der Hinrunde einige Spiele glücklich gewonnen, dann einige unglücklich verloren – und dann kamen wir aus dieser Abwärtsspirale nicht mehr raus. Wir hatten einfach das Siegen verlernt. Dann mussten wir die Reißleine mit der Entlassung von Trainer Andy Palm ziehen. Ich hoffe, dass jetzt mit Elena wieder mehr Kontinuität im Verein einzieht.

 

Mit welcher Philosophie sollen die Miezen künftig spielen?

 

Vereschako: Aus einer stabilen Abwehr schnell nach vorne – und mit mehr Sicherheit und weniger Fehlern als in der Vorsaison. Dazu müssen wir uns vor allem athletisch steigern, um dieses höhere Tempo zu gehen und schnell umzuschalten. Zudem geht alles nur über Teamgeist, jede muss für die andere kämpfen. Und ich will viele positive Emotionen auf dem Feld sehen. Und auch das ganze Team hinter dem Team muss immer zeigen: Wir geben alles für euch. So wollen wir auch verlorenes Terrain bei den Fans zurückgewinnen. Bei einem Treffen mit dem Fanclub habe ich gemerkt: Die Unterstützung ist vorhanden, aber die Fans wollen die Mädels kämpfen sehen – dann dürfen sie auch verlieren. Denn alle wissen, dass wir kein Team sind, das um die ersten drei Plätze kämpft.

 

Wie sieht die Vorbereitung bis zum Saisonstart im Pokal am 1. September aus?

 

Vereschako: Momentan stehen Kraft und Ausdauer im Vordergrund – über die ganze Saison hinweg wird Athletiktrainerin Sina Eckelt diesen Bereich forcieren, mit sehr komplexen Übungen. Neben einigen Trainingsspielen starten wir am ersten Augustwochenende bei einem Turnier in Bad Soden und dann Ende August beim Lotto-Cup in Ludwigsburg.

 

Interview: Björn Pazen

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Langes Warten bis zur Heimpremiere

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

Andrea Czanik und die Trierer Miezen haben erst am 29. September ihr erstes Heimspiel der neuen Zweitliga-Saison.

FOTO: TV / Björn Pazen

 

Spielplan der Miezen steht fest, und die neue Standard-Anwurfzeit ist Samstag um 18 Uhr.
 

Samstag, 19.30 Uhr ist Miezen-Zeit – das war einmal! Mit dem Start der neuen Zweitligasaison  hat die MJC entschieden, früher aufzulaufen, auch um attraktiver für Familien zu werden. Neue Standard-Anwurfzeit für Heimspiele ist nun samstags um 18 Uhr. Aber: Standard sind in der neuen Saison nur sieben Partien, die anderen finden entweder sonntags statt oder – weil am Abend zum Beispiel Basketball auf dem Programm steht – auch schon am Nachmittag, teilweise um 13 Uhr.

 

Und überhaupt müssen die Miezenfans sehr lange auf das Heimdebüt der neuen Trainerin Elena Vereschako warten: Erst am 29. September absolvieren die Triererinnen ihre erste Partie in der Arena gegen Beyeröhde-Wuppertal. Und dann dauert es erneut einen Monat, ehe am Sonntag, 28. Oktober, das zweite Heimspiel gegen Bremen stattfindet. Dafür müssen die Miezen am 29. Dezember zu einem Nachholspiel des zweiten Spieltags zum letztjährigen Meister Rosengarten/Buchholz reisen.

 

Nachdem in der Vorsaison (mit 15 Teams) nur Gröbenzell (bei München) sportlich abgestiegen war und Hannover sich aus der 2. Liga zurückzog, stehen in der neuen Spielzeit zwei extrem weite zusätzliche Reisen für die MJC an: Aus der 3. Liga Nord stieg Harrislee (bei Flensburg) auf, aus der 1. Liga stieg Rödertal (bei Dresden) ab. Weitere Aufsteiger sind Lintfort (bei Duisburg) und Nidda (in Hessen).

 

Das erste Pflichtspiel der Saison 2018/19 steht für die Miezen in der ersten Runde des DHB-Pokals in der Nachbarschaft an: Wie schon vor zwei Jahren geht es am ersten September-Wochenende zum Rheinlandpokalsieger TV Bassenheim bei Koblenz (RPS-Liga). Die 2. Liga startet eine Woche später mit dem Rheinland-Pfalz-Derby gegen den FSV Mainz 05. Unter den ersten sieben Zweitliga-Partien sind fünf Auswärtsspiele für die Miezen.

 

 

5. Juli 2018

Miezen holen Vereschako als Trainerin zurück

 

 

 

 

 

 

 

 

Trier. Die Ex-Spielerin war zuletzt als Coach in Luxemburg erfolgreich.
 

Die wochenlange Suche hat ein Ende. Frauenhandball-Zweitligist DJK/MJC Trier hat Elena Vereschako als neue Trainerin verpflichtet. Mit der gebürtigen Weißrussin, die sich in den 2000er Jahren große Verdienste in der Nachwuchsarbeit des Vereins erworben hatte, wollen die Miezen zurück zu den Wurzeln. Neben der Weiterentwicklung der Zweitliga-Mannschaft soll die Talentförderung von Spielerinnen des Vereins und der gesamten Region intensiviert werden.


Vereschako kam 1996 nach Trier und gehörte als Spielerin dem Meisterteam der Miezen von 2003 an. Im Jahr darauf beendete sie verletzungsbedingt ihre aktive Karriere und wechselte endgültig ins Trainerfach.


Der Vertrag der 45-Jährigen ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Miezen-Vorstand Jürgen Brech zeigt sich erleichtert, dass die wichtigste Personalie geklärt ist: „Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, Elena zurückzuholen. Sie hat sich große Verdienste in unserem Verein erworben und ist als Spielerin und Trainerin ein echtes Vorbild. Als sie für den Stützpunkt des Deutschen Handball-Bunds in Trier verantwortlich war, haben wir viele Talente entwickelt. Deshalb sind wir davon überzeugt, mit ihr die richtige Besetzung für diese Schlüsselposition gefunden zu haben.“


In den vergangenen drei Jahren arbeitete Vereschako, die im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft ist, in Luxemburg. Mit HB Museldall Grevenmacher feierte sie 2017 mit dem Double aus Pokalsieg und Meisterschaft den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

 

Die Forderung, die sie an ihr zukünftiges Team stellt, hat sie selbst verinnerlicht:  „Es ist etwas Besonderes, Mieze zu sein.“ Diese Einstellung will sie den Spielerinnen vermitteln und damit auch die Bindung zu Zuschauern und Sponsoren intensivieren.


Das Wir-Gefühl soll auch über die sportliche Leistung entwickelt werden. „Wir wollen schnellen, athletischen und attraktiven Handball spielen“, sagt die Mutter zweier Söhne. Das oberste Gebot lautet: „Teamgeist.“


Wunderdinge kann Vereschako, die in Weißrussland Meistertitel, Pokalsiege und reichlich internationale Erfahrung sammelte, nicht vollbringen. Bei den Miezen will sie ein Aufbauprogramm starten, für das sie Geduld einfordert: „Wir müssen wieder dahin kommen, mehr Spielerinnen aus der eigenen Jugend und der Region nach oben zu bringen. Es gibt einige vielversprechende Ansätze, denn in den letzten Jahren ist im Nachwuchsbereich gut gearbeitet worden. Aber es muss jedem klar sein, dass eine solche Entwicklung Zeit braucht.“


Am 15. Juli wird Vereschako mit der Vorbereitung auf die Saison 2018/19 beginnen.

 

 

 

 

28. Juni 2018

 
 
Polin Baranowska verstärkt die Trierer Miezen
Trier. Die Frage nach dem neuen Trainer ist weiter offen, aber zumindest für das spielende Personal gibt es etwas Neues bei den Trierer Handball-Miezen: Der Zweitligist hat die Verpflichtung der polnischen Torfrau Aleksandra Baranowska bekanntgegeben, die vom Drittligisten Ober-Eschbach an die Mosel wechselt. Von Björn Pazenrige, die in Trier parallel eine Ausbildung als Rechtsanwaltsgehilfin beginnen wird, erhielt einen Ein-Jahres-Vertrag bei der MJC.
 
Die Frage nach dem neuen Trainer ist weiter offen, aber zumindest für das spielende Personal gibt es etwas Neues bei den Trierer Handball-Miezen: Der Zweitligist hat die Verpflichtung der polnischen Torfrau Aleksandra Baranowska bekanntgegeben, die vom Drittligisten Ober-Eschbach an die Mosel wechselt.
 
Von Björn Pazen

 

Die 28-Jährige, die in Trier parallel eine Ausbildung als Rechtsanwaltsgehilfin beginnen wird, erhielt einen Ein-Jahres-Vertrag bei der MJC.

Mit ihrem früheren Verein Lublin wurde Baranowska dreimal polnischer Meister und spielte auch in der Champions League. Aus Polen wechselte sie zunächst zum Zweitligisten Sachsen Zwickau und schließlich 2017 nach Ober-Eschbach. Nun will sie laut MJC-Mitteilung wieder „auf höherem Niveau Handball spielen, gleichzeitig aber auch die Zeit nach der Karriere vorbereiten“. Ihr Ziel bei den Miezen sei ein gesicherter Mittelfeldplatz: „Jedenfalls will ich eine zitterfreie Saison.“

 

Nachdem überraschend Joline Müller, Tina Welter und Aaricia Smits ihren Abschied aus Trier bekanntgegeben hatten, basteln die MJC-Verantwortlichen am künftigen Kader – schließlich startet Mitte Juli die Saisonvorbereitung.

 

Wer dann das Training als Nachfolger von Interimscoach Ralf Martin übernimmt, ist noch unklar: „Ich denke, wir können in der nächsten Woche Vollzug melden“, sagte Vorstand Jürgen Brech dem TV. Es gebe noch einige Details zu klären. Zudem verspricht Brech den Fans eine möglichst schnelle Komplettierung des Kaders für die neue Saison, die Anfang September startet.

 

 

 

 

Trierer Handball-Miezen verlieren drei Spielerinnen
 
Die viel zitierte Großregion macht sich rar im Kader der  Trierer Miezen – denn Belgien, Luxemburg und das Saarland sind Stand jetzt nicht mehr bei den Zweitliga-Handballerinnen vertreten. Wie der Verein am Donnerstag mitteilte, werden die Luxemburgerin Tina Welter, die Saarländerin Joline Müller und die Belgierin Aaricia Smits den Verein verlassen – was zumindest teilweise überraschend ist.
 

Gerade im Fall von Tina Welter (25), die 2015 aus Nellingen nach Trier kam, ist Vereinsvorstand Jürgen Brech enttäuscht. „Wir haben ihr alle Freiräume gelassen, was ihre Grundausbildung zur Sportsoldatin in Luxemburg betraf. Sie war vier Monate vom Training und Spielen freigestellt und hat immer volles Gehalt bekommen“, sagt Brech: „Sicherlich nicht unter der Voraussetzung, dass sie danach den Verein verlässt.“ Welter ist die erste Handballerin aus Luxemburg, die Sportsoldatin wurde. Nun  wechselt die Linksaußen zum Zweitliga-Konkurrenten FSG Waiblingen-Korb. 

 

 

Anders gelagert ist der Fall bei Joline Müller (25), die ebenfalls drei Jahre in Trier gespielt hatte. Die Saarländerin hatte sich im Mai 2017 einen Kreuzbandriss zugezogen, hatte Anfang des Jahres ihr Comeback gefeiert und war dann sogar Polizei-Europameisterin mit der deutschen Mannschaft geworden. Die Kommissarin, die in Neunkirchen ihren Dienst verrichtet, will sich künftig mehr auf „Job, Familie und Freunde“ konzentrieren und nimmt dafür den sportlichen Abstieg zu ihrem Heimatverein DJK Marpingen in Kauf. in der vierten Liga (RPS-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saarland) trifft sie künftig unter anderem auf die HSG Wittlich und die HSG Hunsrück.

 

Auf den Spuren ihrer älteren Schwester wandelt die jüngste Mieze: Aaricia Smits (20) wechselt in die 2. Mannschaft des französischen Rekordmeisters Metz Handball. Ihre Schwester Xenia (nach dem Passwechsel deutsche Nationalspielerin) ist eine der Stars beim Champions-League-Teilnehmer.  Aaricia Smits war erst im Vorjahr aus Blomberg nach Trier gekommen.

„Wir wollten dieses Trio halten, haben mit allen drei Spielerinnen lange und intensive Gespräche geführt, letztendlich haben sie unsere Angebote aber ausgeschlagen“, sagt Brech, der nun vom „Aufbau eines neuen Teams“ spricht. Ob weitere Spielerinnen die MJC verlassen werden, steht noch nicht fest.

 

Noch wichtiger als die Suche nach Neuzugängen ist die Verpflichtung eines neuen Trainers: „Wir haben zwei interessante Kandidaten an der Angel, vielleicht können wir nächste Woche schon Vollzug melden. Gleiches gilt für potenzielle Neuzugänge“, sagt der Miezen-Vorstand: „Unser Kernproblem war, dass erst sehr spät feststand, ob wir die 2. Liga halten oder nicht, somit hatten wir keine Planungssicherheit.“ Im Juli soll die Vorbereitung starten, bis dahin sollen Trainer und Team gefunden sein